Kann man Aktien in verschiedenen Währungen kaufen und verkaufen?

4 Antworten

Theoretisch ja, in der Praxis - mit einer Ausnahme - sinnloser Nonsens. Angenommen, du hast die Aktienposition an einer Börse gekauft, an der in Euro gehandelt wird. Nun kann es passieren, die AG ist z.B. nur noch an einer US Börse handelbar. Um überhaupt noch verkaufen zu können, beauftragst du deine Bank, diese Position an die US Börse zu transferieren. Dafür werden dir aber entsprechende Kosten berechnet. Du darfst dich auf ca 50€ für jeden Posten einstellen.

Nicht nur für diesen etwas abstrakten Fall wäre es total unsinnig, eine einzelne Aktie zu kaufen. Die Entgelte für An- und Verkauf müssten durch Kursgewinne oder/und Dividende erst mal aufgeholt werden. Aber auch da gibt es Ausnahmen. Mal zwei aus dem Stehgreif. Berliner Zoo und Berkshire Hathaway, die "echte".

Mit dem nötigen Kapital kannst du aber auch bei denen mehrere kaufen.

Theoretisch kannst du das. Damit du die Aktie aber in Dollar verkaufen kannst, musst du sie logischerweise an einem Börsenplatz in den USA verkaufen - und das ist hier von Deutschland aus richtig teuer. Also so 30 oder 40 Euro für einen Verkauf - genau weiß ich das gar nicht, weil mein Broker das lange gar nicht angeboten hat.

Wenn man damit einen Gewinn machen kann, dass man die Aktie in Euro kauft und gleich wieder in Dollar verkauft, dann bist du mit Sicherheit nicht der Einzige, der das gemerkt hat. Es gibt Profis, die haben sich auf so etwas spezialisiert. So ein Geschäft hat sogar einen Namen und nennt sich "Arbitrage-Geschäft". 

Von daher würde ich sagen: Kauf dir einfach eine Aktie, von der du glaubst, dass sie steigt - aber mach das bei einer deutschen Börse, denn da sind die Gebühren am günstigsten, und verkauf sie auch wieder an einer deutschen Börse.

je nachdem wo / was du kaufst, zahlst du mit der einen oder anderen Währung. Das, was du da angesprochen hast, ist natürlich kein Problem und machbar. Das einzige Problem wird sein, dass dir das nichts bringt ausser Ausgaben für Spread und Ordergebühren.

Es geht hier um einen preislichen Vorteil, den man mit Hilfe verschiedener Währungen oder Börsen erzielen kann, das ist der Punkt, von dem du sprichst.

Fast unmittelbar nah an der Börse haben Hochfrequenztrader ihre Server stehen, die in Bruchteilen einer Sekunde (daher versuchen diese auch so nah wie möglich und mit minimaler Latenzzeit ihre Orders verschicken zu können) agieren können. Im Groben kann man bei vielen dieser Systeme von Arbitrage-Trading sprechen, da dort Preisunterschiede, kurzzeige Preisanomalien, sofort genutzt werden. Das ist ein typisches Beispiel für eine Strategie von vielen Hedgefonds. Bestimmte dieser Strategien haben ein größeres Zeitfenster und werden dann von Usern bedient (Händler möchte ich die nicht nennen), die wirklich nur stupide Klickarbeit leisten. Absolute Routine.

D.h. wenn du meinst, dass der Kurs in Frankfurt nach Währungsumrechnung (hier den Spread nicht vergessen) günstiger ist als an der NASDAQ, dann ist das entweder ein Rechenfehler, ein Trugschluss oder du hast rein zufällig den kurzen Moment erwischt, wo das tatsächlich der Fall ist aber von den automatischen Handelssystemen (HFT, siehe oben) wieder ausgeglichen wird.

Man kann es auch kurz formulieren: Du David, die anderen Goliath.

Grundsätzlich sollte man da noch ergänzen, dass es durchaus möglich ist auch als nicht HF-Trader gewisse Preisanomalien auszunutzen. Nicht jede wird auch von einem der vielen Hedgefonds genutzt bzw. ist bekannt. Nur dazu bedarf es umfangreicher statistischer Berechnungen, wozu den meisten die Erfahrung und das mathematische / logische Wissen fehlt. Ganz abgesehen, dass selbst dann einem die Spesen für Daten (kann sehr kostspielig werden) und Orders auffressen und es notwendig werden kann (z.B.) an der CME Mitglied zu werden, um Gebühre zu sparen ... usw. usf. Es gibt noch mehr, was dem kleinen Menschen fehlt, um solche Geschäfte langfristig profitabel zu machen.

Der Transfer an eine ausländische Börse dauert übrigens auch einige Tage.

Außer bei dem von mir genannten Beispiel ist  so etwas total unsinnig.

@Sonnenstern811

Es ist für die meisten Privattrader nicht nachhaltig praktizierbar aufgrund der Wahrscheinlichkeiten und Kosten.

Das als total unsinnig bezeichnen, naja ... es ist seit langer Zeit Praxis Ineffizienzen in den globalen Märkten auszunutzen und große Institutionen und Hedgefonds haben ganz andere Möglichkeiten, auch um die Umschreibung des Lagerorts (was du mit den paar Tagen angesprochen hast) abzufedern, mit entsprechenden Options-Strategien aber auch dem Agieren als Liquidity-Provider in bestimmten Märkten sieht die Sache ganz anders aus.


@Mich12

Ist schon klar, dass die Finanzriesen da über andere Möglichkeiten verfügen. Der Broker in Ff. holt sich bei Bedarf ja auch schnell ein paar Stücke aus Übersee.

Meine Antwort bezog sich auf uns kleine Pinscher.

Das müsste gehen, mit allen.gütern

Aber wenn du daran interessiert bist, dann kauf.doch direkt währungen

Auch wenn ich die Güter nur auf dem Papier kaufe? Dann besitze ich die ja nicht wirklich. Das würde ja dann heißen, wenn ich 1 Goldpapier in Deutschland an der Börse kaufe und das gleiche Goldpapier in den USA verkaufe hätte ich theoretisch Gold in die USA importiert ohne physischen Import?

@MRPC0815

Du hättest gar nichts importiert. An der Forex kommt auf über 100  angeblich stolze Besitzer eine Unze Gold eine ganze Unze wirklich dort vorhandenen Goldes. Es ist also ein riesiger Papierhandel. Auch wenn man weiß, dass ein großer Teil der Käufer - jedenfalls vorläufig - nicht die Absicht hat, sich dieses Gold physisch aushändigen zu lasen, kannst du dir vorstellen, was passiert, wenn nur 10% ihr Gold ausgeliefert haben wollen. Ein sehr böses Erwachen und ein Goldpreis der in den Himmel schießt, wären die Folgen.

Vermutlich passiert auch genau das in nicht allzu ferner Zukunft.

@Sonnenstern811

An der Forex wird überhaupt kein Gold gehandelt, ausschliesslich Währungspaare, du meintest sicher etwas anderes ;)

@Mich12

Richtig, hab es in der Eile mit der Comex vertauscht.

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