Käufer bekommt kein Grundbucheintrag da Verkäufer sich ums Erbe streiten, was tun ?

9 Antworten

Wenn im Notarvertrag drin steht, dass erst ein Urteil ergehen muss, wusstet ihr davon. Somit ist es rechtsgültig, dass die Umschreibung noch nicht erfolgt ist. 

Ohjee. Hier hättet ihr erst kaufen dürfen wenn die Erbfolge geklärt ist. Nun habt ihr den "Salat". Warum unterschreibt denn die Zweite (theoretische) Erbin, wenn es sich doch um eine Alleinerbin handelt?! Hat euch der Notar nicht auf diesen wichtigen Punkt (gerichtliche Klärung der Erbfolge) hingewiesen? Er darf zwar nicht anwaltlich beraten, aber auf solche wichtigen Punkte (Dauer der Klärung, Folgen etc.) muss er wegen seiner Sorgfaltspflicht schon explizit hinweisen.

Schlüssel und Objektübergabe ist erfolgt. Somit haben wir den 1.
Abschlag von unserer Hausbank geholt und mit der Sanierung begonnen.

Und das bricht euch hier evtl. das Genick.

Bei der Abholung des 2. Abschlags stellt sie die Bank quer da noch kein
Grundbucheintrag erfolgt ist, was ja auch verständlich ist. Unsere Bank
rät zu einem sofortigen Baustopp.

Hier ist der Bank vollinhaltlich zuzustimmen.

Da sich die Vorbesitzer (zwei zerstrittene Schwestern) noch nicht
einigen konnten, da es sich um eine Alleinerbin handelt und die andere
Schwester das Testament anzweifelt und somit erst ein Gericht über die
Erbfolge entscheiden muss

Warum kauft man sowas? Das kann sich *Jahre* hinziehen!

Zudem ist im Notarvertrag festgelegt das erst ein Grundbucheintrag erfolgt wenn eine Urteil vorliegt,

*kopfschüttel*

Mit anderen Worten, ihr habe sehenden Auges einen Kaufvertrag abgeschlossen, für ein Objekt, bei dem der Eigentumsübergang bereits zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses absehbar erst in x Jahren erfolgen kann - wenn überhaupt. Damit ist der Notar jedenfalls auf der sicheren Seite.

wir zahlen demnächst auf den ausstehenden Betrag bei der Bank
Bereitstellungszinsen, gibt es eine Möglichkeit die uns durch diesen
Erbstreit entstandenen Kosten weiter zu berechnen

An wen denn? Ihr habe doch dieser Verfahrensweise selbst vertraglich zugestimmt. Die Bereitstellungszinsen dürften euer geringstes Problem sein - sollte die Erbengemeinschaft nämlich durch die erfolgreiche Anfechtung des Testaments aufgehoben werden, weil es ggfs. nur noch eine Erbin gibt, dann ist auch der Kaufvertrag insgesamt hinfällig und muss rückabgewickelt weren..

oder auf eine schnelle Klärung zu appellieren.

Innerfamiliäre Klärung? Das kannst du getrost vergessen. Ein Urteil wird - in welcher Form auch immer - hier vermutlich erst 2018 oder später ergehen, und auch dann nur für den Fall, dass keine Partei in Berufung geht. Sucht euch umgehend einen Anwalt und versucht, den Vertrag entweder anzufechten (zweifelhaft) oder im gegenseitigen Einverständnis rückabzuwickeln. Auf den Kosten bleibt ihr so oder so sitzen. Sofern bislang nur der erste Abschlag ausbezahlt wurde, bleibt nur zu hoffen, dass ihr der Bank dieses Geld rückzahlen könnt.

,,Zudem ist im Notarvertrag festgelegt das erst ein Grundbucheintrag erfolgt wenn eine Urteil vorliegt,“

Das heißt doch aber, dass ihr das alles vorher wusstet. Und jetzt wundert ihr euch? Das wundert mich nun wieder.

Aufgrund dieser Formulierung im Notarvertrag wusstet Ihr bereits vorab, dass Verzögerungen (möglicherweise massiver Art) zu erwarten sind. Wenn Ihr alles zügig über die Bühne ziehen wollt (was ja auch verständlich ist), hättet Ihr besser die Finger von diesem Objekt gelassen.

Das einzige was ihr machen könnt, ist einen Anwalt zu konsultieren!
Der kann euch genau sagen, was ihr bezüglich dieser Sache für Rechte habt und was ihr machen könnt.

Was anderes wird euch da nicht helfen.

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