Ist ein Job als Reinigungskraft peinlich?

5 Antworten

Also ich kann es verstehen, dass man es demütigend findet, gezwungen zu werden, öffentlich als Putzfrau wahrgenommen zu werden.

Natürlich ist das eine ehrliche normale Arbeit, für die sich niemand zu schämen braucht, aber es ist eben keine besonders qualifizierte Arbeit und es ist verständlich, dass Menschen, die einen Beruf gelernt haben, sich eben doch dafür schämen, weil es nämlich so wirkt als könnten sie nichts und müßten deshalb putzen gehen.

Das stimmt natürlich gar nicht, den es gibt zig Gründe, warum man diesen job macht, aber es wirkt eben so und genau deshalb sollte man nicht gezwungen werden, auch noch so auffällig wie möglich (rotes Shirt)so rumzulaufen, dass man direkt als Putzfrau erkannt wird.

Es ist nicht jeder so selbstbewußt wie Du und darauf sollte ein Chef Rücksicht nehmen, vor allem, weil es überhaupt keinen Grund dafür gibt, jemandem eine Arbeitskleidung zu verpassen durch die er schon von weitem als Putzfrau erkennbar ist.

Frag Dich mal selbst, warum Du Reinigungskraft und nicht ganz einfach Putzfrau schreibst. Wahrscheinlich weil Dir allein schon dieser Ausdruck unangenehm ist, dabei beschreibt er nichts weiter als das, was man tut, nämlich putzen - aber reinigen klingt einfach etwas feiner.

Siehste

Ja ein bissjen kann ich es ja schon verstehen. Meiner Meinung nach brauch sie sich aber trotzdem nicht dafür schähmen neben ihrer Hauotarbeit noch einen 450€ Job zu machen, Ganz im Gegenteil, sie sollte eher stolz auf sich sein dass sie es nach einemlangen Arbeitstag noch hinbekommt am abend wo anders noch zu arbeiten :-) und ja du hast Recht, ich sage Reinigungskraft weil es sich schöner anhört. Putzfrau klingt so würdelos.....

@Tina1610

"Ganz im Gegenteil, sie sollte eher stolz auf sich sein dass sie es nach einemlangen Arbeitstag noch hinbekommt am abend wo anders noch zu arbeiten"

Ja sicher, aber das ist doch nicht der Punkt: Es geht doch gar nicht darum, dass man putzt sondern um diese Arbeitskleidung, die Deiner Kollegin peinlich ist, weil sie dadurch öffentlich "nur" als Putzfrau wahrgenommen wird und da müßtest Du eigentlich verstehen oder warum findest Du das Wort Putzfrau so würdelos?

Da widersprichst Du Dir ja selbst, denn wenn Du einerseits sagst, zu putzen sei eine Arbeit wie jede andere auch, kann es ja nicht würdelos sein, wenn man als das bezeichnet wird, was man nun mal macht:nämlich putzen.

Putzen ist nicht entwürdigend, aber die Umwelt betrachtet es so und deshalb ist Dir das Wort Putzfrau ja auch unangenehm und genau deshalb sollte ein Chef Rücksicht nehmen und Menschen nicht dazu zwingen, sich dieser öffentlichen Geringschätzung aussetzen zu müssen.

@dandy100

Naja man muss ja auch nicht das Wort Putzfrau sagen. Wenn wir z.b gerade beim schlachter den Ttesen sauber machen und ich von einem Kunden angesprochen werde weil die denken dass ich verkäuferin bin ( ist schon paar mal vorgekommen) dann sage ich höflich, dass ich hier die Reinigungskraft und keine Verkäuferin bin, wo is da das Problem?

@Tina1610

Reinigungskraft hört sich einfach netter an als Putzfrau

@Tina1610

Ne, ich glaube da machst Du Dir selbst was vor, was soll sich denn an reinigen besser anhören als an putzen?

Wenn man zu Hause saubermacht, hat man nämlich kein Problem damit, zu sagen, dass man putzt oder sagst Du: Ich reinige gerade mein Bad". Ne, Du putzt gerade Dein Bad, oder?

Aber in dem Moment indem man das beruflich macht, wird es öfffentlich nicht mehr geachtet, weil das eben jeder kann und man dafür keine besondere Ausbildung braucht und weil es nämlich auch als eine typisch weibliche minderwertige Arbeit wahrgenommen wurde - denn einen Putzmann hat es ja seltsamerweise nie gegeben. Nur Frauen müssen immer den Dreck der Anderen wegmachen, Männer natürlich nicht.

Diese Diskriminierung ist auch der Hauptgrund, warum man das Wort Putzfrau durch das neutrale Wort Reingungskraft ersetzt hat- netter klingen tut das in Wirklichkeit auch nicht, aber man verbindet damit eben nicht direkt das Bild der Scheuerfrau (hat man auch mal früher gesagt) die auf den Knieen liegt, sondern eine ganz neutrale Arbeit.

Da siehst Du mal, dass man sich eben doch noch schämt, wenn man "nur" putzt, sonst hätte man nämlich kein Problem mit diesem Ausdruck - hat man ja bei sich zu Hause auch nicht - aber der diskriminierende Beigeschmack des Wortes "Putzfrau" ist eben immer noch in unseren Köpfen und nur deshalb finden wir diese Wort nicht besonders wohlklingend.

@dandy100

Zu Hause sage ich das Wort putzen auch nicht, da sage ich mache den Haushalt und fertig. Und dass der Job als Reinigungskraft eine reine Frauensache ist stimmt auch nicht ganz. Bei mir auf Arbeit gibt es auch zwei Männer, die als Reinigungskraft angestellt sind. Früher war es so, dass sowas die Frauen gemacht haben also zu Hause den Haushalt usw und die Männer sind arbeiten gegangen und haben das Geld nach Hause gebracht. Dem ist heut zu Tage aber nicht mehr so, weil heut zu Tage die Frauen genauso einen Beruf ausüben so wie die Männer. Desswegen ist es in der heutigen Zeit auch keine besonderheit mehr, wenn ein Mann als Reinigungskraft tätig ist.Und zu deiner Aussage, dass Reinigen eine Tätigkeit ist, die jeder kann: Sorry aber dann hast du sicherlich noch nie in der Reinigung gearbeitet. Nur weil man für diese Tätigkeit keine Ausbildung benötigt heißt es nicht, dass dieser Job einfach nicht. Auch sowas muss man lernen. Viele denken dass der Job einer Reinigungskraft nur darin besteht mit nem lappen hier und da bissjen zu wischen, zum schluss einmal durch saugen, kurz nochmal mitn Wischer rüber, fertig. Dem ist aber nicht so da es so viel mehr ist als nur das. Reinigungskräfte haben genaue vorschriften wie sie vorgehen müssen z.B beim feudeln die richtige Technik anzuwenden oder wie man profesdionell das Bad reinigt. Selbst der Lappen muss auf eine bestimmte Art gefaltet werden. Außerdem müssen wir eine Hygiene Schulung machen und wir sind ständig unter Zeitdruck. Man bekommt einen Auftrag und hat dafür nur eine geizig berechnete Zeit, schafft man es in der vorgeschriebenen Zeit nicht, fehlt eeinem einem die Zeit anderswo. Ichabef

@Tina1610

Ich habe schon oft erlebt, dass Leute gekündigt wurden weil sie den anforderungen nicht stand halten konnten. Die arbeiten werden auch immer strängstens kontrolliert und es wird jeder Krümel bemängelt, wird etwas gefunden, muss man nochmal dort hin und es ausbessern, diese Zeit die dabei verloren geht fehlt einem dann aber anderswo....Nur leider sehen die Leute es nie, wie hard dieser Job wirklich ist.

Reinigungskraft ist in der Gesellschaft leider kein sehr angesehener Beruf, weswegen sich deine Kollegin vermutlich dafür schämt, als solche erkannt zu werden.
Es sollte ihr meiner Meinung nach aber absolut nicht peinlich sein eine Reinigungskraft zu sein, da sie damit etwas für die Gesellschaft tut, indem sie sicherstellt, dass alles sauber und hygienisch bleibt, daher haben Reinigungskräfte definitiv meinen Respekt. Und noch mehr Respekt verdient es meiner Meinung nach, dass sie es zusätzlich zu ihrem Vollzeitjob noch als Nebenverdienst tut.

Ja genau genauso sehe ich es auch. Vielen Dank für die Antwort :-)

Ist es nicht verständlich, dass ein Beruf, der eine jahrelange Ausbildung vorrausetzt, mehr anerkannt wird als eine unqualifizierte Arbeit? Das heißt ja nicht, dass der Mensch selbst mehr wert ist, aber seine Arbeit wird einfach nicht genauso wertgeschätzt. Das ist zwar bitter, aber durchaus nachvollziehbar.

Und genau darauf sollte ein Chef Rücksicht nehmen und Menschen nicht dazu zwingen, sich dieser öffentlichen Geringschätzung aussetzen zu müssen indem sie sich so anziehen müssen, dass sie schon von weiten als Putzfrau erkannt werden - genau das ist dann nämlich wirklich demütigend.

@dandy100

Ich bin der Meinung, dass jeder Arbeitnehmer Anerkennung verdient hat, egal ob Reinigungskraft, KFZ Michaniker, Tierpfleger, Büroangestellter, Taxifahrer oder was auch immer....denn jeder Job ist auf seiner Art und Weise anstrengend.

Nunja, Reinigungskraft ist jetzt halt kein Job mit hohem Stellenwert, und auch leider ein Job in dem man viel Lob bekommt.

Kann das schon verstehen... Obgleich es hauptsächlich eine Ego-Sache ist, bzw. mit dem Selbstwertgefühl zusammen hängt wenn es einen peinlich ist.

Es sollte heißen, "nicht viel Lob bekommt".

Quatsch, was ist daran peinlich. Ist ein Job wie jeder andere, wenn auch kein besonders hoch angesehener. Zu unrecht. Das ist ein anstrengender Job. Bei uns nennen wir die Reinigungskräfte Raumpflegerinnen, hört sich besser an :) Genauso wie man zu Hausmeistern heute Facility Manager sagt :P

Aber an sich sind diese Bezeichnungen Quatsch. Da gibt's noch welche die hören sich deutlich höher an aber effektiv ist das trotzdem der Hausmeister und macht entsprechende Aufgaben. Auch wenn er "Facility Manager" oder sonstwas heißt. Macht den Job nicht besser.

(Nicht abwertend gemeint, aber der Job ist ja nicht unbedingt schön.)

@triopasi

Ist DEINER denn schön?

@Cora1205

Meiner Meinung nach ja.

@triopasi

Auch nur eine Meinung...ich finde Hausmeister sehr interessant...und auch schön. Nur die Menschen, mit denen dieser Beruf Umgang hat, sind selten "angenehm"!

@Cora1205

Ob ein Job gut oder schlecht ist, kann alleine der bewerten, der ihn ausführt. Was für den einen eine Qual ist, ist für den anderen Leidenschaft. Wir haben viele Hausmeister, die lieben ihren Job. Da gehört mehr zu als Flure zu wischen und Glühlampen auszuwechseln.

@Cora1205

Findest du? Ich finde die meist echt nett.

Aber ganz ehrlich: Was wäre dir lieber? Für einen schlechten Lohn harte Arbeit leisten und putzen bzw. für einen vermutlich ähnlichen Lohn das Gebäude in Schuss zu halten oder für deutlich mehr Geld, auf Gleitzeitbasis im Büro zu hocken?

Da hat der, der im Büro sitzt den besseren Job würde ich behaupten und es ist deutlich höher angesehen. (Wobei ich jetzt nicht behaupten will, dass ein Bürojob nicht auch anstehenden sein kann - nur halt auf einer anderen Ebene.)

@triopasi

"Da hat der, der im Büro sitzt den besseren Job würde ich behaupten."

Sehe ich genauso. Aber wie viele Menschen gibt es, die sich nicht mal vorstellen könnten, jeden Tag ins Büro zu gehen und am Schreibtisch zu sitzen. Die sind lieber an der frischen Luft körperlich aktiv, und das gerne trotz weniger Geld.

@Sneazzeeh

Trotzdem glaube ich kaum, dass diese Leute dann gern für Mindestlohn irgendwo putzen weil es ihnen so viel Spaß macht..

@triopasi

Es geht nicht darum, was mir lieber wäre...ich habe meinen Job. Aber ich würde niemals auf andere "herrunter gucken"...und mich auch nicht schämen, weil ich "nur" den Job habe...

Ich habe auch lange einen Hauptjob und einen Nebenjob gemacht...auch der war nicht "beliebt" aber was schert mich das Gesabbel von anderen, es ist mein Leben!

@Cora1205
weil es ihnen so viel Spaß macht.

Arbeit macht nicht Spaß ... außer wenn man vielleicht sein Hobby zum Beruf gemacht hat.

@Gesichtsaward

ICH habe diesen Satzteil nicht geschrieben!

Arbeit macht Spaß! DU hast nur den falschen Job!

@Cora1205

Na wenn du das sagst ....

Bin da vollkommen deiner Meinung, da gibt es nichts hinzuzufügen =)

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