Irreführung der Behörden

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Also, ein Straftatbestand ist die Irreführung als solche erstmal nicht.

Aber in der Regel werden Behörden mit Betrug und/oder Urkundenfälschung irregeführt, um ungerechtfertigt Leistungen zu erschleichen. Und das sind dann Straftatbestände.

es gibt eigentlich für alles einen Tatbestand. Wenn jemand zB doppelt Stütze beantragt unter zwei versch. Namen, ist das sicher auch Irreführung, aber auch sog. Unterstützungsbetrug. Oder man gibt einen falschen Namen an, weil man nicht sich selbst, sondern seinen Kumpel reinreißen will. Auch Irreführung, aber nur ne Owi - falsche Namensangabe. Da viele den korrekten Tatbestand nicht kennen, fällt das dann global unter Irreführung...

Wenn Du ein Amt um Geld "erleichterst" dann fällt das immer unter die Rubrik Betrug.

Ich meinte aber nur strafrechtlich relevante Straftatbestände, die in einem Paragrafen mit dem Titel "Irreführung der Behörden" genannt sind.

Es gibt keine spezielle Straftat, die sich Irreführung der Behörden nennt. Das wäre ja auch viel zu pauschal, denn wenn ich einer Behörde meine Körpergröße um 1 cm zu wenig angebe, ist diese "Irreführung" weniger schlimm als wenn ich mir 10 Millionen an Subvention erschwindele. Die Irreführung dürfte also hauptsächllich im finanziellen Bereich stattfinden und dort unter Betrug laufen.

Sicher gibt es Staftatbestände, die verhindern sollen, dass die Ermittlungsbehörden in die falsche Richtung ermitteln. Dazu zählt vor allem der Tatbestand der "Falschen Verdächtigung" (§ 164 StGB).

Ein Tatbestand der "Behinderung der Justiz" gibt es in Deutschland so generell nicht. In den USA scheint es einen solchen Tatbestand aber zu geben, denn in amerikanischen Filmen taucht dieser Vorwurf häufiger auf.

Irreführung kann unter bestimmten Umständen als Betrug ausgelegt werden.Da solltest du mal suchen. § 263 (1):

"Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."

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