Anzeige wg. Fahrerflucht zurückziehen?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Eine Strafanzeige kann man nicht zurückziehen. Sie vermittelt der Polizei nämlich nur das Wissen, dass eine - vermeintliche - Straftat geschehen ist. Und man kann ja schlecht sagen „hab mich vertan, war doch nix“. Ein derartiger Rückzieher ist nur bei einem sogenannten Strafantrag möglich. Dieser ist hier aber nicht einschlägig.

Wenn es die Nachbarn waren und sie wussten, dass es sich um dein Auto handelt, dann ließe sich durchaus argumentieren, dass der Straftatbestand der Unfallflucht gar nicht erfüllt ist. Dies würde aber voraussetzen, dass du der Polizei mitteilst, was geschehen ist. Scheint so, als ob du dies nicht möchtest.

Die Alternative wäre der Polizei nichts zu sagen. Dann ermittelt sie umsonst, was für den Steuerzahler natürlich blöd ist. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass sie dem Namen des Fahrers herausfindet.

Eine aus deiner Sicht richtige Lösung des Falles gibt es demnach nicht. Objektiv korrekt wäre es wohl der Polizei den Namen der Nachbarn mitzuteilen.

Sag ihnen Bescheid, aber die Polizei ermittelt trotzdem und wird die Nachbarin zur Befragung einladen. Sie hat den Unfallort unerlaubt verlassen da ist es der normale Ablauf das sie ermitteln. Wenn sie sagt das sie direkt den Zettel bei dir eingeworfen hat ist nicht viel zu befürchten. Dennoch muss die Polizei einen Bericht schreiben und die Staatsanwaltschaft wird das Verfahren bestimmt einstellen.

Ich hatte so einen ähnlichen Fall vor paar Wochen.vorm Kindergarten ist mir eine drauf gefahren, als ich zum Auto kam war die ganze Seite kaputt und keiner da. Die kam nach 5 min aber. Haben Nummern ausgetauscht und ich bin zur Arbeit. Kurze Zeit später rief mich die Polizei an ich soll das Auto vorzeigen. Ich wurde nicht gefragt und trotzdem haben sie ein Verfahren eingeleitet obwohl sie wussten das die Frau von selber kam. Irgendjemand hat den Unfall gesehen und die Polizei gerufen. Für mich war ja das Thema erledigt und trozdem kam Post von der Staatsanwaltschaft. Das Verfahren wurde eingestellt...

Das ist ein Offizialdelikt und wird verfolgt (also die Fahrerflucht). Aber sie haben ja keine begangen, weil sie sich ja gemeldet haben. Streng genommen hätten sie am Auto einen Zettel hinterlassen müssen oder warten müssen, aber da ihr euch ja kennt gilt das sicher nicht als Fahrerflucht. Die Polizei ist sicher froh, wenn sie den Fall schließen kann. Ich würde kurz anrufen und sagen, dass es Bekannte waren und sich die Sache erledigt hat. Ich glaube nicht, dass die das dann weiter interessiert. Es ist ja auch sinnvoll den Zettel bei dem Wetter an der Tür anzubringen. Draussen würde er eh nur durchnässen.

Anständig von den Nachbarn es zuzugeben :)

Ein Zettel am Auto hinterlassen, langt nicht. Wenn man das macht und wegfährt, ist man unter Umständen auch wegen Fahrerflucht dran. Man wartet ne gewisse Zeit oder wenn es auf einem Kaufhausparkplatz ist, läßt man den Fahrer ausrufen oder notfalls die Polizei holen.

Ansonsten stimme ich dir zu.

@Topses

Stimmt du hast Recht - jetzt wo du es sagst, fällt es mir wieder ein. Ein Polizist hat mir das auch mal gesagt, dass ein Zettel nicht ausreicht. Aber ich hoffe doch wohl mal, dass das jetzt nicht aufgebauscht wird, weil das echt Zeitverschwendung ist. Ich würde auch einen Zettel beim Nachbar in den Briefkasten werfen. Da kriegt er den auf alle Fälle und ich bin ja bereit den Schaden zu beheben.

Der Straftatbestand "Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, § 142 StGB" ist kein Antragsdelikt, und somit kann folglich auch kein Strafantrag zurückgezogen werden. Über den weiteren Verlauf der Ermittlungen entscheidet der Staatsanwalt. Ein Zettel an der Haustüre oder am Auto reicht NICHT aus um sich vom Unfallort zu entfernen. Man muss schon den gleichen Aufwand betreiben, wie die Polizei auch, um den Halter des geschädigten Fahrzeuges zu erreichen.

Sind es unmittelbare Nachbarn? Wenn ja, könnten sie den Tatbestand des Entfernens nicht erfüllt haben (§ 142 StGB " Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, ")

Eine Anzeige kannst du nicht zurückziehen, einen Strafantrag aber schon. Allerdings ist für die Strafverfolgung beim 142 kein Strafantrag erforderlich, so dass die Polizei weiter ermitteln wird.

Wie dem auch sei, du solltest mit den Nachbarn reden und sie über das Strafverfahren informieren.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung
Wenn ja, könnten sie den Tatbestand des Entfernens nicht erfüllt haben

Bitte? Nachdem sie ja offensichtlich nicht am Unfallort waren, haben sie den tatbestand doch offensichtlich erfüllt.

@AalFred2

Definiere: "Entfernen".

@furbo

Seinen Aufenthaltsort ändern von Unfallort nach sonstwo.

@AalFred2

Aha... wenn ich also 5 m weitergehe ändere ich dann schon meinen Aufenthaltsort, oder sind es 10m oder 20m oder 100m die Straße rauf, oder wenn ich als Nachbar in meinen Vorgarten gehe? Wie weit oder wohin darf ich mich wegbewegen?

Im übrigen: was ein Konjunktiv ist, das weisst du?

@furbo

Nein, wenn du so weit gehst, dass du dich nicht mehr als Unfallverursacher am Unfallort zu erkennen geben kannst. Das Nachbarhaus ist nicht der Unfallort. Und an selbigem waren sie ja offensichtlich nicht, da sie ja sonst keinen Zettel hätten kleben müssen, sondern direkt Bescheid hätten sagen können.

Schilder doch mal den Fall, in dem es kein Entfernen wäre.

@AalFred2

Da reicht ein Blick in den Kommentar zum 142 und der sagt u.A. "Sichtweite".

@furbo

Wo die Nachbarn ja offensichtlich nicht waren, da es ansonsten weder zur Anzeige gekommen wäre, noch eines Zettels bedurft hätte.

@AalFred2

Offenbar kapierst du nicht, wie ich an die Sache rangegangen bin. Bei der Würdigung einer Rechtslage aufgrund Schilderung Dritter, zeige ich ausschließlich die vorhandenen Möglichkeiten auf. Bei einem unmittelbaren Nachbarn ist es jedenfalls eine Möglichkeit, die man nicht unüberprüft lassen sollte. Um letztlich und tatsächlich festzustellen, ob und wie der TB eines Strafgesetzes erfüllt wurde, obliegt dem Gericht. Deshalb schreibe ich in solchen Fällen grundsätzlich im Konjunktiv. Wenn du daraus was Absolutes machst und deine eigene persönliche Definition von "Entfernen" benutzt, ist es deine Sache, an der du nicht meine Hinweise messen solltest.

Offensichtlich bin ich nicht alleine mit meiner Auffassung, da ein anderer Antworter ähnlich argumentiert.

@furbo

Aha, du bist also der Ansicht, wenn man sich einfach neben den Unfallort stellt, ohne sich als Unfallverursacher erkennen zu geben, den Tatbestand des unerlaubten Entfernens nicht erfüllt. Das ist grundsätzlich falsch.

Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren. Wie genau könnte sich zur Schilderung des Fragenden passend die Situation abgespielt haben, so dass es kein unerlaubtes Entfernen wäre? Mir geht da die Vorstellungskraft ab.

@AalFred2

Meine Ansichten kennst du nicht. Sie entsprechen jedenfalls nicht deinen Vorstellungen.

@furbo

Hilfst du mir noch auf die Sprünge? Wie genau könnte sich zur Schilderung des Fragenden passend die Situation abgespielt haben, so dass es kein unerlaubtes Entfernen wäre?

Falsch!

Ja wir wohnen in einem mehrpateien Haus und es waren die direkten Nachbarn. Sie haben sich nicht gleich gemeldet, weil sie bei den Vermietern erstmal nachgefragt haben zu wem das Auto gehört.

@Veruca87

Dann würde ich so argumentieren, dass kein Entfernen vorlag. Es ist übrigens strittig, ob die Erfüllung des Tatbestandes von einem Einverständnis des anderen Unfallbeteiligten abhängt. Jedenfalls würde ich als Geschädigter mein Einverständnis für ein Entfernen (so es überhaupt vorlag) erklären.

Was ihr auf keinen Fall machen solltet, wäre die Sache für euch zu behalten und hoffen, dass die Polizei nichts rauskriegt. Ihr solltet zur Polizei und "gestehen".

Was möchtest Du wissen?