Hausbau kosten von 200.000 € realistisch? wer hat Erfarungen

5 Antworten

Hier wurde jetzt leider keine Angabe gemacht wieviel Eigenleistung erfolgen soll.

Ich wäre aber bei einem so günstigen Preis nahe FFM kritisch. Wir vor einem halben Jahr eine Bestandsimmobilie gekauft (20km von FFM), hatten aber im Zuge der Kaufabsicht auch viele Neubauprojekte besichtigt.

Ein geplantes Objekt (Reihenmittelhaus, 35 km nördlich von FFM) kam dabei in die engere Wahl und sollte eigentlich unser Haus werden (Reservierung beim Makler war schon bezahlt). Es handelte sich um einen kleinen Grundstücksanteil (Garten ca. 15 qm), RMH 110 qm, AK in etwa 210 000 Euro zzgl Sonderwünsche und Erwerbsnebenkosten. Nicht im Preis enthalten waren Boden- und Wandbelag.

Das Objekt wurde letztendlich vom Bauträger nicht an uns verkauft.

Wir haben die Unterlagen prüfen lassen und dem Bauträger eine Liste mit Fragen gestellt (Statik war lt. Bauplänen teilweise nicht gegeben, nur allgemeine Angaben wie z.B. "Schalter weiß", keine Festlegung der Qualität der verbauten Materialien etc.). Der Bauträger teilte uns daraufhin mit, dass man diese Fragen nicht beantworten wird und das Objekt nicht an uns verkaufen wird.

Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass wir das nicht gemacht haben.

Für nur 200.000 Euro ein Haus inkl. Grundstück scheint mir selbst in billiger Ausführung zu schlecht kalkuliert.

 

Freunde von uns haben bei Gießen grade ein Grundstück erworben (900 qm) und bauen ein freistehendes EFH mit etwa 200 qm und zahlen trotz hoher Eigenleistung in etwa 400.000 Euro.

 

Ich würde also eher 350.000 Euro einplanen.

Hi Julia, 

ein Haus inklusive Grundstück (in deinem Beispiel 50.000 € zzgl. Grunderwerbssteuer (abhängig vom Bundesland zwischen 3,5 und 6,5% + ggf. Makler und auf jeden Fall Notargebühren) für rund 200.000 Euro mit allem drum und dran, kann eng werden. 

Bei günstigen Anbietern kannst du bei einem Hausgrundpreis (inkl. Bodenplatte) bei ca. 950€ pro Quadratmeter landen, hast dann aber noch keinen Garten, keine Ausstattung und weder Parkett oder Tapeten. Immerhin jedoch ein sonst fertiges Haus. 

Auf 140 Quadratmeter gerechnet: 
950€ * 140 QM= 133.000 €

Plus Grundstück: 
50.000 Euro + Grunderwerbssteuer (1.750 - 3.250€) + Notar (~1% oder 500Euro) + Makler (wenn es ihn gibt: 5-7% - 2.500 bis 3.500 Euro) 

= rund 58.000 Euro 

In Summe: 191.000 Euro ohne Küche, Möbel, Badarmaturen, Außenanlage, Wege etc. - und das ohne Sachverständige für Bodenprüfung (da kannst du vermutlich auf die Erfahrungen deiner Bekannten zählen) und ohne Erdarbeiten oder Baumfällungen. 
Weil du in Hessen bauen willst, fallen noch mal 1.500 Euro für einen Prüfstatiker an (der ist leider Pflicht).

Mit einem Ausbauhaus lassen sich rund 20.000 Euro sparen - das nimmt aber auch einige Zeit in Anspruch und sollte gegengerechnet werden.

Es lässt sich natürlich auch an der Hausgröße sparen, wodurch die Gesamtkosten deutlich gesenkt werden, nur sollte immer auch Lagerfläche und Platz für Haustechnik in Erinnerung gerufen werden. 

Du siehst bei der Summe darf nicht viel wackeln. Allerdings kannst du ab dem Energiestandard KfW 55 Förderungen kassieren (5% auf einen Kredit bis 100.000 Euro mit aktuell 0,75 % p.a.). Die Mehrkosten in Prozent, um das Haus auf den Standard zu bringen, liegen bei ungefähr 7-7,5%.

Fürs Beispiel:

133000 +7,5%= 142.975 (der Einfachheit halber 143.000 Euro).

143.000 + Grundst. 58.000= 201.000 Euro 

Dank KfW-Tilgungszuschuss von 5.000 Euro landest du damit bei 196.000 mit der Ausbaustufe schlüsselfertig. 

Wenn du noch fragen hast, immer her damit. Ich hoffe wir konnten dir damit helfen.

es gibt eigentlich drei entscheidende faktoren: 

1. die konstruktion   

2. die bauweise

3. der eigenleistungsanteil

wenn das grundstück 50.000 (500m² * 100€) kostet, kann man mit 150.000 zwei häuser bauen, wenn man eine simple konstruktion und weine günstige bauweise wählt, außerdem viel selbst macht. wenn man ein komplexes haus baut, eine aufwendige bauart wählt und dann auch noch alles machen lässt, bekommt man für die 150.000 kaum mehr als ein halbes haus!

wenn ICH jetzt ein haus bauen müsste, würde ich ein absolut rechteckiges holzständerhaus mit einfachem sattel(binder)dach und ohne keller bauen.  

kann man vieles leicht selbst machen, geringe materialkosten, man braucht kaum schweres gerät (1 tag mal nen kran) und man muss das mauerwerk nicht austrocknen lassen, weils kein mauerwerk gibt :D   

außerdem gut dämmbar.

tipp: flächengeothermieanlage mit elektr. wärmepumpe

Ich sag's mal so: bei uns ist das Grundstück vorhanden, und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Neubau in vergleichbarer Größe mit einem Budget von 200 k€ nicht mit unseren Ansprüchen vereinbar wäre. Wenn man dann noch 50k für das Grundstück einplanen muss (was ich für quasi geschenkt halte), dann muss man schon sehr billig bauen.

Das Grundstück allein kostet bereits 50.000 Euro. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, beim heutigen Niedrigzins Immobilien zu erwerben oder zu bauen. Voraussetzung ist etwas Eigenkapital. Ansonsten ist es zu riskant. Ein Fertighaus mit Eigenleistung ist für den Preis zu bekommen. Rechnet aber sicherheitshalber noch was drauf, denn ihr dürft die Nebenkosten (Gebühren, Einträge etc.)  nicht vergessen. Ihr solltet also noch über Reserven verfügen. Sprecht mit der Bank eures Vertrauens.

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