Gilt bei einem getrennten Rad- und Gehweg der Radweg als Teil der Straße?

 - (Recht, Auto und Motorrad, Fahrrad)

3 Antworten

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Der Radweg ist Teil der Straße, genauso wie es auch der Gehweg ist. Die Straße ist der Verkehrsweg als ganzes. Wenn es einen Reitweg gäbe, würde auch der zur Straße gehören. Umgangssprachlich wird die Fahrbahn als Straße bezeichnet, das ist rechtlich aber nicht richtig.

§ 37 StVO (2) 6. sagt:

Wer ein Rad fährt, hat die Lichtzeichen für den Fahrverkehr zu beachten. Davon abweichend sind auf Radverkehrsführungen die besonderen Lichtzeichen für den Radverkehr zu beachten.

Der Radweg ist eine Radverkehrsführung, wenn es dort spezielle Radfahrer-Lichtzeichen gibt, dann gelten diese, sonst gilt die ganz normale Fahrbahnampel. Unabhängig davon, ob dort eine Haltelinie aufgemalt ist.

Wenn es sich um eine Einmündung von links handeln würde und die Haltelinie nicht über den Radweg gezogen worden wäre, könnte man diskutieren ob ein dort fahrender Radfahrer den Schutzbereich der Ampel überhaupt befährt. Das ist hier aber nicht der Fall, die Ampel gilt also.

Wenn die Verkehrsplaner entschieden hätten, dass die Fahrradfahrer nicht anhalten müssten, hätten sie den Radweg auch nicht mit einer "Haltelinie" ausgestattet, sondern sie weggelassen.

Mit welchem Recht willst du als Radfahrer die "Haltelinie" ignorieren und sie überfahren?

Ich habe nirgends geschrieben mir das Recht zu nehmen sie zu überfahren. Es war lediglich eine komische Situation, weil an dieser Stelle von rechts keine Strasse kam sondern nur eine Ampel zum passieren der Fussgänger.

@lutzeslife

Manchmal wird ja optisch der Radweg noch um die Ampel rumgeführt.

Ist doch egal , da sich die meisten Radfahrer sowieso nicht an Verkehrsregeln halten .

Steht die Ampel auf der rechten Seite des Radweges fahren die meisten bei roter Ampel einfach durch oder einfach rechts über den Gehweg an der Ampel vorbei . Sehe ich jeden Tag auf der Fahrt zur Arbeit mehrfach . Zum Kotzen .

Sorry es geht nicht darum ob man sich schlussendlich dran hält oder nicht, sondern auf welcher Grundlage das fußt. Macht es einen Unterschied ob die Ampel rechts oder links vom Radweg steht?

@lutzeslife

Ich würde sagen stünde sie links auf der Strasse oder neben dem Radweg gilt sie nicht für den Radweg .

„da sich die meisten Radfahrer sowieso nicht an Verkehrsregeln halten“

Nicht mehr oder weniger als andere Verkehrsteilnehmer.

@Olokun

Das ist ja echt lächerlich . Jeden Tag sehe ich wie Radfahrer über rote Ampeln fahren . Ich bin im Auto noch nie bei rot gefahren . Jeden Tag sieht man wie Radfahrer durch Einbahnstrassen in falscher Richtung fahren . Ich bin im Auto noch nie falsch durch eine Einbahnstrasse gefahren . Jeden Tag sieht man wie Radfahrer in der Fussgängerzone fahren . Ich bin im Auto noch nie durch eine Fussgängerzone gefahren . Das könnte ich unendlich so fortsetzen . O.K. , gelegentlich gibt es auch Autofahrer , die sowas machen . Aber weil es so selten vorkommt bemerkt man es nicht . Aber fast alle Radfahrer machen es .

Also deutlich mehr als andere Verkehrsteilnehmer .

@pegro2

KeinerNatürlich verstoßen Radfahrer gegen andere Regeln als Kraftfahrer. Aber nicht öfter. Oder willst Du mir erzählen das Du niemals schneller als 50,00km/h innerhalb der geschlossenen Ortschaft fährst? Ich sehe wenn ich Auto fahre praktisch keinen Kraftfahrer, der sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält! Alle verstoßen dagegen, ständig!

@pegro2

Ich weiß ja nicht, wo Sie leben, aber hier sind fast alle Einbahnstraßen freigegeben. Hin und wieder passiert es aber, dass einige alten Säcke meinen, das wäre nicht so. Selbiges gilt beim Rollern durch die Fußgängerzone; das ist erlaubt, auch ohne Radfreigabe. Oder der Benutzung von Zebrastreifen. Oder beim nicht-benutzen nicht benutzungspflichtiger Radwege. Mir fällt ziemlich oft auf, dass diverse Autofahrer die Regeln selbst nicht kennen.
Zu den ganzen Parkverstößen, die ich jeden Tag umfahren darf, sag ich lieber mal nichts.

@spmuc

Ja , ich kenne auch eine Einbahnstrasse die für Radfahrer freigegeben ist . EINE . Aber deshalb meinen gleich alle Radfahrer das gilt für alle Einbahnstrassen . Das schieben der Räder in der Fußgängerzone ist ja erlaubt . Aber sobald man auf dem Rad sitzt wird daraus halt fahren . Und das ist in allen Fußgängerzonen die ich hier in OWL kenne , verboten . Und das fahren über Zebrastreifen , um die Strasse zu überqueren , ist generell verboten . Ausser es gibt Zusatzschilder durch die es explizit erlaubt ist . Oder es ist ein rot markierter Radweg , der neben dem Zebrastreifen entlanggeht . Und bei benutzungspflichtigen Radwegen fahren auch sehr viele auf der Strasse und wundern sich dann wenn sie Probleme bekommen . Stinkefinger an die Autofahrer ist da noch das harmloseste .

@pegro2
Also deutlich mehr als andere Verkehrsteilnehmer .

Selektive Wahrnehmung ersetzt als wissen oder wie jetzt?

Aber fast alle Radfahrer machen es

Nein.

@pegro2
Und das fahren über Zebrastreifen , um die Strasse zu überqueren , ist generell verboten

Steht wo? In der StVO finde ich dieses Verbot nicht.

@pegro2

Nicht nur das Schieben ist erlaubt, auch das Rollern, wenn man nicht auf dem Sattel aufsitzt, weil das Rad dann zumindest aus juristischer Perspektive nur geschoben wird (auch wenn das ziemlich schnell geht). Der Zebrastreifen darf sehr wohl benutzt werden (siehe HKD/König, 44. Aufl., § 26 StVO Rn. 14), es gibt dann aber natürlich keinen Vorrang.

Die rot markierten, parallel zum Zebrastreifen geführten Furten sagen nichts aus (insb. keinen Vorrang!) sofern nicht noch zusätzliche Beschilderung vorhanden ist, z.B. als Vorfahrtstraße, was aber einige Städte öfters verschlafen (die wenig radfreundliche Stadt München z.B. https://twitter.com/bicionado/status/988825210945236992 – ich gehe Mal davon aus, dass Ihr Beispiel so ähnlich aussieht).

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