Gewerbliche Hundezucht mit 2 Würfen pro Jahr oder 2 Würfen je 12 Monaten?

5 Antworten

Wenn du dich, was die Einnahmen angeht, an der Grenze zur gewerblichen Zucht bewegst, solltest du sicherheitshalber alle Ausgaben dokumentieren, dass nicht am Ende das Finanzamt kräftig kassieren kommt.

Ich bin schon vom Umsatz von 17500 Euro ewig weit entfernt. Gewinn von über 2000 Euro ist auch Unsinn. Das Problem ist, dass das Veterinäramt zu sagen scheint, dass ich zwar die Umsätze nicht dokumentieren muss, dass wenn ich das entsprechend dem Gesetz nicht tue, sie aber automatisch hoch rechnen, dass es sich um eine gewerbliche Zucht handelt, weil was nicht belegt ist (auch wenn ich gar nicht muss) auch nicht existiert.

Ich züchte aufwändig, wenn auch ohne Verein. Meine Welpen und ihre Aufzucht können rund um die Uhr per Webcam beobachtet werden, ebenso wie alles außerhalb der Wurfkiste / des Zuchtgeheges passiert, fotografisch dokumentiert wird. Alles wird in enger Zusammenarbeit mit dem Tierarzt gemacht (was teuer ist aber gut für die Welpen, wenn man Erfahrungen erst sammelt).

Wie gesagt: ich habe nirgends etwas darüber gefunden, welchen Gewinn eine Hobbyzucht machen darf und dass das Veterinäramt überhaupt da irgend etwas zu sagen hat. Wo immer es um Summen geht, steht nur dazu, was das Finanzamt sagt und haben will. Bleuibt man unter 17500 Euro Umsatz, muss man nichts vorrechnen. - Außer eben wenn das Veterinäramt kommt und sagt, dass nun SIE die Unterlagen haben müssen, von denen das Finanzamt sagt, dass ich sie nicht sammeln muss. Ich finde das merkwürdig.

@Hundenarren

Das Veterinäramt will an den Unterlagen vermutlich abschätzen, ob eine gute Haltung gewährleistet ist.

@taigafee

Sie prüfen dafür regelmäßig das Apothekenbuch meines Tierarztes. Was ich total absurd fand war, dass sie Ausgaben nicht anerkannten, die im Apothekenbuch festgehalten waren, nur weil ich die entsprechende Rechnung nicht vorlegen konnte.

@Hundenarren
Bleibt man unter 17500 Euro Umsatz, muss man nichts vorrechnen.

Das ist so nicht richtig. Die Grenze von 17500 Euro Umsatz betrifft nur die Umsatzsteuerpflicht. Einkommenssteuer musst für jeden Euro (gewerblichen) Gewinn bezahlen. Daher ist es durchaus sinnvoll, zumindest die Belege aufzubewahren um ggf. einer unvorteilhaften Schätzung widersprechen zu können.

@Hundenarren

Das ist vielleicht auch richtig so. Wer weiß, ob da nicht öfter mal gemauschelt wird.

Zwischen jedem DECKAKT sollen mind. 10 Monate liegen ..... zum Wohle der einzelen Hündin.

Jeder verkaufte Welpe ist einen EINNAHME. Meldest du das nicht dem Finanzamt, ist es Steuerhinterziehung!
Dagegen werden allerdings sämtl. Kosten aufgerechnet: Futter, TA, Zubehör etc.

Ähm, ich nehme an, dass du keinem Zucht-Verein angehörst? Dann könntest du ja einfach da nachfragen. Du wirst hier und auch in keinem anderen Hundeforum Hilfe zur sinnfreien Hundevermehrung finden, sorry. Zudem wirst du ja deine Hündinnen hoffentlich nicht bei jeder Läufigkeit decken lassen...

Ich mache nicht DICH dafür verantwortlich dass Vereine die Zucht des "popular sire" praktizieren, weil ja Preisträger so toll sind. Ich mache dich nicht dafür verantwortlich, dass zu viele Vereine Hunde per Zucht zu fast lebensunfähigen Karrikaturen gezüchtet haben. Ich schimpfe nicht auf dich, nur weil so viele Vereinszüchter Stall- und Zwingerzucht betreiben, weil ja Hunde keine Liebe brauchen und nur die Rassemerkmale zählen. Du bist auch nicht Schuld, dass nicht selten (bei mir UND bei einem Freund) ein Hund mit gefälschten Papieren verkauft wurde, weil ja Vereine so zuverlässig sind.

Denn nur weil so oft so viel von Vereinen und deren Mitgliedern falsch gemacht wird, bedeutet das nicht, dass alle Vereinszüchter so drauf sind.

Ich schlage vor, dass Du auch im Gegenzug nicht jeden Hobbyzüchter, der sich vielleicht mehr Mühe mit seinen wenigen Tieren gibt als jeder Vereinszüchter es mit seinen kann, über einen Kamm scherst.

@Hundenarren

Ich behaupte auch nicht, dass du deine Hunde quälst oder die Welpen aus dem Kofferraum verkaufst oder sowas. Ich hab lediglich gesagt, wie die meisten Leute hier und in anderen Hundeforen drauf sind. Und natürlich gibt es auch in seriösen Vereinen schwarze Schafe, wir sind halt alles Menschen und nicht perfekt, keine Frage, aber dass Vereine per se eine schlechte Sache sind ist unwahr.

Ein Jahr ist normalerweise ein Kalenderjahr, und das Finanzamt geht im Normalfall davon aus, dass bei zwei Würfen im Jahr kein nennenswerter Gewinn anfällt.

Für mich sieht es auch so aus, als wolle man Dir Steine in den Weg legen. Da bleibt Dir wohl nichts anderes als einen Rechtsanwalt zu nehmen.

Falls es so ist, dass Deine Haltung grenzwertig ist, würde ich das natürlich zu allererst mal ändern. Letztlich behalten sich die Behörden nämlich eine gewisse Auslegungsfreiheit vor, und dann könntest Du Pech haben.

Ok, viel geschrieben und Disclaimer vergessen. Man darf einfach nicht vergessen, dass man im Internet ist und Fronten schon vor Jahren verhärtet waren und ausgefochten werden, komme was wolle.

Ich habe in Zusammenarbeit mit Tierarzt und - ja - auch dem Veterinäramt eine Hobbyzucht ohne Papiere begonnen, aus der später eine gewerbliche Zucht werden soll, wenn meine Tochter mit ihrem Studium so weit ist (Veterinärmedizin). Wir züchten ohne Papiere, aber dennoch mit allen Mitteln, die auch der VDH fordert. Also Röntgenauswertung durch meinen Tierarzt, Gentest (bei der Akita Inu Hündin), Vorschriften zur Haltung und Aufzucht und vielem mehr. Auch die Deckrüden haben wir so weit noch nicht geschehen auf unsere Kosten röntgen und testen lassen. Nach 52 Welpen in 6 Jahren hat nicht EINER HD und nur einer ED - und das durch einen Unfall.

Man muss nicht in einem Verein züchten, um Hunde korrekt, artgerecht und gesund zu vermehren.

Ich kritisieren nicht jeden Vereinszüchter nur weil so viele Vereine Probleme mit "popular sires" haben oder Merkmale heraus gezüchtet haben, die schädlich für die Hunde waren (siehe Bulldoggen, Möpse, Schäferhunde, die riesen Berner Sennenhunde, ..... ). Ich prangere nicht an, dass andere Vereinszüchter durchaus mal Stammbäume fälschen und mir eine Züchterin ein Angebot für meine größere Hündin machte und meinte Papiere wäre leicht nachträglich zu besorgen.

Ich fände nett, wenn diese Rücksicht erwidert würde und man sich informiert, wie TATSÄCHLICH gezüchtet wird, bevor man alle über einen Kamm schert.

Quertreiber haben es immer schwer. Versuch gelassen zu bleiben. Zeig Verständnis für die Zweifel des Vet-amtes, soweit möglich. Lobe ihre Arbeit, stelle Fragen anstatt gegen sie anzukämpfen, etc. Vieles kann man mit sozialer Intelligenz lösen.

Was möchtest Du wissen?