Fußball Körperverletzung

8 Antworten

Tatbestandlich ist es immer eine Körperverletzung, wenn man jemand anderen verletzt. Entweder eine fahrlässige oder eine vorsätzliche. Beim Fußball, und vielen anderen Sportarten, geht man aber in der Regel davon aus, dass man als Mitspieler in diese Verletzung einwilligt. Man nimmt also zu Spielbeginn in Kauf, dass man gefoult werden könnte und sich dabei ggf. auch verletzen kann. Die Grenze dieser Einwilligung wird man bei einem brutalen Foul oder einer sonstigen vorsätzlichen Verletzung ziehen können. Da kommt selbstverständlich eine Verurteilung wegen Körperverletzung oder sogar gefährlicher oder schwerer Körperverletzung in Betracht.

Es gib Sportarten und auch Jobs mit hohem Gefährdungsrisiko. Wenn aber ein Beteiligter einen anderen unsportlich und mit Absicht (!) verletzt, so begeht er Körperverletzung. Je nach Art und Folge ist das dann eine einfach, eine gefährliche oder schwere Körperverletzung. Da sich die "Absicht" im Kopf des Täters abspielt , ist der Beweis nicht immer zu erbringen. Oft ist es aber auch klar erkennbar: Nach einem frustrierenden Spielzug ist der Ball schon weiter unterwegs. Der "frustrierte Spieler " rächt sich nun, indem er den anderen - nach dem Spielzug - in den Bauch tritt. Das wäre (mit dem stabilen Fußballschuh - gefährlicher Gegenstand) eine gefährliche Körperverletzung.

JA.

Zwar gibt es im Sport die Einwilligung einer Körperverletzung: Beispiel Boxen - wer in den Ring steigt, muß damit rechnen, "eins auf die Nase" zu bekommen. Hier kann keine KV geltend gemacht werden, der Boxer erklärt sich (entweder implizit durch Betreten des Rings oder explizit mittels Vertrag) dazu bereit, daß ihm ggfs. weh getan wird.

Allerdings beschränkt sich diese Einwilligung nur auf Verletzungen, die typischerweise bei diesem Wettkampf auftreten. Dazu das BayObLG, Urt. v. 3.8.1961:

Liege freilich ein grober Regelverstoß, insbesondere eine vorsätzliche Mißachtung der Sportregeln, vor, so werde von einer solchen Einwilligung keine rechtfertigende Wirkung ausgehen können

Dazu auch ein Beispiel aus dem Boxen: Mike Tyson vs. Evander Holyfield - Das abgebissene Ohr war definitiv eine KV.

Allerdings werden solche Delikte meist durch Sportgerichte geklärt, nicht durch die normale Justiz.

Als Ex-Schiri wünsche ich Dir für diesen Prozess viel Erfolg. Die hohen Kosten stellen wir mal ins Abseits!

Volle Absicht ist nur dann möglich, wenn dies der Spieler, der die Tätlichkeit auch begangen hat, zugibt. Streitet er die volle Absicht ab und stellt dies als Versehen dar weil er auf etwas anderes geachtet hat, stehst Du im Prozess im Regen und hast nur unnötige Kosten. Was steht im Spielbericht des Schiris? Wurde er wegen Tätlichkeit vom Platz gestellt.

Das sind nur einige, wenige Kriterien um erfolgreich eine Klage durchzuziehen. Du brauchst Zeugen, Beweismaterial und und und..........!

Ich hab nicht so einen Prozess :D Hab nur mal so gefragt.

ja - ist erst am sonntag in oberbayern bei einem c-klassen-spiel passiert. der täter wurde noch auf dem spielfeld verhaftet. er hatte seinem gegner mit voller absicht mit dem stollenschuh ins gesicht getreten und ihn schwer verletzt. der richter hat haftbefehl erlassen.

es kommt noch dazu, daß das opfer bereits auf dem boden lag als der täter zugetreten hat.

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