fahrerflucht trotz Unwissenheit?

16 Antworten

Auf parkplätzen gilt erhöhte Aufmerksamkeit. An der hast du es offensichtlich fehlen lassen, da du trotz Blendung quasi blind weitergefahren bist und nicht sofort angehalten hast. Und das an einem Zebrastreifen! Das ist grob pflichtwidrig und an deiner Schuld besteht kaum ein Zweifel. Komm bloß nicht auf die Idee, vor Gericht auch noch deine "Unwissenheit" in den Vordergrund zu schieben. Gerade die macht es eher noch schlimmer...

Auf unerlaubtes Entfernen vom Unfallort steht Geldstrafe bis 3 Jahre Gefängnis...

Du kannst nur Deine Aussage so machen, wie Du sie für richtig hältst.

Allerdings finde ich es schon reichlich merkwürdig, daß man es nicht "merkt", wenn man jemanden über den Fuß fährt... Man fährt bei Dunkelheit mit Licht und auf einem Parkplatz im Schrittempo - selbst wenn man geblendet wird, sollte man sowas mitbekommen. An einem Zebrastreifen hält man IMMER an, wenn jemand die Straße überqueren will. Ansonsten sind Deine Fahrkünste sehr anzuzweifeln. Du wirst sicher eine Strafe bekommen.

In schritttempo bin ich gefahren. Die person war keines falls vor meinem auto och konnte nur links an der Seite nichts erkennen.Es tut mir so leid und gemerkt habe ich ea jixht da dort ein kleiner Bürgersteig ist ich dachte da wäre ich riber gefahren, da mir sas da schon öfters passiert ist. Auch mein freund der mit im wagen saß hat nichts bemerkt.

@michelli951

Dann sag einfach die Wahrheit - Du hast ja immerhin einen Zeugen. Wie das Urteil dann ausfällt, wirst Du ja sehen. Dennoch bekommt der Autofahrer immer eine Schuld, weil er einfach der "Stärkere" ist - das ist mit Fahrrad-Autounfällen auch meist so. Nimm Dir einen guten Anwalt, ich hoffe, Du hast eine Rechtsschutzversicherung...

Da Du noch in der Probezeit bist, schätze ich, daß es einfach an Erfahrung fehlt. Das werden sie Dir auch vorwerfen.

@michelli951

du fähst öfter über einen Bürgersteig? Dann mußt du doppelt aufpassen. So oder so, es wird schwierig werden, aus der Fahrerfluchtnummer rauszukommen, wird eine Frage der Glaubwürdigkeit werden. Bleib bei der Wahrheit und warte ab, was dabei rauskommt. Wenn du angeklat wirst, wirst du einen vermutlich einen Anwalt brauchen

@Ginger1970

Die Schuld am Unfall hat nix mit der Fahrerflucht zu tun. das sind 2 verschiedene Baustellen.

@michelli951
  1. Wie kam die Verletzung zustande. 2.Woher kennt der Fußgänger dein Kennzeichen? 3. Wie blöd muß man wirklich sein, um sich hier und daß auch noch als Beschuldigter, zu informieren? 4.Solche Foren können auch als Beweismittel zugelassen werden! 5.Ich habe dafür kein Verständnis, denn ich habe schon einige Unfalltote gesehen. 6. Hoffentlich wirst du für lange Zeit zu Fuß gehen müssen.

Mit probezeit meinte ich meinen Führerschein nicht mein Arbeitsverhältnis...bin noch Schüler.

Die "eine" Anzeige sind eigentlich zwei, denn die Fahrlässige Körperverletzung und die Unfallflucht sind zwei verschiedene, unabhängige Sachverhalte und damit im Grunde getrennte Verfahren.

Aus der "fahrlässigen Körperverletzung" wirst Du kaum 'raus kommen - es sei denn, Du kannst nachweisen, dass der Geschädigte nur simuliert oder dass die Verletzung nicht von Deinem Fahrzeug stammen kann.

Den Vorwurf der Unfallflucht kannst Du aber loswerden, wenn DU glaubhaft begründen kannst, dass Du den Unfall nicht bemerkt hast. Das sollte möglich sein, wenn die Sichtverhältnisse tatsächlich so schlecht waren, den "Hubbel" vom Fuß muss man nicht unbedingt bewusst wahrnehmen (zumindest nicht, wenn's nur die Zehen waren) oder kann in für eine andere Unebenheit gehalten haben, davon gibt es auf einem Parkplatz meist reichlich (Gullys, Rinnen, Markierungen, Kiesel, ..)


Mir ist es (leider) schon mehr als einmal passiert, dass ich an besonders engen Stellen mit meinem Bus ein parkendes Fahrzeug leicht berührt habe und dann weiter gefahren bin, weil ich es gar nicht bemerkt hatte. Ich konnte jeweils klar machen, dass die Übersicht über einen Bus nun mal schwierig ist (man kann im Grunde gar nicht gleichzeitig vorne links und hinten rechts im Auge behalten) und dass es drinnen auch laut genug ist, einen kleinen Rempler nicht zu hören. Daraufhin wurde jeweils der Vorwurf der Unfallflucht fallen gelassen. Der Schaden am anderen Fahrzeug musste natürlich trotzdem geregelt werden.

Aus der "fahrlässigen Körperverletzung" wirst Du kaum 'raus kommen

Es kann aber zu einer Verfahrenseinstellung wegen geringer Schuld kommen.

@JotEs

Ja, das wäre evtl. möglich ... aber m. E. unwahrscheinlicher als bei der Unfallflucht.

Mit deinem Arbeitsverhältnis (Probezeit) hat das STrafverfahren zunächst nichts zu tun. Wie dein Arbeitgeber reagiert, wenn du rechtskräftig verurteilt bist, weiß man nicht. Das hängt davon ab, ob du deinen Führerschein beruflich benötigst. Für mich ist es sehr unwahrscheinlich, dass man nichts bemerkt, wenn man jemandem über den Fuß fährt. Schließlich ist die geschädigte Person sehr nahe an deinem Fahrzeug gewesen. Die Strafe richtet sich nach der Schwere der Tat, deinen einschlägigen Vorstrafen und dem Gericht. Fahrerflucht ist kein Kavaliersdelikt. Du könntest deine Strafe sicherlich vermindern, wenn du geständig bist und wenn du dich um das Opfer kümmerst. Immerhin ist ein Mensch verletzt worden. Denk nicht nur egoistisch an dich. Du wirst es schwer haben, dem Gericht zu beweisen, dass du tatsächlich nichts bemerkt hast. Konsultiere einen Rechtsanwalt.

Du mußt dich jetzt zuerst zu dem Tatvorwurf äußern, das heißt, deine Sichtweise schildern und dann abwarten, ob von der Staatsanwaltschaft tatsächlich Anklage erhoben wird.

Ich gehe mal davon aus, dass in der Fragestellung die Probezeit auf die Fahrerlaubnis bezogen ist. ( Fahrerlaubnis auf Probe...also Fahranfänger /-in )😉

Hallo michelli951,

schauen wir uns als erstes mal an, was das Gesetz zur "Fahrerflucht" sagt:


§ 142 StGB - Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

(1) Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er

  1. zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder

  2. eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


§ 69 StGB - Entziehung der Fahrerlaubnis

(1) Wird jemand wegen einer rechtswidrigen Tat, die er bei oder im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges oder unter Verletzung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführers begangen hat, verurteilt oder nur deshalb nicht verurteilt, weil seine Schuldunfähigkeit erwiesen oder nicht auszuschließen ist, so entzieht ihm das Gericht die Fahrerlaubnis, wenn sich aus der Tat ergibt, daß er zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist. Einer weiteren Prüfung nach § 62 bedarf es nicht.

(2) Ist die rechtswidrige Tat in den Fällen des Absatzes 1 ein Vergehen

  1. der Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c),

  2. der Trunkenheit im Verkehr (§ 316),

  3. des unerlaubten Entfernens vom Unfallort (§ 142), obwohl der Täter weiß oder wissen kann, daß bei dem Unfall ein Mensch getötet oder nicht unerheblich verletzt worden oder an fremden Sachen bedeutender Schaden entstanden ist, oder

  4. des Vollrausches (§ 323a), der sich auf eine der Taten nach den Nummern 1 bis 3 bezieht,

so ist der Täter in der Regel als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen anzusehen.

(3) Die Fahrerlaubnis erlischt mit der Rechtskraft des Urteils. Ein von einer deutschen Behörde ausgestellter Führerschein wird im Urteil eingezogen.


§ 69a StGB - Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis

(1) Entzieht das Gericht die Fahrerlaubnis, so bestimmt es zugleich, daß für die Dauer von sechs Monaten bis zu fünf Jahren keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden darf (Sperre). Die Sperre kann für immer angeordnet werden, wenn zu erwarten ist, daß die gesetzliche Höchstfrist zur Abwehr der von dem Täter drohenden Gefahr nicht ausreicht. Hat der Täter keine Fahrerlaubnis, so wird nur die Sperre angeordnet.


Die drei Paragraphen bedeuten, dass demjenigen der sich unerlaubt vom Unfallort entfernt, nicht nur eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe die zwar sicherlich noch zur Bewährung ausgesetzt wird erwartet, sondern, dass ihm auch noch der Entzug der Fahrerlaubnis von mindestens 6 Monaten bis zu fünf Jahren erwarten kann.

Allerdings kann man den Straftatbestand des "unerlaubten Entfernens vom Unfallort" nicht fahrlässig begehen. Damit eine Bestrafung möglich ist muss Dir nachgewiesen werden, dass Du den Unfall bemerkt hast Dich dann absichtlich vom Unfallort entfernt hast.

Ich denke bei dem von Dir geschilderten Sachverhalt wird Dir zugunsten ausgelegt, dass es durchaus möglich ist, dass Du wirklich nicht bemerkt hast, dass Du Jemanden über den Fuß gefahren bist.

Ob im Falle einer zumindest denkbaren Verurteilung hier eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe die sicherlich noch zur Bewährung ausgesetzt wird, verhängt wird, muss dann der Richter genauso wie über den Entzug der Fahrerlaubnis entscheiden.

Ich möchte hier aber noch anmerken, dass hier auch ein weiterer Straftatbestand in Frage kommt, nämlich:


§ 323c StGB - Unterlassene Hilfeleistung

Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.


Aber auch wegen diesen Straftatbestand kannst Du nur bestraft werden, wenn Du den Unfall bemerkt hast.

Das war jetzt die strafrechtliche Seite.


Zivilrechtlich kommt im Falle einer Verurteilung aber auch noch was auf Dich zu. Deine Versicherung muss zwar erst einmal den Unfallschaden voll und ganz begleichen, wird Dich aber bis zu einer Höhe von 5.000,- in Regress nehmen. Bei unterlassener Hilfeleistung können noch einmal weitere 5.000 ,- Euro Regressforderung auf Dich zukommen.

Schöne Grüße
TheGrow

Bedeutet das dass ich dann 5000 € an meine Versicherung zahlen muss? Ich als Schüler hsbe ja garkein Einkommen...

@michelli951

Je nach konkreter Falllage BIS ZU 5K.

@michelli951

Die Versicherung kann Dich aber wie geschrieben nur dann in Regress nehmen, wenn Dir nachgewiesen werden kann, dass Du den Unfall auch wirklich bemerkt hast und Du es diesbezüglich auch zu einer Verurteilung kam.

Die Regresshöhe kann bis zu 5000,- Euro betragen, aber nie mehr als der entstandene Schaden.

Allerdings können bei Verletzungen recht schnell höhere Schadenssummen zustande kommen.

Ich würde mir an Deiner Stelle einen Rechtsanwalt nehmen, der Dir dabei hilft, zu widerlegen, dass Du den Unfall bemerkt hast, denn dann droht Dir weder eine Verurteilung wegen des Unerlaubten Entfernens vom Unfallort, noch wegen unterlassener Hilfeleistung und somit auch keine Regressforderung seitens der Versicherung.

Was möchtest Du wissen?