Erst stufenweise Wiedereingliederung und danch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben?

4 Antworten

Bei mir ist es so ähnlich. Ich denke, wenn du noch keine Wiedereingliederung Hamburger Modell gemacht hast, z. Bps. auch an einem anderen Arbeitsplatz in deiner Firma, weil es am alten gesundheitlich nicht mehr möglich ist, so bist du vielleicht als krank aus der Reha entlassen worden. So war es bei mir der Fall. Weiter auch, dass ich an meinem alten Arbeitsplatz nicht mehr arbeiten sollte. Ich bekam ebenfalls eine Empfehlung der Rentenkasse für eine innerbetriebliche Versetzung mit zusätzlicher Genehmigung bei meiner Arbeitgeber eine Qualifizierungsmaßnahme gewährleistet zu bekommen, sollte entsprechendes Personal da sein. Allerdings ist ein Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet auf so ein Schreiben zu reagieren, soweit habe ich mich mal schlau machen können. Entweder man geht zum Anwalt/VDK/Personalrat usw., aber dadurch kann man sich ja ausrechnen, wie es danach an dem Arbeitsplatz eventuell sein kann, wenn man solche Maßnahmen trifft. Weiter kommt auch noch die Frage hinzu, ob du Prozente hast durch gesundheitliche Einschränkungen. Ich habe 40% und Widerspruch eingelegt, das Verfahren lauft noch. Weiter habe ich einen Gleichstellungsantrag gestellt, obwohl ich auch unkündbar bin auf Empfehlung der Sozialberater während meiner Reha im Dezember bis Januar 2017. Auch dieser Antrag ist noch nicht entschieden. Vor meiner Reha, habe ich schon bei meinem Arbeitgeber wegen einer Versetzung angefragt auch zurückliegend. Personalrat informiert usw. Keiner hat was unternommen bis auf die Aussage, mein Arbeitsplatz, ist da wo er schon immer war. Der Bescheid über die Teilhabe am Arbeitsleben von der Rentenkasse, lies mein Arbeitgeber unbeeindruckt. Aktuell bin ich noch krank. Eine Wiedereingliederung hat mir mein Arbeitgeber nicht angeboten, auch nicht zu dem Zeitpunkt, wo ich noch hätte vom Gesundheitszustand an einem anderen Arbeitsplatz arbeiten können. Ich habe meinen gesamten Schriftverkehr aufbewahrt zur Vorlage bei anderen eventuellen Behördenstellen im Zusammenhang mit meinem Arbeitsplatz. Ist man in einem bestimmten Alter erkrankt, hat man auf dem freien Arbeitsmarkt fast keine Chancen. Ist man nicht unkündbar und hat Prozente würde ich auf alle Fälle ein Gleichstellungsantrag stellen, denn dadurch kann einem bis zum Entscheid ein Arbeitgeber nicht kündigen.

Bleibt der Arbeitgeber unbeeindruckt, so kann man rechtzeitig bevor man ausgesteuert wird das Integrationsamt noch einschalten, falls man Behinderungsprozente hat. Diese Angaben wurden mir gestern z. Bps. gemacht, als ich bei einer entsprechenden Behördenstelle nachgefragt habe, wie es ist mit dem Bescheid und dem Reagieren des Arbeitgebers.

Eine Wiedereingliederung über die Krankenkasse, wenn du ein anderen Arbeitsplatz bei deinem Arbeitgeber hast, ist mit Sicherheit dann auch möglich. Diese setzen sich mit dem in Verbindung und beim Arbeitgeber gibt`s das BEM, die dann dafür zuständig sind. 

Das ist ja alles sehr interessant (danke für die ausführliche Darstellung), aber hilft dem Fragesteller insofern nicht so wirklich weiter, zumal jeder Fall individuell zu betrachten ist.

Fest steht (ich habe diese Fälle während meiner Zeit als Personalleiter mehrfach durchexerziert), dass es, wenn der Arbeitgeber nicht "mitspielt", sehr schwierig wird.

Der Arbeitgeber ist zwar verpflichtet zu prüfen, ob ein anderer leidensgerechter Arbeitsplatz vorhanden ist, aber er muss keinen solchen schaffen.

Und bei der Hilfe durch das Intergrationsamt wird immer versucht, den Leuten Glauben zu machen, dass man durch die Anerkennung eines "Grades der Behinderung" einen Kündigungsschutz genießt. Dies ist keineswegs der Fall - das Intergrationsamt hat lediglich zu prüfen, ob eine Kündigung wegen der Schwerbehinderteneigenschaft erfolgt ist, was in den allerwenigsten Fällen tatsächlich so ist.

@verreisterNutzer

Wie bekommt man das mit, ob der Arbeitgeber das geprüft hat. Das mit dem Integrationsamt, hat mir z. Bps. ein Anwalt geraten. Bisher habe ich alles selbst in die Wege geleitet. Gespräche mit meinen Vorgesetzten/Personalchef usw. werden geblockt. Personalrat teilte mir mit, mein Personalchef hätte sich mit der Rentenkasse in Verbindung gesetzt. Ich rief an und lag richtig, dass dem nicht so ist. Ich besitze einen Altvertrag. Ich sagte meinen Kollegen, ich lasse mich nicht mobben und lies mir dann eben das Gesprächsprotokoll von meinem Chef 2012 unterschreiben, dass ich meine Arbeitskraft täglich zur Verfügung stelle und diese nicht genutzt wird. Meine Kollegen sagten, ich sei nicht fähig Arbeiten auszuführen usw. Im Gegenzug bin ich auf Minijobbasis zu einer anderen Verwaltungsstelle mit Genehmigung der Personalstelle jobben gegangen und habe mir meine gesamten Qualifikationen als Zeugnis ausstellen lassen 2015. Ich fragte erneut nach Versetzung, da ich wenn ich dort bleibe wo ich bis zuletzt war, krank sonst werde, wegen den Umständen.  Von meiner Hauptdienststelle konnte ich sogar an den Tagen Feierabend vom Nichtstun machen um an meine Nebentätigkeiten zum Arbeiten zu gehen, damit ich Abwechslung habe. Parallel übte ich auch ca. 30 Jahre nebenbei stehende Tätigkeiten aus Service/Küche/Empfang/Sportbereich/Verkauf. Diese ganzen Berufssparten kann ich nicht mehr ausüben aufgrund meiner angeborenen Hüfterkrankung die sich seit 2015 massiv meldeten. Ich wurde praktisch dann auf meine Haupttätigkeit bei der Behörde reduziert wo ich nicht beschäftigt werde, weil man wartet, dass ich gehe. Das Rumsitzen ging mir dann auf den Nerv und ich wurde praktisch dadurch krank, was ich aber im Voraus schon 2010 meinen Vorgesetzten sagte, jedoch niemand interessierte. Ein leidensgerechter Arbeitsplatz der leichter ist als den, den ich bisher hatte, gibt es glaube ich nicht. Ich habe oder wurde viele Jahre gezielt nicht mehr beschäftigt. Nur durch die vielen anderen Aktivitäten habe ich den Nullzustand ausgehalten. Es kam auch vor, dass ich zur Dienststelle kam und niemand war da, weil vergessen wurde, mir mitzuteilen, dass meine Dienststelle auf einem Ausflug ist. Kündigen muss ich nicht mehr nach knapp 27 bis 30 Jahre. Beruflich verändern kann ich mich nicht mehr in stehenden Bereichen aufgrund meiner Gelenkserkrankung. Viele Ausgleichsportarten kann ich auch nicht mehr ausüben, mit denen ich den Nullzustand nach Feierabend ausgeglichen habe. Nur, wenn ich kein anderen Arbeitsplatz zugeteilt bekomme, wenn ich wieder gesund bin, was dann? Bürotätigkeiten wenn ich qualifiziert werde wieder, könnte ich ja noch ausüben. Muss ich an meinen alten Arbeitsplatz zurück, bedeutet dass, erneut ausharren, sitzen bleiben, was ich eben nicht mehr kann. Von 2009 bis 2016 versuchte ich den Umstand zu verändern, was irgendwann dazu führte, dass ich zum Schluss zu faul war eine Zeitung zu lesen oder ein Buch. Ein extremer Zustand, wie mein Chef Vorgesetzten mitteilte und niemand was daran änderte. Arbeitsschutz oder Anwalt hilft in dem Fall in Bezug auf meinen Arbeitgeber nichts, auch wenn alles nachweisbar ist.  

@Planiversum

Wie alt bist Du eigentlich - wenn ich fragen darf?

@verreisterNutzer

Ich hab mit 15 angefangen zu arbeiten, war viele Jahre alleinerziehend und immer voraus schauend und fleißig. Weiter habe ich 2 Söhne erzogen alleine und sehr strukturiert gelebt, ansonsten wäre mein Arbeitsleben nicht so einfach gewesen.   

@Planiversum

Das macht mich hinsichtlich Deines Alters leider nicht schlauer...

@verreisterNutzer

Ich bin 51 und seit 2001, nachdem mein Vollzeitvertrag für diese Stelle im Erziehungsurlaub abgeändert wurde nur noch in Teilzeit hauptberuflich tätig gewesen. Nachdem ich es festgestellt habe, dass mein Altvertrag abgeändert worden war, obwohl ich die Konditionen so vermittelt bekommen habe, dass alles gleich bleibt ging ich zum Anwalt und vor Gericht. Es wurde festgehalten, dass die nächste Vollzeitstelle wieder ich eigentlich bekommen müsste. Schreiben vorhanden usw. Für diese Vollzeitstellen war ich aber laut Schreiben nicht qualifiziert, wie es mir mitgeteilt wurde in etwa.

Nebenberuflich übte ich sehr viele unterschiedliche Berufsparten in den Folgejahren aus und bekam sehr gute Zeugnisse ausgestellt. Bewerbungen endeten damit, dass der Personalsachbearbeiter mir entgegnete, mit so einem interessanten Job, wie ich den habe und mit so einem Vertrag, wechselt man nicht in die Industrie. Ich bin in einem Landkreis tätig wo jeder den Platz kennt wo ich sitze und ich kann ja dann schlecht sagen, eigentlich mach ich ja nix.

Kompliziert, somit bin ich seit 2009 nach Pensionierung sitzen geblieben, dachte erst noch es verändert sich etwas, war aber nicht der Fall. 2011 lies ich mir ja mein Tätigkeitsfeld ausstellen und die ähnlichen Arbeitsfelder übte ich dann zuletzt für 4 Monate in einem Betrieb als Minijobberin aus und lies mir meine Qualifizierungen als Zeugnis ausstellen. Der Personalsachbearbeiter sagte sogar, man könne anrufen und er bestätigt die Angaben. Meine Dienststelle selbst sagte ja, ich könne keine selbständigen Tätigkeiten mehr ausführen. Diese Aussage habe ich auch schriftlich. Versetzung kommt nicht in Frage. Man wartet bis ich kündige, was aber mit meinen Gesundheitseinschränkungen ja nicht geht. Ich bin Realist. Die eigentlichen Hintergründe sind wohl mein Altvertrag und wenn ich nicht mehr da bin, ist die Stelle weg, die gibt es dann auch nicht mehr. Meine Kollegen haben mich auch schon angezeigt, eine Hausdurchsuchung hatte ich auch schon. Ich ging zum Anwalt und alles wurde eingestellt, da in keinster Weise irgend etwas der Wahrheit entsprochen hat. Es wäre ein Kündigungsgrund gewesen, hätte man etwas gefunden. Z. Bps. surfen im Internet usw., Personalgespräche mit Vorgesetzten führte ich alleine, da kein Personalrat Zeit hatte usw. ich weiß, ich hätte das nicht gemusst, aber ich bin furchtlos:-) kann gut alleine kommunizieren und lass mich auch nicht einschüchtern. Ich bin arrogant, von mir zu überzeugt und hätte ein übertriebenes Selbstbewusstsein. Auch das habe ich schriftlich, Aussagen die mein Kollegenumfeld über mich schon getroffen haben. Ich lass jetzt einfach mal alles auf mich zukommen. 

@Planiversum

Hallo @Planiversum,

ich finde Deine kämpferische Natur bewundernswert - an der können sich manche Menschen eine Scheibe abschneiden, aber leider ist es in Deinem konkreten Fall so, dass Dir das alles (aufgrund der fortgeschrittenen Zerrüttung des Verhältnisses zwischen Dir und Deinem Arbeitgeber) nicht mehr viel Nutzen bringt.

Ich kenne einen Parallelfall, in dem sich das Verhältnis ebenfalls derartig zugespitzt hatte, sodass man dieser Person nachher einen eigenen Büroraum gegeben hatte, sie dort ihre Zeit absaß, und von allen Schriftstücken, die über ihren Schreibtisch wanderten, Kopien anfertigte - unnötiger Weise natürlich. Später fand man eine ganze Ordnerwand davon. Dort saß die Person in den letzten Jahren vor ihrer Berentung, und als sie dann endlich in Rente ging, ist sie kurz danach gestorben. 

@Planiversum, aus meiner reichhaltigen Berufs- und Lebenserfahrung kann ich Dir nur raten, mit Deiner Situation "reinen Tisch zu machen" und zu einem inneren Frieden zu gelangen. Beende das Szenario, kläre die monetäre Seite vorher mit dem zuständigen Arbeits- bzw. Sozialamt ab, schließe dann einen Aufhebungsvertrag, löse Dich von dem Problem, das Du nicht lösen kannst, schaue nach vorne und baue Dir eine neue Zukunft auf! Das Leben geht auch ohne diese Dienststelle weiter...

Ich wünsche Dir für Deine Zukunft alles erdenklich Gute!

Viele Grüße

@Nightstick

@verreisterNutzer

Deine Worte stimmen, ich gebe dir Recht. Nur, ich habe meine Fingernägel und Fußzehnägel lackiert am Schreibtisch. Bücher gelesen vom Hirschhausen. Weiter die Bücher ich werde irre usw. beim Arbeiten:-). Ich habe die Bildzeitung gelesen in Anwesenheit meines Chef`s. Innerlich habe ich schon lange gekündigt und habe auch den kompletten Respekt verloren und keine Energie mehr für diesen Job. Bemerken möchte ich noch, ich hatte das größte Bürozimmer mit Aussicht auf einen hervorragenden Platz. Selbst Filme über Beamte und Bürogeschichten über die andere Lachen, würden meine Jahre nicht toppen, die ich erlebt habe. Ich glaube dadurch, dass ich eine andere Denkweise habe, konnte ich die Zeit überstehen. Rein fiktiv, hätte ich ein Buch schreiben können, vielleicht habe ich es auch gemacht. Weiter habe ich ein Internetstick in meiner Handtasche dabei gehabt und so konnte ich wenigstens mit meinem privaten Lapi etwas surfen. Die ganzen Aktionen habe ich nur gemacht, da alle Versuche einen ausgefüllten Arbeitsplatz zu organisieren nichts genutzt haben. Kopien und Ordner anlegen, da wäre ich vor lauter Nichtstun zu faul gewesen. Aktuell überlege ich mir, wie du schon auch geschrieben hast, meine Zukunft in eine andere Richtung zu planen. Ich bin ja strukturiert. Danke für deine Antwort mit der du ja auch vollkommen richtig liegst.   

@Planiversum

Ich wünsche Dir die Energie, Dein weiteres Leben zum Positiven auszurichten - nochmals alles Gute!

@verreisterNutzer

Ich hatte das Glück in meinem Leben das ich mit viel Energie bestückt wurde. Ich mache auch aus allen Situationen immer das Beste und habe immer ein Plan B.

Danke für deine Antwort. Es liegt auch GdB40 vor. Ein Antrag auf Gleichstellung wurde (noch) nicht gestellt.

Gespräch mit AG ist geplant. Er meinte, erst mal gesund werden, dann sieht man weiter. Das Verhältnis nach 19 Jahren Betriebszugehörigkeit ist ganz gut.

Bei uns im Betrieb wurde das erst kürzlich auch gemacht.

Ein Arbeitnehmer war letztes Jahr mehrere Monate arbeitsunfähig und konnte an seinem ursprünglichen Arbeitsplatz nicht mehr eingesetzt werden, ohne dass die Gefahr eines Rückfalls ausgeschlossen werden konnte.

Er hat einen anderen Arbeitsplatz bekommen und dort die Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell gemacht. Das hat toll funktioniert. Er ist gesund, die Arbeit gefällt ihm und für die Abteilung ist er ein wertvoller Mitarbeiter geworden.

Ein Musterbeispiel für eine gelungene Wiedereingliederung, wobei alle Beteiligten "an einem Strang gezogen" haben - so sollte es sein!

@verreisterNutzer

 so sollte es sein!

Ich bin auch sehr zufrieden, dass ich in einem Betrieb arbeite, in dem die "Menschlichkeit" nicht ganz vergessen wird ;-)

@Hexle2

Dazu kann ich Dich nur beglückwünschen - weil es in unserer heutigen "Ellenbogengesellschaft" leider wohl schon eine Seltenheit geworden ist.

Ich beobachte zunehmend Phänomene wie zuwenig Empathie, zuviel Eigennutz, Profitgier, oftmals verhärtete Fronten, Klagewut usw.

Bereits Mahatma Gandhi hatte erkannt: "Es gibt wichtigere Dinge im Leben als dessen Geschwindigkeit zu erhöhen."

Man sollte wieder miteinander reden und soziale Verantwortung üben...

In diesem Sinne,

viele Grüße

@Nightstick

Spreche das mit deinem Arzt ab, der stellt das aus. Bzw. geh zum Betriebsarzt weil der am besten deine berufliche Sicht und schwere kennt um einzuschätzen wie Du arbeiten kannst.

ich würde mich an einen soialberband wenden z.b. vdk?

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