eine arrangierte ehe ist in deutschland durch gesetz nicht verboten, also erlaubt?

5 Antworten

Da niemand freiwillig eine Zwangsehe eingeht, wird ihn ja irgendjemand mit verboteten Maßnahmen zur Ehe zwingen. Und schon alleine diese Maßnahmen sind strafbar z.B. Nötigung, Freiheitsberaubung, ggf. Körperverletzung und was einem sonst noch so einfällt.

Nicht nur das es wurde vom Platon nachgedacht wie man Menschen sozusagen Züchten kann, und die Ehe die Feste Ehe ist durchaus eine Sache wo man vom Denkmodell her aus dem Hinterhalt diese Gedanken Steuern kann, mit gewiße Ethischen Vorstellungen die aber genau Betrachtet gegen die Natürlichen Verhaltensmuster Laufen.

Nach dem deutschen Gesetz ist die Ehe ein zivilrechtlich geschlossener Vertrag, der auf Freiwilligkeit (!) zweier voll geschäftsfähiger (!) Partner beruht. Sie müssen "ihren Willen erklären", d.h, vor Zeugen mündlich und schriftlich, sagen, dass sie die Ehe wollen.

Ein Zwang zur Ehe darf nicht bestehen.

Bei einer "arrangierten" Ehe ist es oft so, dass die Partner sich einverstanden erklären, da es "nun mal so Sitte" ist und ihre Familien es wünschen. Sie treten daher zur Standesamtszeremonie als Freiwillige auf und bezeugen das mündlich und schriftlich. Die Ehe ist rechtskräftig.

Hat einer der beiden jedoch Zweifel, so sollte er es zuvor laut und möglichst vor Zeugen äußern. Er kann (und sollte) noch auf dem Standesamt (!) sagen, dass er nicht will!

Also laut und deutlich vor versammelter Mannschaft "nein, ich will nicht" sagen und nichts unterschreiben!

Doch. Es ist verboten jemanden zu einer Eheschließung zu nötigen.

Nötigung ist strafbar und kann bis zu drei Jahre Knast bedeuten.

Aber du hast mit deiner ersten Aussage natürlich recht: Es ist alles erlaubt, was nicht aus gutem Grund ausdrücklich verboten ist.

 

 

@heinmueck

arrangierte ehen sind alles andere als selten, auch bei uns in deutschland, wenn auch meist bei neubürgern, und meist ist kein zwang im spiel, aber durchaus moralisch familiärer druck -- und wo ist da die grenze zu ziehen?? -- sollte unser recht nicht dahingehend geändert werden, das nur einzig alleine die ehepartner zu bestimmen haben??

@harryrrah

Es ist schon heute so, dass ausschließlich die Partner über die Eheschließung zu entscheiden haben. Der "moralisch familiäre Druck" ist letztlich auch nichts anderes als Nötigung. Es ist natürlich schwierig solche Taten zu verfolgen, weil meistens Opfer (meist Töchter) und Täter (meist Eltern und Geschwister) so nahe miteinander verwandt sind und starke Abhängigkeitsverhältnisse (emotional und wirtschaftlich) bestehen.

Wer von einer Zwangsverheiratung bedroht ist, sollte jede (auch staatliche) Hilfe zur Flucht aus diesem familiären Zwang bekommen.

Wenn man zur Ehe gezwunden wurde, ist es Nötigung. Eine Willenserklärung die unter Drohung oder Nötigung erzwungen wurde ist nichtig.

Das heißt, dass die Ehe solange gültig ist, bis der Genötigte die Nötigung anzeigt oder nachweist.

Was möchtest Du wissen?