Eigenbedarfskündigung wie gehts weiter falls keine Wohnung finde

5 Antworten

hallo ganz lieber, ich hab ja schon vor einiger zeit zu deinem problem einiges ausgeführt und dort auch konkret drauf hingewiesen, dass für die aufnahme von pflegekindern eine eigenbedarfskündigung keine rechtskraft hat. diese zählen nicht zu dem personenkreis, der eine eigenbedarfskündigung rechtlich möglich macht. damit ist eigentlich das problem räumung der wohnung vom tisch. also nichts unterschreiben etc. irgendwann wird der vermieter klagen (oder er lässt das, weil er genau weiß, dass er im unrecht ist), dann bräuchtetst du rechtsbeistand. diser wäre möglich über deine rechtsschutzversicherung, insofern vorhanden und mietrecht eingeschlossen ist) mit hilfe derer du dann einen fachanwalt hinzuziehen könntest. auch mit prozesskostenhilfe möglich, insofern das zulässige einkommen nicht überschritten wird. natürlich, wie immer wieder empfohlen, mitglied im mieterschuitzverein werden, die schmettern die kündigung mit sicherheit ab.

Das BGB schreibt vor, dass der Vermieter bei Eigenbedarf dem Mieter eine innerhalb der Kündigungsfrist frei werdende Wohnung als Ersatz anbieten muss (im selben Haus bzw. in der Wohnanlage).

Quelle: BGH, urteil vom 04.06.2008, Az. VIII ZR 292/07 - Vermieterrecht-vertraulich Juli 2008 -

Ja, aber unser Vermieter hat nur ein Haus und da ist nichts frei.

@Ganzlieber

Ich lese gerade, dass er Euch gesagt hat, er braucht die Wohnung für die Pflegekinder in 1-2 Jahren. Nun, das war nur mündlich. Aber er hat Euch damit unter Vortäuschung falscher Tatsachen in die Wohnung gelockt. Da müsste sich doch etwas machen lassen.

Schau mal hier unter der Überschrift "Vorhersehbarkeit":

http://kuerzer.de/dNDZapjCg

Für die Kostenübernahme der Umzugskosten besteht meines Erachtens kein Anspruch. An der Kündigungsfrist gibt es auch nichts zu Rütteln, wenn diese gesetzeskonform ist. Insoweit wäre die Frage, warum sich der Vermieter darauf einlassen sollte. Vielleicht nur, um eine langwierige Räumungsklage zu umgehen. Was aber, wenn Ihr trotz Unterschrift trotzdem nicht auszieht? Dann muss er trotzdem klagen. Das kann euch eventuell etwas Zeit verschaffen, jedoch sicherlich auch Kosten produzieren. Ich würde also besser alle Anstrengungen unternehmen, um eine Alternative zu finden. Erkundige Dich doch mal beim Bürgermat eurer Stadt, inwieweit die Rat geben oder helfen können.

Du solltest erst mal nicht unterschreiben, daß Du zum 30.09. raus bist - oder erst, wenn Du das auch sicher weißt.

Keine Panik: auch Familien mit 2 Kindern finden Wohnungen - und vielleicht ist der Vermieter ja so scharf drauf Euch loszuwerden, daß er bei der Wohnungssuche hilft. Sag ihm doch einfach "schon 20 besichtigt und noch keine dabei".

Wenn Du bis 30.09. keine Wohnung gefunden hast, brauchst Du auch keine Panik zu haben: so leicht setzt der Vermieter Dich nicht auf die Straße. Wenn Du Absagen von Vermietern bekommst, bitte um eine schriftliche Bestätigung, damit Du was vorweisen kannst. Und wenn Du erst zum 01.12. oder zum 01.01. eine schöne Wohnung findest, dann teilst Du das Deinem Vermieter mit.

Eine Räumungsklage würde ich an Deiner Stelle aber nicht riskieren: lieber immer schön im Gespräch bleiben. Und vor allem: immer gutes Wetter machen - denn manche potentielle Vermieter erkundigen sich telefonisch bei Deinem jetzigen...

JA unser Vermieter hat uns schon überall schlecht gemacht sogar am Jobcenterleiter und bei den alten Nachbarn wo wir früher gewohnt haben. Ich red mit ihr kein Wort mehr läuft alles über Anwalt. Nimmt meist auch keine Rücksicht auf unsere Kids. Regt sich nur auf und macht Terror. Hätten Sie uns zu beginn nicht angelogen und erzählt das Sie die Wohnung vielleicht in 1-2 Jahren wieder benötigt wegen Pflegekinder dann wär alles nicht so gekommen. Aber sie hat ausdrücklich gesagt sie will keine.

Naja ja jetzt haben wir das Pech schon nach 4 Monaten das wir rausgeekelt werden.

Bin da traurig wenn ich sowas miterlebe und froh wenn ich schnell was finde und raus kann.

@Ganzlieber

Oh - das ist natürlich eine sehr üble Situation... Aber wenn es sowieso schon über Anwalt läuft, hat der Dir doch sicherlich auch schon erklärt, daß Du keine Angst haben mußt, daß Du vor die Tür gesetzt wirst. Denn eine Familie mit 2 Kindern setzt kein Gerichtsvollzieher so einfach vor die Tür.

Ich würde jedenfalls tatsächlich mal (von mir aus über Anwalt) dem Vermieter mitteilen, daß Du ja gewillt bist auszuziehen, so Du denn eine Wohnung finden würdest - und daß sein Verhalten da wohl eher kontraproduktiv ist.

das hört sich für mich nicht so an als ob du die früheren ratschläge wirklich gut befolgt hättest. Hauptsache widerspruch ist eingelegt, ok, mit begründung. die richtige formullierung wäre daß vergleichbarer ersatzwohnraum nicht oder nicht rechtzeitig zur verfügung steht. jetzt ist wichtig: nichts unterschreiben, erst mal kommen lassen. der vermieter muß eine räumungsklage anstreben, der streitwert ist eine jahresmiete. das schreckt ab, denn er kann absolut nicht sicher sein, daß er erfolg hat. und dann hat er einen haufen kosten am bein. deine kosten wird - so isehe ich die sache - die prozesskostenhilfe übernehmen. kannst dich beim amtsgericht erkundigen. dein widerspruch hat auf jeden fall aufschiebende wirkung. ohne ein urteil aus einer räumungsklage kann er dir nix. Schadensersatz kommt erst nach räumung in frage, wenn er keinen eigenbedarf hatte. aber auch dazu haben wir dir schon geschrieben.

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