Ehe zwischen Bruder und Schwester! +Abwandlung:Was wenn beide wissen nicht,dass sie Geschwister sind

5 Antworten

zu 1. zweiter Teil: Ich habe mal gelesen (finde aber die Quelle nicht mehr) dass die Ursache dieses Verbotes eher im frühen Stammesleben der Menschen zu finden sein soll. Der Stamm hatte bessere Überlebenschancen wenn der Partner in einem anderen Stamm gesucht wurde. Es ist unwahrscheinlich, dass damals schon das genetische Wissen vorhanden war, dass rezessive vererbte Gendefekte in solchen Fällen häufiger zu Krankheiten ö.ä. führen können.

zu 3.: Behinderte Leute, die Kinder bekommen, sind eben im Vergleich zu Geschwistern die Kinder bekommen, nicht dem gesellschaftlichen Tabu unterworfen und werden dementsprechend nicht in der Form geächtet. Wenn allerdings die eugenische Argumentation, die offizielle Grundlage für das Verbotes des Beischlafs zwischen Verwandten darstellt, konsequent weiterverfolgt wird, dann dürften behinderte Paare keine Kinder zeugen und Personen deren Genkombination mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zu behinderten Kindern führt, auch nicht. Heiraten dürfen diese Leute eben weil diese nicht der gesellschaftlichen Tabuisierung unterworfen sind.

Ich denke, dass es neben der Begründung "behinderte Nachkömmlinge" nur das gesellschaftliche moralische Tabu ist, was es verhindert.

also da man bei der antragsstellung eine abstammungsurkunde vorlegen muß ist die wahrscheinlichkeit das geschwister heiraten eher gering. wenn da unklarheiten sind wird das geprüft bevor man heiraten darf. sollte es doch mal passieren kann es durchaus sein-bin mir nicht genau sicher- das die ehe annulliert wird

  1. Ich weiß nicht, ob man überhaupt einen Riegel davor schiebt. Es wird schlecht gewertet und man gilt als Außenseiter, aber rechtlich... Missbildungen sind bei Kindern mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten, entweder körperlich, oder psychisch... Es ist gut möglich, dass das Gesetz es verbietet, dass Geschwister heiraten, bin mir aber nicht sicher.

  2. Was da passiert, keine Ahnung. Ich glaube, bei Nichtwissen (z. B. durch Adoption woanders aufgewachsen, auseinandergerissen) dürfte das keine strafrechtliche Grundlage sein. Ob die Geschwister das Annulieren ist wohl denen ihre Entscheidung. Ich denke aber, die meisten tun das, weil diese aufs Leben geschockt und geprägt sind dadurch.

  3. Das ist eine Frage an einen Fachanwalt...

Wiki: Inzest wird in Deutschland und Österreich nur zwischen in gerader Linie Verwandten – also Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, und deren Kindern, Enkeln, Urenkeln – sowie zwischen Voll- und Halbgeschwistern (letzteres ist rechtlich umstritten) verfolgt. In Deutschland werden die Abkömmlinge und Geschwister nicht bestraft, wenn sie zur Tatzeit jünger als 18 Jahre waren. Dies bedeutet jedoch nicht, dass dabei gar keine Straftat vorliegt. Die Tat stellt bei Begehung durch Minderjährige eine gegenüber den Minderjährigen bloß nicht verfolgbare rechtswidrige Straftat (die dogmatische Einordnung ist strittig) dar. Damit bleiben aber jedenfalls etwa Anstiftung und Beihilfe dazu strafbar. Ein Gericht, das mit einem Inzestfall entsprechend § 173 Abs.2 S.2 StGB betraut ist, kann allerdings nach § 153 ff der Strafprozessordnung (StPO) das Verfahren einstellen.[26]

In Deutschland bleibt der Tatbestand erfüllt, auch wenn das Verwandtschaftsverhältnis im Sinne des Bürgerlichen Rechts durch Adoption erloschen ist. § 173 des deutschen Strafgesetzbuchs stellt nur den vaginalen Beischlaf zwischen engen Verwandten unter Strafe. Andere sexuelle Praktiken sind straffrei. Im Jahr 2003 gab es auf Grund des § 173 StGB auf dem Gebiet der früheren Bundesrepublik Deutschland (Westdeutschlands) zehn Verurteilungen.

Die Strafbarkeit von inzestuellen Handlungen ist gesellschaftlich umstritten. U. a. hat der Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts Hassemer, dessen Senat 2008 über einen Inzest-Fall zu entscheiden hatte, das juristisch verankerte Inzestverbot in Deutschland als unplausibel und problematisch kritisiert und dessen Legitimierung in Frage gestellt.

Ein anderer Ausdruck des Inzestverbotes ist in Deutschland auch das Verbot der Verwandtenehe. Historisch war auch das Ehehindernis ein Mittel der katholischen Kirche, Inzestehen zu verbieten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Inzest

@ToxicAngel21

Ach herrje, interessantes Thema, ist aber schön, wenn man sich über sowas nicht Gedanken machen muss...

sowas gab es mal in Spanien, die hießen mit Nachnamen Moya-Peño oder so ähnlich. Und in sachsen gab es das Geschwisterpärchen, dass drei Kinder hat und alle genetisch bedingt behindert sind. Der Typ musste sogar in den Knast. Durch inzestiöse Verbindungen kann es zu Erbkrankheiten oder erbliche bedingten Behinderungen kommen. Und eine geschwisterliche Ehe ist, soweit mir bekannt, in keinem Land der Welt zulässig, außerdem noch gesellschaftlich geächtet.

Stimmt nicht so ganz, unter bestimmten Voraussetzungen ist eine solche Ehe in Frankreich z.B. erlaubt.

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