Wir wollen eine Diskothek eröffnen. Wie sind eure Erfahrungen?

4 Antworten

Bei 100m² seid ihr schon bei möglichen 200 Personen. Ab der 201. Person gilt die Versammlungsstättenverordnung (VStättV) eures Bundeslandes. Entsprechend habt ihr dann für ausreichend Brandschutz wie Feuerlöscher und Notausgänge sowie geschultes Personal zu sorgen. Näheres erfahrt ihr beim zuständigen (Bau-) Ordnungsamt. Ohne Abnahme durch das Amt und die Feuerwehr läuft erst einmal garnichts. Dies könnt ihr nur umgehen, wenn ihr den Zugang z.B. durch Zählkarten auf maximal 200 Besucher beschränkt. Das heißt aber auch, dass ihr auf Nachfrage exakt belegen können müsst, wieviele Personen (Kunden und Personal) sich derzeit in den Räumlichkeiten aufhalten. Dennoch unterliegt ihr dann immer noch den Auflagen der Gewerbeaufsicht.

Hallo Nugy33, ich erlaube mir mich wie folgt zu äussern :

Zum Personal: Unbedingt alle anmelden. Zum vereinbarten Nettolohn kommen ca. 30% zusätzliche Ausgaben. Schwarzarbeit wird gerade in der Gastro stark kontrolliert.

Zum Standort: Achtung, wenn die Locations vorher keine Disco waren ist eine Nutzungsänderung zu beantragen. Ähnlich einem Bauantrag. Dann wird auch geprüft ob das Vorhaben in dieser Gegend erlaubt ist und z.B. genug Parkplätze ausgewiesen wurden... Gastro hat spezielle Erfordernisse an die Sanitäranlagen und die Anzahl derselben. Gemessen an der Raumgröße kann z.B. die Anzahl der Urinale angegeben werden. Also Baumaßnahmen...

Zur Eröffnung/Werbung: Flyer könnt ihr verteilen und Radiowerbung finde ich auch gut. Eine Plakatierung lässt sich die Stadt jedoch bezahlen und stellt dafür bestimmte festgelegte Flächen zur Verfügung.

Zu den Finanzen: Ich halte 100.000€ für das Gesamtvorhaben für angemessen. Kalkuliere z.B. 2000€ Miete + 3 MM Kaution, evtl. Makler, plus Umbaumaßnahmen, plus Materialbeschaffung für die Baustelle, + behördliche Genehmigungen, plus Gaststättenkonzession (können bis 3000€ sein) , plus ersten Wareneinkauf, plus soviel Geld das jeder von euch 3 Monate überleben kann. Bitte auch das Finanzamt nicht vergessen.

Zur Größe: 150qm ist viel zu klein. Selbst wenn das die reine Discofläche ist, also ohne Lager, Sozialräume, Toiletten, Flure, Bierkühlung etc...gehen ja davon auch noch die Flächen für Garderobe, Bar, Dancefloor usw. ab. Ihr wollt doch mehr als 70 Leute anziehen. Das Einzugsgebiet muss auch größer geplant werden, sonst könnt ihr nicht leben.

Zum Kredit: Die Banken geben für Gastrovorhaben schon seit Jahren keine Kredite mehr. Die Negativerfahrungen füllen ganze Abschreibungsbücher bei den Banken.

Zu den Eltern als Kreditgeber: Ich kann nur hoffen das ihr kein Geld von den Eltern bekommt. Das ist dann auch nur weg. Sollten diese Bürgen wird es wohl Geld von der Bank geben aber dann ist das Haus der Eltern weg...

Zum angegebenen Eigenkapital: Spar das Geld und mach in ein paar Jahren was vernünftiges...

Zu Deinen Freunden: Es gibt einen alten Spruch: "Kompagnon ist gleich Lumpagnon" Es wird immer Differenzen geben weil einer mehr als der andere arbeitet. Weil einer der "kreative" ist und der andere den Kanal säubert...Ausserdem braucht ihr eine geeignete Rechtsform. Bei einer GbR können sich die späteren Gläubiger aussuchen bei wem diese das Geld holen. Wenn dann nütz nur eine GmbH. Kann eine Mini Gmbh sein.

Letztes Wort : Lass es

Liebe Grüße, Peter

hatte 1970 meine erste Disco+ 1980 meine zweite -war aber Eigentum-1984 nächste auch eigentum-letzte für Einrichtung+ Umbau 280000,-DM- das reichte nicht Einkauf u.s. w. noch 50000,-DM.+100000,-Anlage Wer macht Inneneinrichtung?-kostet seht viel- meine damalige Anlage 100000,-DM-schätze in der Größe brauchst Du wenn nix da ist mit minimum 300000,-Euro- Kredit bekommst Du nicht auf Gastronomie-es wird sehr schwer werden Mietpreis-wenn es überhaupt genehmigt wird-schätze 5000-15000,-Euro Miete. Will Dir nicht den Mut nehmen-sammle Erfahrungen, frage nach

Zur Location: Vor Anmietung drauf achten, daß es in dieser Lage auch erlaubt ist. Stichwort Lärmbelästigung und Parkraum. Unbedingt einen Architekten ins Boot holen, wenn Sanitäranlagen etc. geplant werden. Die Abnahme würde nicht zum ersten Mal an um wenige Quadratmeter zu klein geplanten Sanitäranlagen verweigert. Gleiches gilt für Notausgänge, Brandschutztüren, etc.

Stichwort GEMA: Wird ab 2013 richtig teuer und ist im Voraus zu bezahlen.

Ein Steuerberater ist bei solch einer Planung Pflicht, damit es nicht zu bösen Überraschungen kommt.

50Tsd Euro sind ziemlich schnell weg, wenn die komplette Einrichtung, Licht- und Tontechnik, Genehmigungen, Abnahmegebüren, etc. geplant werden.

Zunächst muß natürlich der genaue Finanzbedarf ermittelt werden, ein Businessplan erstellt werden, damit klar ist, wie viel Umsatz im Monat überhaupt erreicht werden muß, um alle Kosten stemmen zu können. Kommt eine unrealistische Zahl unterm Strich raus, begrabt das Projekt lieber.

Ich habe vor fast 4 Jahren ein Unternehmen gegründet, daher weiß ich, daß nur eine sehr durchdachte Planung vor bösen Überraschungen schützt :-)

LG