Darf man 2 Wochen lang jeden Tag 10 Stunden arbeiten bei einer vertraglich festgelegten Arbeitszeit von 30 Stunden wöchentlich?

5 Antworten

Ich glaube, hier liegen sowohl bei Deinem Chef als auch bei Dir zumindest Unsicherheiten zur Arbeitszeitberechnung vor.

Arbeitszeit ist nicht gleich Öffnungszeit des Geschäfts und auch nicht Anwesenheitszeit im Unternehmen. Die Arbeitszeit ist im Arbeitsvertrag/Tarifvertrag/in der Betriebsvereinbarung geregelt - und so auch einzuhalten.

ArbZG § 2: "Arbeitszeit im Sinne dieses Gesetzes ist die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne die Ruhepausen."

ArbZG § 4: Die Arbeitszeit ist "durch im voraus feststehende Ruhepausen" zu unterbrechen. Die Pausen müssen also geregelt sein.

Bei Anwesenheitszeit von 10 Stunden (9 - 19 Uhr) ergibt sich also eine eine tägliche Arbeitszeit von 9 1/4 Stunden - denn 45' sind gesetzliche Pausenzeit. Die Pausen sind zu gewähren. Das ist keine Frage der Großzügigkeit des Chefs. Sollte er das nicht so sehen, mach ihn mal freundlich auf das ArbZG § 3 + 4 aufmerksam. Denn "länger als sechs Stunden hintereinander dürfen Arbeitnehmer nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden".

Die wöchentliche Arbeitszeit gilt für die 6 Werktage Mo - Sa. Samstag ist also gesetzlich kein arbeitsfreier Tag. Im Arbeitsvertrag ist zu regeln, ob Du eine 5- oder 6-Tage Arbeitswoche hast. Wenn also eine 6-Tage-Arbeitswoche mit insgesamt 30 h vereinbart ist, dann sind das täglich 5 Stunden.

Für 5 Stunden tägliche Arbeitszeit steht Dir keine Pause zu. Wenn Du aber tatsächlich täglich mehr als 6 Stunden arbeitest (und dafür eben keine 6 Tage, sondern 3 Tag x 10 h oder 4 Tage x 7,5 h), dann stehen Dir die entsprechenden Pausen zu.

All das kannst Du nachlesen im ArbZG https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/BJNR117100994.html

moment, 9-19 sind in der Tat zehn Stunden, aber nur 9,5 Arbeitsstunden, wenn Dir eine Pause von 30,00 min abgezogen wird, was wiederum auch gegen das Arbeitszeitgesetz verstößt, da ab 9,00 Stunden 0,45 Minuten abgezogen werden müssen. BZW AUCH GEMACHT WERDEN SOLLTEN!

Wie viele Stunden musst Du in der Woche bzw,. Monat GESAMT, also netto, ohne Pause arbeiten?

Wie oben geschrieben habe ich eine vertraglich festgelegte Arbeitszeit von 30 Stunden wöchentlich, da ich in einer normalen Woche nur 5 Stunden arbeite wird mir in solch einer Woche gar keine Pause abgezogen

Zuerst mal ist Samstag ein ganz normaler Arbeitstag, wozu ein Ausgleichstag?

Wenn Du täglich 10 Stunden arbeitest, steht Dir nicht nur eine halbe Stunde Pause zu. Diese Pause musst Du nehmen können, sonst sag dem Chef, dass Du einfach abschließt.

In diesen 10 Stunden musst Du ja auch mal aufs WC. Was machst dann?

In den 10 Stunden trinke und esse ich sogar. 😁 Mir war so das man einen Ausgleichs Tag bekommt wenn man 6 Tage arbeiten muss. Das mit dem abschließen ist nicht so einfach, wir haben einen Großteil unserer Ware draußen stehen, das müsste ich dann alles reinräumen und dann wieder rausräumen und das braucht insgesamt schon eine stunde.

@Lizzy794

Es spielt keine Rolle, ob Du mal zwischendurch was essen und trinken kannst. Du hast das Recht, dass Du für 45 Minuten Deine Beine hochlegen kannst oder in ein Lokal gehen und was essen oder einkaufen gehen.

Die Ware morgens nach draußen und abends wieder reinstellen bekommst Du aber schon bezahlt?

@Allexandra0809

Ja das bekomme ich bezahlt,das erledige ich in meiner Arbeitszeit.

@Lizzy794

Dann ist es ja gut. Einem Chef, der die Pause abzieht, aber nicht gewährt, würde ich auch zutrauen, dass er erst zahlt, wenn der Laden aufmacht.

@Allexandra0809

Vor gut 10 Jahren wurde hier sogar Sonntags ohne Bezahlung gearbeitet. Ohne Zuschläge, ohne alles. Das war allerdings vor meiner Zeit.

@Lizzy794

Ja, die Zeiten haben sich geändert. Jedoch ohne Zahlung hätte ich nie gearbeitet, auch nicht vor 10 Jahren.

Heute kann sich das nicht so leicht ein Arbeitgeber erlauben.

Grundsätzlich muss dir der Arbeitgeber die zustehende Pause ermöglichen ... unter zwar mehr als 30 Minuten. Hinzu kommt, dass z. B. Toilettengänge möglich ist.

Es ist aber insgesamt fragwürdig, ob der Arbeitgeber seiner Fürsorgepflicht nachkommt. Was ist z. B, wenn Du ohnmächtig werden solltest. Für solche Fälle muss der Arbeitgeber Vorsorge treffen.

Wegen der 10 Stunden pro Tag: Grundsätzlich ist das möglich, muss aber innerhalb 24 Wochen durch Minderarbeit ausgeglichen werden. Du solltest hier schauen, ob in deinem Arbeitsvertrag inkl. Anhängen Klauseln enthalten sind, die die gesetzlichen Möglichkeiten einschränken. Linktipp: https://www.arbeitszeit-klug-gestalten.de/alles-zu-arbeitszeitgestaltung/arbeitszeitrecht/taegliche-arbeitszeiten/

(Die Seite ist übrigens von einer arbeitgeberfreundlichen Organisation)

Vor ein paar Jahren gabs hier nicht mal Stühle. Bis eine Kollegin ohnmächtig geworden ist und sich einen arm gebrochen hat. Von Fürsorge kann hier keine Rede sein. Ich saß einmal auf unserem Stuhl und habe es gewagt eine Stulle zu essen, da kam der Chef rein und die Hölle brach hier aus!

@Lizzy794

Schonmal die Gewerbeaufsicht eingeschaltet? Das geht auch anonym.

@Ifm001

Nein, wenn man das machen würde dann würde hier womöglich die Hölle losgehen. Auch anonym... Da würde der Chef so lange nach harken bis wer sich verplappert und dann fliegt der jenige.

Zur Minderarbeit: Wir "bummeln" jeden Tag ein wenig Überstunden ab da unser Chef die Öffnungszeiten so gelegt hat. So müsste ich eigentlich in meiner Frühschicht Woche (Samstag frei) von 9 bis 15 uhr arbeiten damit ich auf meine 30 Stunden komme, ich arbeite allerdings nur bis 14 uhr. Also derjenige der Frühschicht hat Bummelt etwas ab.

mensch, Dein Vertrag spielt keine Rolle, es geht um den rechtlichen Aspekt, dazu musst du offen legen wie viele Stunden du in der Woche arbeitest, mehr oder weniger als 48 netto (Beamter bis wohl nicht, oder?)

Nein ich arbeite als Floristin. In einer normalen Woche 30 Stunden ohne Pause und in einer Woche wie jetzt sind es ohne Pause 52.5 Stunden

Was möchtest Du wissen?