Darf der Arbeitgeber die Anrede zwischen Bewohner und Pflegekraft vorschreiben?

9 Antworten

Der AG hat das Recht eine Betriebsordnung zu erlassen in der solche Frage wie die Anrede geregelt werden. Das wurde schon oft behandelt und gibt es auch Urteile, meist ging es dabei um das Duzen. Aber der Tenor dabei ist immer, dass der Arbeitgeber dazu das Recht hat.

Auch wenn man es nicht schon findet. Ich finde die Anrede mit Sie und Vornamen auch ok, dennoch kann der AG eben anderer Meinung sein.

Leider kann tatsächlich der Chef vorschreiben, was in Eurem Hause Usus ist. Aber albern ist es schon, da gebe ich Dir vollkommen recht und ich finde Eure Lösung mit dem "Hamburger Sie" sehr gut. Vielleicht könnt Ihr Eurem Heimleiter das Ganze noch mal in Ruhe und im Guten erklären? Ansonsten bleibt Euch nur, den Bewohnern zu sagen, dass Ihr Euch gerne mit dem Vornamen anreden lassen wollt, aber die Heimleitung dagegen ist und sie Euch im Beisein der Heimleitung besser mit Nachnamen anreden sollten. Zur Hilfe empfehle ich große, deutlich lesbare Namensschilder.

Hallo Sabine,

was hast Du denn für einen Chef? Das wäre ja nur doof, vor allem den Bewohnern gegenüber die ihr schon lange auf der Station habt. Und dieser Satz, den ihr da aufsagen sollt, von wegen "für sie bin ich..." das klingt ja mal total dämlich.

Ich finde wenn er das wirklich will dann muss er das zumindest jedem Heimbewohner erklären!

Ich arbeite seit 12 Jahren in der Pflege, aber so was hab ich noch nie gehört. Wenn ihr einen Betriebsrat habt würde ich da mal nachfragen, die sollten sich da auskennen oder zumindest wissen wo man nachschauen kann.

Wir werden von den meisten sogar geduzt. Das hat auch nicht wirklich was mit Distanz zu tun, da zählt eher das Verhalten von Euch Pflegekräften. Wobei ich denke dass im Heim sowieso eher das Gefühl von Geborgenheit wichtig ist als eine mordsmäßige Distanz zu halten.

Grüßle, Steffi

Meine rechtliche,unverbindliche Einschätzung ist:Jeder Mensch hat Anspruch darauf,sich mit dem Nachnamen ansprechen zu lassen.So unaussprechlich der auch sein mag.Herr oder Frau ist ganz egal.Menschlich gesehen würde ich sagen,es kommt immer auf die Situation an.Möchte jemand als Herr angeredet werden,obwohl er schon nicht mehr alle beisammen hat,dann macht man das Spielchen eben mit.Ein altes Mütterchen,was vielleicht Geborgenheit vermißt,kann man mal ja mal ausloten,ob ein Du angebracht ist.Das gilt für Männer und Frauen gleichermaßen.Distanz kann für Denjenigen gut sein,der es will,ist aber meines Wissens nach nicht zwingend vorgeschrieben.Ich kann mir nicht vorstellen,im Alter in einem Heim mit Herr Sowieso angesprochen werden zu wollen.Sollte ich mal da landen,dann bin ich der R:.............

Das hast du falsch verstanden. Ich sieze die Bewohner und nenne den Nachnamen. Unser Heimleiter hat etwas dagegen, dass die Bewohner mich beim Vornamen nennen.

Der Chef kann dir vorschreiben, wie DU die Bewohner anredest. Wie sie dich anreden, darauf hat er keine Einflussnahme.

Stell dich vor wie er es verlangt und gut ist.

trauriger Umstand, wenn ein Chef die Mitarbeiter nicht bei vollem namen kennt...

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