Chef zwingt uns zu extra Pause neben den regulären Pausen. Erlaubt?
Hallo Gemeinde,
unser Chef zwingt uns dazu, neben den regulären gesetzlichen Pausen, des öfteren nochmal extra 10-15 Pause zu machen. Viele wollen das nicht und ich hab diese jetzt auch verweigert und musste deshalb mit ins Büro. Er meinte, dass ich die Pause machen muss, weil er das so sagt. Ich selbst bin der Meinung, dass ich nicht dazu gezwungen werden kann, wenn ich meine 30 Minuten bzw 45 Minuten schon beendet habe.
Wir arbeiten mit ein-/ausscannen wenn wir Feierabend/Pause haben und uns wird somit jeden Tag nochmal Arbeitszeit und somit Lohn genommen. Wie weit ist er damit im Recht?
6 Antworten
Wenn Du Deine vertraglich vereinbarte Arbeitszeit erreichst, kannst Du wohl nichts gegen längere Pausenzeiten machen.
Der § 4 Arbeitszeitgesetz legt nur die Mindestpausen fest. Wenn der AG längere Pausen anordnet oder zwischen den Zeiten noch Pause gemacht werden soll, dann darf er das tun.
Ausnahme wäre nur, die Arbeits- und Pausenzeiten wären vertraglich oder in einer Betriebsvereinbarung festgelegt. Für letzteres braucht es aber einen Betriebsrat. Dieser hat dann auch ein Mitspracherecht bezügl. der Pausen.
Dein AG muss die Pausenzeiten aber im voraus festlegen. Wenn der AG aber kurzfristig eine Pause anordnet und Ihr da dann auf "Abruf" seid, weil er sie jederzeit unterbrechen kann, ist das keine Pause im Sinne des ArbZG und damit vom AG zu bezahlen.
Du hast einen Arbeitsvertrag mit festgelegten Wochenstunden. Die bist du verpflichtet einzuhalten - und er auch.
Wenn er meint, dass ihr öfter Pause machen sollt und damit über die gesetzlich vorgeschriebene Pausenzeit kommt, kann er euch diese Zeit nicht vom Lohn/Gehalt abziehen. Denn das bedeutet, dass ihr nicht den vertraglich festgelegten Monatslohn bekommt.
Habt ihr einen Betriebsrat? Auch die Gewerkschaft benachrichten wäre gut. Eine kostenlose Beratung beim Arbeitsgericht kann auch nicht schaden. Die werden deinem Chef schon klar machen, was er darf und was nicht.
Ich wünsche dir viel Erfolg bzw. euch. Tut euch zusammen, dann fällt die ganze Last und der Ärger nicht nur auf dich allein.
Kommentar zur Antwort von Hexle2:
Wenn es nach dem Arbeitszeitgesetz ginge, könnte dann also ein Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Gesamtanwesenheitsspanne von 13 Stunden an einem Tag verordnen, die von so vielen 10-minütigen Pausen unterbrochen ist, dass die Netto-Arbeitszeit acht Stunden beträgt, mit der einzigen Vorbedingung, dass die Lage der 10-Minuten-Pausen am Anfang des Arbeitstags schon schriftlich vorliegt?
Zum Beispiel soll man immer 20 min arbeiten und dann 10 min Pause machen. Zusätzlich gibt es zwei längere Pausen.
Ich fände so etwas ziemlich unzumutbar.
Ein Arbeitgeber kann seine Arbeitnehmer nicht dazu zwingen, beliebig häufig in Zeiten, wo gerade keine Arbeit anfällt, sich auszustempeln, damit die Mitarbeiter dann abends länger bleiben müssen, weil vielleicht in der Zwischenzeit wieder ein neuer Auftrag hereinkommt, den sie dann noch erledigen könnten.
Das Risiko von vorübergehenden Auftragslücken trägt vielmehr der Arbeitgeber. Schließlich kann der Arbeitnehmer mit diesen zwangsweisen Kurzpausen nichts Vernünftiges anfangen und wird in seiner persönlichen Freiheit eingeschränkt.
Ich weiß was dein chef macht, wo arbeitest du denn??
Kann das sein das dies am Mindeslohn (8,50€) liegt???
Er muss dir die zwangspausen dazurechnen sonst kann er dir den Arbeitsplan/stundenlohn/ nicht ausschreiben,wenn er die pläne fälscht muss er eine gewisse Zwangspause machen, damit er nicht über die 8.50 geht
is nicht ganz legal^^
frag ihn mal ;)