auto defekt nach autoverkauf

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Die Sache ist doch extrem einfach:

Wie du schreibst hast du einen Standardvertrag (wie es ihn z.b. vom ADAC, mobile.de etc. gibt) benutzt. Dort ist überall der richtige Passus enthalten und damit hast du die Gewährleistung wirksam ausgeschlossen. Pech für den Käufer.

Der Gewährleistungsausschluss ist aber dann ungültig wenn du gewerblich handelst, also du z.b. ein Fahrzeug deiner Firma verkaufst. Als Privbatverkäufer hast du hier keine Probleme.

Solltest du dem Käufer einen Mangel arglistig verschwiegen haben, dann bist du zur Behebeung des Schadens verpflichtet. Wenn du also z.b. 1 Woche vor Verkauf in der Werkstatt warst und dir der Mechaniker dort sagte, dass wenn du nicht schnellstmöglichst das Teil A für 1000 Euro Kosten austauscht das Fahrzeug einen kapitalen Motorschaden erleiden wird dann musst du dem potentiellen Käufer davon in Kenntnis setzen. Hast du von einem Defekt keine Ahnung, dann kannst du diesen Defekt auch nicht arglistig verschweigen. Wenn du auch hier nichts verschwiegen hast ist alles in Butter. Dazu muss dir der Käufer beweisen, dass du von einem Mangel wusstest.

Lange Rede kurzer Sinn:

Du hast die Gewährleistung wirksam ausgeschlossen, handelst weder gewerblich noch hast du einen Mangel wider besseren Wissens verschwiegen: Somit können dir auch 100 Anwälte nichts anhaben. In so einem Fall würde ich mich zurücklehnen und den Käufer mal drohen lassen. Selber bei einem Schreiben einen Anwaltes würde ich da mehr als gelassen bleiben. Brauchst eben gute Nerven (was viele Leute nicht haben). Ob das Kontaktieren eines eigenen Anwaltes schon vor einem Gang vor Gericht Sinn macht musst du entscheiden. Lass dich von dem Aufbau einer Drohkulisse durch deinen Käufer nicht einschüchtern. Wenn du z.b. Mitglied im ADAC bist dann ist eine kostenlose anwaltliche Erstberatung im Mitgliedsbeitrag enthalten.

Bedenke auch, dass es mittlerweile bei vielen Auto-Käufern Mode wurde, nach erfolgtem Kauf durch (leere) Drohungen den Kaufpreis zu optimieren. Innerhalb von 10-15 minuten kann man so locker 300, 500 oder über 1000 Euro zusätzlich verdienen. Ist doch ein super Stundenlohn ohne grossen Aufwand und er funktioniert erstaunlich oft.

Viel Erfolg

Rechhtsschutzversicherung kannst Du vergessen. LAufende Verfahren zahlen die nicht. Aber wenn Du einen Standardkaufvertrag hattest, in dem bei einem Privatverkauf die Gewährleistung und Sachmängelhaftung ausgeschlossen wurde, hat der Käufer halt PECH GEHABT. Soll er Dich verklagen, kommt er nicht mit durch. Weiss er aber selber, deshalb kommt auch nix. Nur Heisse Luft und Drohungen von Ihm.

Du kannst Dafür keine Rechtsschutzversicherung mehr abschließen. Der Rechtsstreit ist ja schon eingetreten. An Deiner Stelle würde ich mit dem Kaufvertrag selber auch zu einem Anwalt gehen. Entweder ist der Vetrag wasserdicht, dann sind Deine Chancen gut. Oder Dein Anwalt schlägt die Hände über den Kopf zusammen. Dann würde ich das Auto zurücknehmen.

Geh damit zu irgendeinem Anwalt (ohne Rechtschutz). Wenn in deinem Vertrag sowas wie "Gekauft wie gesehen" steht, hat der Käufer keine Chance. Der will dich nur einschüchtern.

Das stimmt leider nicht: Denn "gekauft wie gesehen" ist noch lange nicht das gleiche wie "unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung". Bei "gekauft wie gesehen" kann man als Privatverkäufer an Privat für solche Mängel herangezogen werden, die ein Privatmensch überhaupt nicht sehen oder kennen kann.

@dsupper

Dabei sollte die Beweislast jedoch beim Kläger liegen. Dieser muss nun also nachweisen, dass der Beklagte von den Mängeln wusste. Der Fragende erläutert jedoch, dass er alle ihm bekannten Mängel gemeldet hat. Es liegt kein Fehlverhalten seinerseits vor. Demnach muss er auch nicht dafür haften.

Ansonsten könnte ich mir doch irgendeine Karre gebraucht kaufen, damit einen tollen Wochenendausflug machen, und anschließend völlig vergurken. Der Vorbesitzer soll dann den Wagen zurück nehmen und mir mein Geld zurück zahlen.

@FabiHilft

Ja, wenn du einen Verkäufer findest, er tatsächlich nur den Passus "gekauft wie gesehen" im Vertrag stehen hat - dann hättest du bei so einem Verhalten tatsächlich gute Karten. Denn du kannst - als Privatperson - ja nur die äußerlichen Mängel sehen - da du kein Sachverständiger bist, kann also niemand von dir verlangen, auch "innerliche" Mängel zu erahnen.

Daher ist es so wichtig, hieb- und stichfeste Verträge zu machen - sonst kann man schnell der "Dumme" sein.

Also Haftpflicht dafür kannste vergessen, die finanziert keine laufenden Verfahren. Was haste denn genau für einen kaufvertrag verwendet? Mit dem Zusatz: gekauft wie gesehen oder so?

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