Amazon: Falsche, hochwertigere Ware geliefert bekommen

5 Antworten

Es gibt doch eine Buchpreisbindung, also wo ist jetzt genau das Problem, du sagst doch selbst das du den Differenzbetrag bezahlen willst!?

also wo ist jetzt genau das Problem

das findest du heraus, wenn du meine Frage komplett liest.

@BerndLauert

Ich habe die ganze Frage gelesen, aber ich sehe da einen Widerspruch:

Differenzbetrag wäre ich gewillt zu zahlen - allerdings nur die Differenz zur aufgedruckten UVP

Ich frage mich also, wie viel mehr will denn der Händler jetzt haben?

@Gruffalo

Kaufpreis des neuen Buches lt. Angebot abzgl. des Kaufpreises, die für das bestellte bereits bezahlt wurde. 10 EUR also - wer liest, ist klar im Vorteil :-)

G imager761

Ich denke, dass eine definitive Antwort hier wohl keiner geben kann. Was wir hier tun ist Meinungen auszudrücken und Geschäftsbedingungen auszulegen. Nicht falsch verstehen... Generell stimme ich mit den anderen überein und denke, dass er das Geld nicht einfach so fordern darf. Ist ja schließlich sein Fehler.

Aber: Um Gewissheit zu erlangen, solltest du vielleicht mit Amazon Kontakt aufnehmen. Der Service kümmert sich eigentlich um jedes Problem und die sind sehr gewillt den guten Ruf zu schützen. Antworten kommen auch immer sehr schnell und ausführlich. Probier's mal!

welche Möglichkeiten habe ich als Käufer in so einem Fall überhaupt?

Nicht nur rein hypothtisch, sondern gesetzlich hast du Herausgabe des Buches gegen Wertersatz (gelesen) oder Zahlung der Kaufpreisdifferenz zu leisten :-(

Rechtlich gesehen stellte die Ersatzlieferung eine invitatio ad offerendum, also ein neues Angebot des Händlers dar.

Die konntest du ablehnen, eine kostenfreie Rücksendung vornehmen und den ürsprünglichen Kaufpreis erstattet verlangen.

Oder annehmen, und schuldest damit dem Händler die Kaufpreisdifferenz des höherwertig angebotenen Artikels. Selbstverständlich zu seinem Kaufpreisangebot gem. Angebot, nicht zur UVP.

Angesichts der extrem langen Lieferzeit, der Ignoranz des Händlers und der handschriftlichen Danksagung ging ich davon aus, dass das umfangreichere Buch quasi als "Entschädigung" für besagte Unannehmlichkeiten verschickt wurde.

Dies Annahme geht zu deinen Lasten und dringt nicht durch.

Ich bin wie gesagt gewillt, die Sache schnell und unbürokratisch über die Bühne zu bringen und würde dem Zehner nicht hinterherweinen.

Dann zahle die 10 €, zumal das höherwertige Geschenk bestimmt Anklang fand.

Die erheblichen Kosten eines Mahnbescheides oder gar einer gerichtlichen Klärung stehen in der Tat in keiner vernünftigen Relation, zumal sie wenig aussichtsreich erscheint :-(

Du hast objektiv einen höherwertigen Artikel als bestellt und bezahlt angenommen und kannst dich mangels ausdrücklicher Zusicherung ("kostenfreie Ersatzlieferung für nicht verfügbaren Artikel ISBN...) gerade nicht auf Vertragserfüllung deiner Bestellung berufen :-O

G imager761

Ich muss leider wieder auf inhaltliche Fehler aufmerksam machen.

Unabhängig von der rechtlichen Qualifizierung des Händlerverhaltens im konkreten Fall, ist die Aussage, dass es sich im Fall einer invitatio ad offerendum um ein neues Angebot des Händlers handelt grundlegend falsch. Es ist gerade genau das Gegenteil der Fall. Ein invitatio ad offerendum lässt einen Rechtsbindungswillen gerade vermissen und stellt deshalb die Aufforderung an den Geschäftspartner dar, selbst ein verbindliches Angebot abzugeben. Es ist gerade das Wesen der invitatio ad offerendum, dass sie kein Angebot darstellt. Die Verwendung des Begriffes ohne ihn selbst verstanden zu haben, legt den Verdacht nahe ungerechtfertigter Weise mit wissenschaftlicher Sprache glänzen zu wollen. Den zweiten Teil bzgl. des Mahnbescheides lasse ich mal unkommentiert.

Wenn du die knallharte Tour willst, ...

Zunächst einmal würde ich genauso reagieren, wie der Händler zuvor. Nämlich garnicht. Sitze die Angelegenheit aus. Melde dich erst, wenn du musst. Also wenn ein Einschreibebrief kommt oder ein Schreiben vom Gerichtsvollzieher oder Anwalt. Dann sage, dass der Artikel "untergegangen" ist. Das ist der juristische Begriff für "nicht mehr verfügbar". Falls nun doch ein findiger Jurist auf die Idee kommt, dass du hier aus welchen Gründen "erstattungspflichtig" seist, führe die Einrede der Fristversäumnis ein. Deswegen sagte ich Eingangs, dass du auf Zeit spielen solltest.

Verbleibt eine Sache (nicht "Fund") eines Eigentümers bei einer anderen Person (Besitzer), muss diese die Sache zwar nicht auf eigene Kosten dem Eigentümer zurückbeschaffen, sie muss sie jedoch für einen "angemessenen" Zeitraum aufbewahren, für den Fall, dass der Eigentümer sie zurückhaben will. Was hier angemessen ist, bemisst der Jurist nach Größe und Wert der Sache. Z. B. 3 Festmeter Brennholz sind kaum zuzumuten, auch nur mehrere Tage aufzubewahren, während ein kleiner Diamant z. B. zuzumuten wäre, auch über Monate aufzubewahren.

D. h. je später seit dem Kauf sich der Händler nachweislich mit dir in Verbindung setzt ("nachweislich" ist nicht Email, sondern Schriftliches mit Empfangs- oder Zustellbestätigung), desto kleiner die Chance auf einen Anspruch. Zudem kannst du deine unbeantworteten Kontaktversuche mit dem Händler als Argument anführen, dass du annehmen MUSSTEST, dass der Mehrwert sozusagen als Wiedergutmachung gilt.

Das Schöne ist ja, der Händler will etwas von dir, nicht umgekehrt. Wenn jemand klagen sollte, müsste es schon der Händler sein. Und für 5€ wird wohl keiner klagen. Und wenn doch, kannst du selbst dann noch einlenken, wenn die Vorladung vom Amtsgericht kommt, und die 5€ nachzahlen.

Ganz abgesehen davon, dass dieser Kommentar jeder Rechtsgrundlage entbehrt - es handelt sich nicht um einen unverlangt zugesandten Artikel, sondern um ein neues Angebot einer Bestellung - ist es fahrlässig, einem fragantrn zu raten, ins juruistisch offenen Messer zu laufen :-O

Nichtzahlung stellt ein Verzugsschaden dar, deren Verfolgung (Anwalt, Klage, Mahnbescheid) zzgl. Verzugszinsen auf Kosten des Käufers beigetrieben werden kann :-)

Man kann aus 10 EUR auch 500 EUR machen, muss man aber nicht, zumal, wenn der fragant die 10 EUR durchaus bereit ist zu zahlen und sich eher über den Service ärgert denn über das höherwertige Geschenk :-O

G imager761

@imager761
  1. Die Behauptung, dass mein Kommentar jeder Rechtsgrundlage entbehrt, ist völlig unbegründet.

  2. Ich riet nicht, "ins juristische Messer zu laufen". Im Gegenteil. Ich riet, sich juristisch abzusichern.

  3. Nichtzahlung stellt nur dann einen zu ahndenden Tatbestand dar, wenn ein Anspruch auf Bezahlung besteht. Das ist in diesem Fall mindestens strittig. Nach meinem Dafürhalten besteht dieser Anspruch nicht. Das kann auch nicht anders sein. Wenn dem nämlich so wäre, hätte jeder, der einem anderen unaufgefordert einen höherwertigen Artikel als den bestellten liefert, Anspruch auf Bezahlung.

  4. Man kann aus 10€ keine 500€ machen, außer vielleicht an der Börse. Was man aber kann, ist, sich von der Drohung vermeintlich höherer Kosten einschüchtern lassen.

Hi. Nach meinem Rechtsverständnis hat der Händler keinen Anspruch auf mehr auf eine Rückgabe oder Auszahlung eines Differenzbeitrages, da er 3 Wochen später nicht mehr "unverzüglich" gehandelt hat, also ohne Verzug, um die Wirksamkeit des Kaufvertrages noch anzufechten. Es war seine Schuld und nicht die Deine. Da er der Verkäufer (Händler) ist, hat er ebensowenig die Möglichkeit des Umtausches, Garantie oder Wandelung. Das Buch gehört Dir.

Darüber hinaus sind 10€ unter dem Streitwert.

Ruf einfach nicht mehr beim Händler an oder sag ihm, dass er halt Pech gehabt hat. Soll ihm eine Lehre für seine Unfreundlichkeit sein ;-)

Kannst ja nochmal bei einem Juristen nachfragen, aber ich denke, dass ich mit meinen Äußérungen schon recht habe..

Gruß!

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