Ärztliche Bescheinigung gefälscht?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das sind schon ziemlich heftige Anschuldigungen. Auf den ersten Blick klingt das ziemlich deutlich nach Urkundenfälschung (§ 267 StGB) und Arbeitszeitbetrug (§ 263 StGB). Das würde m. E. eine fristlose Kündigung rechtfertigen. Allerdings solltet ihr das am besten von eurem Anwalt prüfen lassen.

Ich würde einfach direkt zu dem Arzt gehen und da nach fragen. Weiß aber in dem Sinne nicht wie es mit ärztlicher Schweigepflicht aussieht. Aber sollte da irgendwas faul dran sein, dann wird der sicher was zi sagen. Sollte sie tatsächlich fälschen, dann fristlos Kündigen! 

Eine Anfrage ob man Blankoformulare bekommt würde ja schon reichen.

Macht eine Anzeige wegen fälschung von Gesundheitszeugnissen (§277 StGB). Ein derartiges verhalten rechtfertigt aus meiner Sicht eine Fristlose kündigung

Eine Bescheinigung über einen Arztbesuch ist kein Gesundheitszeugnis. Da ist wohl eher § 267 StGB einschlägig.

In erster Linie habt IHR nichts damit zutun, sondern der disziplinarische Vorgesetzte. Ihr habt da nichts zu unternehmen, das obliegt ihm.

Eine Anzeige wegen Urkundenfälschung ist auch nicht eure Aufgabe, zudem ihr noch nicht wissen könnt ob die Kollegin diese Scheine verwendet hat. 

Oder wird das auch locker im Büro über den Tisch gereicht?

Wir haben schon mehrere dieser Bescheinigungen eingereicht bekommen zumindest sehen die 1:1 so aus.

@JaBu84

Was heißt den wir, bist du der Vorgesetzte?

@HoskevonBerg

Ich bin zuständig für die LOHN- und Finanzbuchhaltung, deswegen kommen mir alle Bescheinigungen auf den Tisch. Ich bin in der Abteilung der Vorgesetzte ABER die Blankeformulare hat die Chefetage gefunden.

Die Meldungen kommen zuerst zur Vorlage beim Chef / Chefin und dann zu mir, durch den Zufallsfund habe ich alle Bescheinigungen mal geprüft und alle sind von ihr ausgefüllt worden. Ihre Handschrift wurde eindeutig erkannt und eine unleserliche Unterschrift vom Arzt kann man schnell nachmachen. Zumindest weichen die Unterschriften von den Bescheinigungen von denen der tatsächlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ab.

@JaBu84

Das klingt wirklich böse, da kommt ja nicht nur die Urkundenfälschung in Frage, da wären ja auch wahrscheinlich die Ausfallzeiten.

Ich würde alles zusammenfassen und weiterleiten, damit der disziplinarische Vorgesetzte über den weiteren Verlauf entscheidet. Unter dem Strich ist es recht simpel, wenn der Arzt bekannt ist kann man ja nachfragen.

Sind es denn alles Originale? Oder einfach Farbkopien? Und gibt es den Arzt wirklich?

Also ich war erst vor kurzem bei einem Arzttermin und habe so ein Blanko-Formular erhalten (nur Stempel und Unterschrift des Arztes waren drauf), den Rest konnte ich mir nach belieben selbst ausfüllen.

Auf den Dokumenten ist nicht mal die Unterschrift des Arztes. Alle Bescheinigungen sind Schwarz-Weiß und theoretisch ohne viel Aufwand am PC selbst erstellt. Den Arzt gibt es, war früher selbst mein Hausarzt aber ein Blankoformular habe ich nie bekommen, geschweige denn eine ganze Folie voll.

@JaBu84

Habt ihr die Kollegin denn schon mal zur Rede gestellt? Was sagt sie dazu?

@Hankerchief

Die ist heute, oh Wunder, zufällig krank aber das ist hier im Büro nichts neues... Vielleicht kann man sie morgen zur Rede stellen.

@JaBu84

Nach dem Gespräch mit den Chefs hat sie zugegeben, dass sie die Bescheinigungen gefälscht hat aber da sie Papas Liebling ist hat man es bei einer Abmahnung belassen. Ihr Vater ist einer der Chefs und hat bei dem Gespräch etwas quer geschossen. Eigentlich waren sich beide Chefs einig, dass es die Fristlose gibt aber Papa kam beim Gespräch mit etwas um die Ecke das vorher nicht unter den Chefs abgesprochen war. Immerhin steht in der Abmahnung das beim nächsten kleinen Fehltritt die fristlose Kündigung folgt. Nun wird akibisch alles überwacht und geprüft. Stimmt ihre Stundenerfassung etc.

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