2 Jobangebote als Architekt, öffentlicher Dienst oder Großkonzern?

5 Antworten

Der Einstieg mit 3.800 € brutto beim öD wurde dir im Vorstellungsgespräch genannt oder beruht auf deiner Annahme?. Kann ich im Moment in keiner Tabelle nachvollziehen. Falls zugesichert, hast du dich bereits gut verkauft. Mit Bachelor kannst du unter Umständen vielleicht noch in die E 12 oder E 13 kommen. Spätestens dort ist Schluss.

Wie bereits erwähnt: öD ist sicher, geregelte Arbeitszeiten, ist tolerant was Arbeitszeiteinteilung betrifft, leidet an personeller Unterbesetzung.

Meiner Meinung nach muss man für den öD ein besonderes Charisma mitbringen. Es mag sein, dass du dort technisch 3 Schritte rückwärts gehst ( Kann sein, muss nicht sein).

Verbesserungen, Veränderungen, Änderung von Arbeitsabläufen, das eigene Tun gelegentlich dem technischen Fortschritt anzupassen - Benötigt viel Geduld und Ausdauer. Muss A gehört werden, B eingebunden, doch noch auch die Zustimmung von C, damit vielleicht D entscheidet.

Mit den Dingen kommt man klar oder eben nicht.

Der Großkonzern, ist Kalkulation etwas was dir liegt? Ohne konkrete Vorstellung habe ich den Eindruck das wäre für dich Neuland, bedeutet evtl du wirst dich hauptsächlich mit HOAI und vielleicht Vergaberecht rumschlagen. ( würde ich mir jetzt mal darunter vorstellen).

Selbst planen: wirst du eher nicht mehr. Evtl noch viel reisen? Wenn ich mit meiner Vermutung richtig liege, dich auch oft mit den Stellen des öD rum ärgern.

Das Arbeitsklima kann man leider nie vorher einschätzen.

Entscheiden musst du jetzt selbst.

moin, danke für die ausführliche Meinung. Die Zahl beruht auf der Entgeldtabelle 2019, E11, Stufe 2, dort würd ich einsteigen.

ja im Endeffekt, kann man es vorher nie so genau wissen. Die Tendenz geht aber nun stark zum öD.

Was bei ÖD eben nicht zu verachten ist: die sozialen Leistungen.

Nett auch: die Gehaltserhöhungen sind einfach klar, da muss nichts verhandelt werden.

Es ist letztlich auch eine Einstellungssache. Und ganz zuletzt merkt man irgendwann auch meist, dass Geld nciht das wichtigste Kriterium ist.

Ich hab´s mal bei einem Kollegen gesehen, erst war er lange in unserer Kompagnion-Firma. Gutes Geld, Dienstwagen.. und dauernd unterwegs. Mo-Fr immer anderswo, nur am WE zuhause, dabei nioch dauernd wechselnde Einsatzorte.

Standard in unserer Firma.

Alle anderen machen das ja auch und sind´s kohle- und karrieremässig zufrieden.

Nur hat er irgendwann gemerkt.. auf Dauer nicht seins. Denn sozialkompatibel null.

Dann war eine Geologenstelle hier von der Stadt ausgeschrieben.. tadah. Er ist jetzt happy..und die (Ex)kollegen lästern, er wär ja wohl ein bisschen unambitioniert.

Ich persönlich denke, er war10 Jahre sehr ambitioniert.. und hat gesehen,was für ihn Priorität hat.

Lustig mal seine Aussage (wir trafen uns noch öfter beim Auftraggeber): was soll ich mit nem dollen Dienstwagen.. ich hab eh mein Auto und jetzt nen Jobticket für den ganzen Verkehrsverbund.

Entscheide selbst - stichwortartig zusammengefasst

  • Öffentlicher Dienst oft Schlafstelle - langweilig - Geschmacksache.
  • Großkonzern viel Arbeit, viel Ärger, viel Verantwortung, viel Geld (?)

Alles hat seine Vor und Nachteile ist halt auch Typ abhängig raten kann man da nicht wirklich

Das mußt Du selber entscheiden. Später, rückblickend , ist man immer schlauer.

Wenn Du Dich in Deiner Heimatstadt wohl fühlst und Sicherheit schätzt, wäre das eine gute Möglichkeit , mit überschaubarem Streß , regelmäßigem Urlaub, Betriebsrente .

Suchst Du aber die Herausforderung und die Abwechslung , wäre der Konzern gut.

Allerdings wäre eine Arbeit als Kalkulator für die meisten Architekten sicher nicht die Tätigkeit der Wahl.

Freude an der Arbeit sollte ein wichtiges Kriterium sein.

Mein Mann ist als Informatiker im öD seit über 10 Jahren. Auch er könnte in der freien Wirtschaft sicherlich um einiges mehr verdienen.

Dennoch ist er sehr glücklich mit seiner Stelle! Er ist nicht der Typ, der unbedingt eine Führungspostion will. Eher im Gegenteil - er findet es eigentlich ganz angenehm, dass er nicht ständig seinen Kopf für alles, was schief läuft, herhalten muss und auch nicht derjenige ist, der mit den Kollegen schimpfen muss, wenn die Mist bauen ;).

Sein Job ist halt auch ein äußerst sicherer. Im öD muss man nicht verbeamtet sein, um eine sichere Stelle zu haben. Auch die Angestellten können dort ziemlich langfristig und zuverlässig planen, sobald keine Befristung mehr besteht. Im öD muss man halt schon so richtigen Mist bauen, um wieder entlassen zu werden ;). Das geht in der freien Wirtschaft dann oft doch erheblich schneller...

Auch ist mein Mann keiner, der besonders gut darin wäre, hart um sein Gehalt zu verhandeln. Im öD ist da klar geregelt, wer wann und wieviel mehr bekommt.

Und in seinem Fall stimmt das Klischée, dass Arbeit im öD irgendwie öde sei, halt auch überhaupt nicht. "Beamtenmikado" spielt da niemand ;).

Entsprechend stellt sich die Frage, ob all der Druck und Stress, der in der freien Wirtschaft besteht, wirklich das Mehr an Gehalt rechtfertigen kann. Ich mein, sowohl bei dir als auch bei meinem Mann sind die öD-Gehälter ja keine, die irgendwie ausbeuterisch oder prekär wären. Man kann davon anständig und gut leben, ohne größere finanzielle Sorgen. Und was nützen einem ein paar Euro mehr, wenn man durch Überstunden und enormen Druck und Stress viel weniger Zeit und Energie hat, um sie für schöne Dinge bzw. Unternehmungen auszugeben ;)?

Der einzige Grund, der meiner Ansicht nach gegen öD sprechen könnte, wäre, wenn die andere Stelle inhaltlich sehr viel spannender wäre oder wenn das Arbeitsklima dort erheblich besser wäre. Sprich, wenn man dort mit mehr Freude an die Arbeit gehen würde.

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