Frage von Syntie, 163

Kirchensteuer Nachzahlen obwohl ausgetreten?!?

Hallo Leute, folgendes Problem. Ich bin im März 15 aus der Kirche ausgetreten und zahle seither natürlich auch keine Kirchensteuer mehr über die Lohnabrechnung. Nun habe ich heute ein schreiben vom Kirchensteueramt erhalten in dem ich aufgefordert wurde für das komplette Jahr 390€ nachzuzahlen.

Der gesamtbetrag fürs Jahr 2015 beläuft sich auf knapp 600 euro. Da ich wie gesagt nur bis März in der Kirche war passt der Betrag eben ziemlich genau. Habe die ca 200 € bis zum austritt im März gezahlt. Die Bescheinigung über den austritt habe ich hier. Werde diese mit einem Widerspruch an das Kirchensteueramt senden.

Es ist doch lächerlich dass man trotz austritt für das ganze Jahr zahlen soll. Was ist zu tun? Übersehe ich etwas und muss zahlen?

Bitte um Hilfe

LG Michael

Antwort
von Brigi123, 131

"Kirchensteuer bei nicht-ganzjähriger Kirchenmitgliedschaft
Publiziert 2. April 2012 | Von Praetor SteuerPortale
Grundsätzlich endet mit dem Austritt aus der Kirche auch die Kirchensteuerpflicht. Wegen des genauen Zeitpunkts sehen die Kirchensteuergesetze der einzelnen Bundesländer jedoch verschiedene Regelungen vor:
In Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt endet die Pflicht mit dem Ende des Austrittsmonats.
In den übrigen zehn Ländern endet die Kirchensteuerpflicht dagegen erst mit dem Ablauf des auf den Austritt folgenden Monats.
Im Austrittsjahr ergibt sich jedoch ein weiteres Problem: Die Kirchensteuer bemisst sich regelmäßig als Prozentsatz von der festgesetzten Einkommensteuer. Die Einkommensteuer wird aber stets als Jahressteuer erhoben, ihr liegt damit also auch das Einkommen zugrunde, dass im Austrittsjahr nach Wirksamwerden des Austritts noch erzielt wurde, ohne dass dabei nach dem genauen Monat unterschieden würde, in dem das Einkommen erzielt wurde.
Da die Kirchensteuer aus dem gesamten Jahreseinkommen berechnet wird, berechnet sich die Kirchensteuer in einem Jahr, in dem man zeitweise noch einer kirchensteuerberechtigten Kirche angehört hat, grundsätzlich auf der Grundlage des gesamten Jahreseinkommens. In welchem Monat der Austritt war, beeinflusst nur die Höhe der auf der Basis des gesamten Jahreseinkommens berechneten Kirchensteuer. So wird z.B. gemäß § 5 Abs. 2 KiStG-NRW ein zwölftel der Steuerschuld für jeden Monat der Mitgliedschaft erhoben, der sich bei einer ganzjährigen Pflicht zur Kirchensteuer als Jahresbetrag ergeben würde.
Es fließt also auch das Einkommen in die Berechnung der Kirchensteuer mit ein, dass nach Beendigung der Kirchensteuerpflicht im selben Jahr (Austrittsjahr) erzielt worden ist.
Anders gesagt:  Wenn Sie im Dezember ein höheres Einkommen erzielen, wird hierauf auch dann anteilig Kirchensteuer fällig, selbst wenn Sie im Januar oder Februar aus der Kirche ausgetreten sind. Anders herum: Wenn Sie das höhere Einkommen im Januar erzielen, reduziert sich die hierauf entfallende Kirchensteuer auch dann noch, wenn Sie erst im September aus der Kirche austreten."

Quelle: Kirchensteuerinfo

Kommentar von Syntie ,

Eben das irritiert mich dann mein Monatsgehalt blieb immer gleich. 

Kommentar von Brigi123 ,

Dann wird es wohl ein Fehler des Kirchensteueramtes sein.

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