Zuhause gefilmt werden gegen den eigenen Willen?

5 Antworten

Hm...auch wenn ich nicht so recht an die Echtheit der Frage glaube ist es ein interessantes Thema.

Nach dem Urteil des EuGH von 2014, Az. C-212/13 ist die Videoüberwachung in Privaträumen und nicht auf den öffentlichen Raum gerichtet eine "ausschließlich persönliche oder familiäre Tätigkeit" und somit erlaubt.

Wenn hier nicht heimlich gefilmt wird und die Daten dann keinem Dritten zugänglich gemacht werden dann gibt es hier auch keinen Verstoß gegen das UrhG.

Die gefilmte Person, die das nicht will, kann auf Unterlassung klagen und das Löschen der Daten beantragen. Zusätzlich könnte dann noch Schadensersatz geltend gemacht werden. Eben für die Kosten für Anwalt, etc. Möglich wäre evtl. auch Schmerzensgeld.

Jedoch könnte das interessant werden. Man müsste wohl klarstellen, wer hier quasi das Vorrecht hat. Der, dem die Wohnung gehört und das filmen will, oder der, der dort wohnt und weiß, dass gefilmt wird.

grundsätzlich darf man Überwachungskameras  nur installieren, wenn die gefilmten Personen darüber informiert und einverstanden sind. In Betrieben muss, falls vorhanden, der Betriebsrat zustimmen.

Aber als "Hausherr" ob Mieter oder Besitzer einer Wohnung oder eines Ladens, darf man in den eigenen 4 Wänden und im Aussenbereich, sofern nicht auch öffentlicher Raum oder Nachbargrundstücke überwacht werden, machen was man will. Aber nicht die Bilder oder Filme auf Dauer speichern und schon gar nicht "verbreiten", also ins Internet stellen etc.

 .. es muss denen die den Raum betreten nur klar sein, dass es Videoüberwachung gibt. Also ein Schild am Supermarkt: Videoüberwacht ! reicht aus. Bei der eigenen Wohnung sollte es reichen, wenn die Kamera offen montiert ist und du darüber informiert bist. Dann musst du entscheiden, ob du die Wohnung betrittst oder nicht. Oder eben: miteinander reden ! 

Die Keule mit dem Strafrecht führt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf einen steinigen Weg, der mit einer Trennung enden könnte.

Was also unternehmen? Sollte dein Freund nicht begreifen wollen, dass eine derartige Überwachung den Partner empfindlich stört und auch ein Partner seine private Sphäre haben muss, dann solltest du ihm eine klare Ansage machen: Überwachung ja, wenn er denn das so braucht, aber dann ohne mich. Ein wenig diplomatischer, aber in diese Richtung sollte schon es gehen.

Das riecht ein wenig nach Kontrollsucht und wenn du nicht einschreitest, könnte sie weiter ausarten.

Ansonsten: Klebeband über die Linsen der Kameras und mal schauen, wie er reagiert.

Oder: er möchte nur in seiner Abwesenheit wissen, ob jemand einbricht. Dann könntest du ihm vorschlagen, dass keine Überwachung läuft, solange du anwesend bist.

Welche Möglichkeiten habe ich?

Die Räume oder das Haus nicht mehr betreten. Ansonsten hast du keine Handhabe, denn ich gehe davon aus, dass du das Haus freiwillig frequentierst. Und da du weißt, dass du aufgezeichnet wirst, und trotzdem den Bereich betrittst, kannst du gar nichts machen, außer den Freund zu bitten, alles abzuschalten, wenn du da bist, was er sicher nicht machen wird.

Ich habe auch IP-Kameras im Innen- und Außenbereich. Erfasst werden alle Bewegungen in der privaten Zufahrt, an der Haustüre, und im privaten Bereich des Grundstücks. Meine Reinigungskraft / Tiersitterin weiß das, und akzeptiert, dass ich sie sehen kann, wenn ich will, wenn ich beispielsweise im Urlaub bin. Sollte sie das nicht mehr wollen, muss ich mir eben jemanden suchen, der das akzeptiert. Abmontieren werde ich das Zeug jedenfalls nicht.

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