Wie lange muß Vater bei Bafög an Kind unterhalt zahlen?

8 Antworten

Wiederverheirateter, unterhaltspflichtiger Vater mehrerer Kinder: Allen Kindern steht in gleicher Weise Unterhalt durch den Vater zu. Sollte das Geld des Vaters (Kürzung bis auf Mindestbehalt) nicht reichen, wird bei beiden Zahlungen an die Kinder entsprechend gekürzt. - In einigen Fällen zahlt die "neue" Frau dann mit!

"..Allen Kindern steht in gleicher Weise Unterhalt durch den Vater zu..."

Nicht unbedingt... Es ist eine "Unterhaltsreihenfolge" zu beachten, nach der die Zahlungen erfolgen müssen:

  • zuerst die aller minderjährigen (und "privilegierten" Kinder) - der Selbstbehalt liegt hier bei 1000 Euro
  • ist dann noch etwas übrig, wäre die Ehefrau an der Reihe - ihr gegenüber steigt der SB auf 1100 Euro
  • und falls dann noch mehr als 1200 Euro übrig sind (SB gegenüber volljährigen Kindern), müsste vom darüber liegenden Betrag anteilig Unterhalt an diese "Kinder" geleistet werden

"... In einigen Fällen zahlt die "neue" Frau dann mit!..."

Dies käme nur gegenüber minderjährigen Kindern in Frage, bei denen eine "erhöhte Erwerbsobliegenheit" des Unterhaltspflichtigen besteht.
Gegenüber volljährigen Kindern besteht kein Pflicht mehr, Einkommen zu erzielen - kein oder zu geringes Einkommen = keine oder nur geringe Leistungsfähigkeit = kein bzw. geringer Unterhaltsanteil

Da hier 2. Bildungsweg geschrieben wurde, nehme ich an, dass eine ERstausbildung bereits abgeschlossen wurde.
Sollte das der Fall sein, besteht für den 28-jährigen kein Anspruch mehr auf familienrechtlichen Unterhalt.

Der Bafögbescheid ist ein reiner Leistungsbescheid nach öffentlichem Recht. Er hat für die aus dem BGB hergeleiteten familienrechtlichen Unterhaltsansprüche keine Relevanz.

Wenn der Sohn mit dem Bafögbeschei nicht einverstanden ist, muss er mit Widerspruch und ggfls. Klage gegen diesen vorgehen.

Vermögen hat bei der Unterhaltsberechnung grundsätzlich keine Bedeutung. Es werden zum unterhaltsrelevanten Einkommen lediglich die Gewinne aus Vermögen hinzugerechnet.
Der Unterhalt für die Ehefrau und das minderjährige Kind wäre außerdem vorrangig vor dem des 28-jährigen.

Das hat beim Bafög nichts zu tun. Auf einem Abendgymnasium wird man elternunabhängig die letzten drei Semester gefördert. Doch wenn man noch nicht 30Jahre alt ist ider die 3Jahre Berufsausbildung und 3Jahre Berufstätigkeit oder anderweitig nicht erfüllt hat, so wird man elternabhängig gefördert.

Es sollte erstmal geklärt werden, ob der 28-jährige Sohn überhaupt noch einen Unterhaltsanspruch an die Eltern hat...
(Ein Unterhaltsanspruch für Studierende besteht über das 27. Lebensjahr hinaus besteht nur, wenn das Studium "zelstrebig" durchgeführt wird...., "in der Regel" geht man davon aus, wenn bis dahin mindestens zwei Drittel des Studiums absolviert sind...)
Sollte er bereits eine Ausbildung absolviert haben - was in diesem Alter normal wäre, besteht ohnehin kein Anspruch mehr.

Wenn dennoch ein Unterhaltsanspruch besteht, wären beide Eltern unterhaltspflichtig.
Die Eltern hätten dann einen Selbstbehalt von jeweils 1200 Euro - gegenüber dem Sohn selbst. Alle vorrangigen Unterhaltsansprüche (die anderer minderjähriger und "privilegierter" Kinder sowie die der Ehepartner...) müsste erst mal bedient werden - sollte dann noch mehr als der SB von 1200 Euro übrig sein, müsste vom darüber liegenden Betrag anteilig Unterhalt an den Sohn geleistet werden.

Zum "unterhaltsrelevanten Einkommen" zählen die Einkünfte des Elternteils (nicht die des Ehepartners!), abzüglich Ausgaben für berufsbedingte Aufwendungen, Beiträge für die Altersvorsorge...

Also, ich kann mir nicht denken, dass das BAFöG-Amt von einem Vater Unterhaltszahlungen verlangt. Mein Sohn ist auch 28 Jahre alt und beziehht seit zwei Jahren BaFöG. Bei dem Antrag werden alle Familienmitglieder gebeten, ihre finanzielle Situation offen zu legen und zu belegen.. Danach wird der BaFöG-Satz festgeschrieben. Wenn sich die Situation ändert, muss man per Formular das mitteilen. Das BaFöG-Amt zahlt den Satz nach den ihr vorliegenden Unterlagen und verlangt niemals Geld von dem Vater eines Studenten. Wenn der Sohn noch Unterhalt von seinem Vater verlangt, ist das eine ganz andere Sache. In der Regel wird Unterhalt bis zum 25. Lebensjahr eines Kindes berechnet. Das müsste der Sohn auch beim BaFöG-Amt angeben, das wird natürlich verrechnet. Wie es mit dem Unterhalt des Vaters für eine Zweitausbildung aussieht, hier ein Link:

http://www.kindergeld.info/volljaehrige-kinder.html

Ich nehme an, das ist nur blöd formuliert. Das Bafög-Amt schreibt einem, wieviel man zu leisten hat. Daher vermutlich die Verwechselung.

In diesem Fall gar nichts mehr, so meine immer wieder erlebten Ergebnisse. Das Kind bekommt ja den vollen Bedarf wenn denn die Eltern nicht können oder wollen (elternunabhängige Vorausleistungen) und ob die Eltern zuschießen müssen oder nicht, wird später vom Land und nicht nach dem BAföG mit seinem läppischen Pauschalen, sondern nach dem deutlich besseren BGB ermittelt. Wenn denn die Damen und Herren überhaupt dafür Zeit finden. Viel Glück.

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