Wie läuft das betreute wohnen ab/eigene Wohnung?

2 Antworten

Jemand den ich kenne hat mit dem betreuten Wohnen eigentlich nur schlechte Erfahrungen gemacht.

Es gibt zumal zwei verschiedene Arten vom betreuten Wohnen. Es gibt Ambulant-Betreutes-Wohnen und Stationär-Betreutes-Wohnen.

Das vom Jugendamt angebotene betreute Wohnen ist für Jugendliche im Alter von 16-21 Jahren, in Ausnahmefällen auch schon ab 14 Jahren.

Am Anfang kommen diejenigen, die noch nicht selbstständig genug sind in ein stationäres betreutes Wohnen. Dort leben etwa 10-20 Jugendliche in einer Einrichtung und jeder hat sein eigenes Zimmer. Manchmal müssen sich auch welche ein Zimmer teilen und sind dann in 2- oder einem 3-Bettzimmer. Die Küche und der Aufenthaltsraum wird dann von allen genutzt. Die Betreuer sind rund um die Uhr anwesend und man ist praktisch nie allein und hat kaum seine Ruhe.

In stationär betreutes Wohnen kommen viele Jugendliche, bei denen es Daheim schwere Probleme gibt wie zb. Drogenabhängige Eltern oder häusliche Gewalt. Viele der Jugendlichen würden es noch nicht schaffen, eine eigene Wohnung zu halten. Viele davon sind entweder arbeitslos, haben keinen Schulabschluss und hängen dann den ganzen Tag in der Einrichtung ab. Dort ist der Tagesablauf strukturiert und man wird auf eine Arbeit oder die Schule vorbereitet, man wird also auf das Leben vorbereitet.

Wenn man genug vorbereitet wurde oder schon bereit ist, kann man in ambulant betreutes Wohnen gehen. Dort lebt man dann in einer eigenen Wohnung und mehrmals wöchentlich kommt ein Sozialarbeiter vorbei und sieht nach dem Rechten oder hilft bei alltäglichen Sachen. Oft ist es auch so, dass die Jugendlichen alle im selben Haus leben, aber jeder eine eigene Wohnung hat und dass die Betreuer dort auch leben bzw immer anwesend sind.

Das betreute Wohnen ist also eher was für die Härtefälle. Derjenige den ich kenne, zog mit 17 in ambulant betreutes Wohnen. Das war ein großes Haus mit 10 Wohnungen und in jeder Wohnung lebte jemand der betreut wird. Er musste alles allein machen und nur 2 Mal wöchentlich kam ein Sozialarbeiter für jeweils 1h vorbei und hat die Wohnung angeschaut.

Der Sozialarbeiter hat ihn dann immer darauf hingewiesen, dass er putzen, aufräumen, einkaufen und Wäsche waschen muss. Einmal hatte er Alkohol und Zigaretten am Tisch liegen und der Sozialarbeiter hat es ihm dann abgenommen und ihm eine Verwarnung gegeben. Er wurde auch immer darauf hingewiesen, dass er sich an die Maßnahmen des Arbeitsamtes halten soll.

8 der Betreuten in dieser Einrichtung waren arbeitslos und die anderen 2 gingen auf eine Förderschule. Die Meisten waren 17, 18 oder 19 Jahre alt. Die haben es auch so gemacht, dass sie 6 Monate vor ihrem 18.Geb dort eingezogen sind, um dann mit 18 möglichst selbstständig zu sein. Das war also nicht besonders schön dort. 2 Betreute sind dort sogar rausgeflogen weil sie mit Drogen zu tun hatten und ein anderer musste wieder zurück in stationär betreutes Wohnen.

Ich persönlich habe zwar dazu keine Erfahrung, aber ich würde dir raten von dort so schnell wie möglich wegzukommen. Wer dann mit 21 noch nicht selbstständig genug ist, fliegt dort dann raus und muss in betreutes Wohnen für Erwachsene oder eben allein klar kommen.

Ein Betreuer vom Jugendamt wird immer mal regelmäßig bei dir vorbei kommen wollen um zu schauen, ob du alleine zurecht kommst. Ist die Wohnung sauber, kaufst du für dich gut ein (Lebensmittel, etc), gehst du zur Schule/Ausbildung, kommst du zurecht mit dem Geld, was du zur Verfügung hast.

Vielen Dank

@Naddl110714

Nichts zu danken. Nimm es als Chance wahr. Die wollen dir nichts Böses, sondern wollen dir helfen. Es gibt ja Gründe, dass du so jung von zu Hause raus kommst und lieber eine eigene Wohnung hast.

Ja, das stimmt. Weißt du vielleicht wie das mit dem Geld dann abläuft? Hab gehört man bekommt 6€ am Tag für was sind diese 6€ aber verstehe das nicht & nach 2-3 Monate bekomm ich die ganze Summe

@Naddl110714

Was es mit diesen 6 Euro auf sich hat, kann ich dir nicht sagen. Ich weiß nur, dass solche Betreuer pro zu betreuende Person einen Betrag haben, die sie für diese Person ausgeben können. Über welchen Zeitraum und für was.. kann ich leider nicht sagen. Meine Erfahrung ist, dass es pro Monat 50 Euro waren, die der Betreuer für jemanden hatte. Das wurde dann für Dinge genutzt, die gekauft werden mussten ( je nach Fall entweder Lebensmittel, Putzmittel, Kleidung, Lehrmittel)

@OffenbachCity

Laut den Erzählungen meines Bekannten kann ich sagen, dass dort jeder verschieden viel Geld bekommt, je nachdem was er tut, oder ob er arbeitslos ist.

Jemand der zb. in Ausbildung ist und jeden Monat 700€ Netto verdient, der kann frei über sein Einkommen verfügen. Dazu gibt es noch Kindergeld von 190€, also sind insgesamt 890€ zur Verfügung. Der Sozialarbeiter hilft dann aber das Geld zu verwalten und man muss auch Geld an das Amt bzw. für Miete zahlen. In diesem Fall zb gingen von 890€ etwa 400€ für die Wohnkosten weg. Die anderen 490€ waren für Lebensmittel, Nebenkosten.

Jemand der noch zur Schule geht bekommt nur ein Taschengeld von monatlich 50€. Wöchentlich bekommt man 17,5€ ausgehändigt und davon kann man sich kaufen was man will.

Bei jemanden der Arbeitslos ist, werden vom ALG die Kosten für Wohnen und Nebenkosten abgezogen und das was übrig bleibt bekommt man als Geld ausgehändigt.

Wenn von 409€ also 109€ für Strom, Heizung und Internet weggehen, bleiben och 300€ übrig von denen man wöchentlich jeweils 75€ ausgehändigt bekommt.

Von den 75€ muss man dann Fahrtgeld, Lebensmittel und alles andere Kaufen.

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