Wie kann man den Umfang eines Nachlasses feststellen (lassen)?

7 Antworten

Nach § 2027 BGB ist der "Erbschaftsbesitzer" (das ist die Person, die den tatsächlichen Besitz am Nachlass inne hat) verpflichtet "den Erben über den Bestand der Erbschaft und über den Verbleib der Erbschaftsgegenstände Auskunfr zu erteilen°.  Das wäre die gesetzliche Anspruchsgrundlage für die Auskunftsforderung an die von Ihnen "ein Erbe" genannte Person. Wenn sie nicht auf Anforderung erfüllt wird, können Sie den Anspruch nur auf dem Klageweg durchsetzen. wie das in einem Rechtsstaat üblich ist. Dafür sollten Sie sich aber einen Anwalt nehmen, damit das ordnungs- und formgemäß geschieht.  Ich gehe davon aus, dass "ein Erbe" bedeutet, dass es mehrere Miterben gibt und Sie dazu gehören. Denn nur die "anderen Erben" gemeinsam könnten den Auskunftsanspruch gegen den "einen" erheben.

Im Übrigen ist schwer vorstellbar, dass der "eine Erbe" über den Nachlass verfügt hat; denn jeder, dem er z.B. aus dem Nachlass etwas verkauft hat, musste wissen, dass bei einer Erbengemeinschaft alle gemeinschaftlich mitwirken müssen; wenn nur einer allein handelt, wäre das unwirksam.

Wenn Sie fürchten, dass etwas "beiseite geschafft" wurde, müssten Sie Anzeige bei der Statsanwaltschaft wegen Unterschlagung oder Untreue erstatten, hätten aber nur Aussicht auf Einleitung eines Ermittlungsverfahrens, wenn Sie konkrete  Beweismittel liefern könnten.  Aufgrund einer nur allgemeinen Vermutung oder eines nicht durch Tatsachen gestützten Verdachts wird kein Staatsanwalt tätig.

was an die Seite geschafft wurde ist nur schwer zu beweisen.

Ansonsten müssen alle Miterben auskunft erteilen.

Der Erbe muß Auskunft geben dazu ist er verpflichtet. Dafür gibt es das Nachlassgericht

Das sollte ein Fachanwalt machen, die kennen sich da aus. Der sagt dir auch, was das kostet.

Das erfährst du alles beim Nachlassgericht oder auch bei einem Notar, der die Erbschaftsangelegenheit über hat.

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