Werden Vermögenswirksame Leistungen bei Azubis vom Nettogehalt abgezogen?

5 Antworten

Die Zahlung erhälst Du zu Deinem Brutto, d.h. Dein Brutto steigt um 40 €. Sowas kann man auf dem Lohnzettel (Gehaltsnachweis) recht einfach ablesen. Nachdem diese zusätzliche Leistung versteuert wurde wird dann der Betrag von 40 € von Deinem Netto abgezogen und direkt vom Arbeitgeber an das Anlageinstitut überwiesen und zwar zugunsten der Vertragsnummer. Auch das sollte aus Deinem Lohnzettel hervorgehen.

Du solltest Dich noch einmal in Deinem Lohnbüro genauestens informieren, falls Du auf dem Lohnzettel keine eindeutigen Angaben ausmachen kannst.

tja, das ist die Folge, wenn ein Vertrag abgeschlossen wird, ohne dass der Arbeitgeber vorher gefragt wird.....

natürlich zahlt der Arbeitgeber den Betrag, der auf den VWL-Vertrag ausgewiesen ist ...

allerdings ist kein Arbeitgeber verpflichtet, hierzu einen Zuschuß zu leisten ....

und, byhteway: richtig, dem Arbeitgeber ist es egal, ob er an den Mitarbeiter 600 € überweist oder 560 € und 40 € VWL

Siehe Kommentar auf Antwort von Virginia47.

Vermögenswirksame Leistungen werden nicht vom Nettogehalt abgezogen. Diese werden auf das Bruttogehalt drauf gerechnet und ganz normal versteuert. Im Nachhinein werden Sie dann wieder abgezogen, weil du die ja in einen Bausparvertrag oder sonstiges steckst. Gehe mal davon aus, das dein Einkommen so gering ist das du keine Steuern zahlen musst. Also müsstest du eigentlich weiterhin dasselbe Gehalt bekommen nur mit 40€ mehr. Also würde ich mich mal noch mal mit dem AG absprechen. Wie schon mehrfach geschrieben wurde. Stimmt da irgendwas nicht. Vielleicht hat der AG auch einfach noch nicht angefangen das zu zahlen.

Hallo solnets, 

das ist eine interessante Frage. Wie sich die Vermögenswirksamen Leistungen auf dein Nettogehalt auswirken, ist oftmals unterschiedlich, da dies von Arbeitgeber zu Arbeitgeber unterschiedlich sein kann. Der Arbeitgeber kann entweder vermögenswirksame Leistungen zusätzlich zum Arbeitsentgelt gewähren oder der Arbeitnehmer kann vom Arbeitgeber verlangen, dass Teile seines Arbeitsentgelts vermögenswirksam angelegt werden.

Grundsätzliches zu den vermögenswirksamen Leistungen (VL):

• Der Höchstbetrag bei Vermögenswirksamen Leistungen liegt bei 40 EUR im Monat. Bis zu dieser Summe kann der Arbeitgeber deinen Vertrag bezuschussen. Würde dein Arbeitgeber weniger zahlen, so hättest du die Möglichkeit den Vertrag auf bis zu 40 EUR privat  aufzustocken
• Die Vorteile der VL im Gegensatz zu einer privaten Finanzierung fallen auch je nach Vertrag unterschiedlich aus. Teilweise werden die Produkte durch eine Arbeitnehmersparzulage gefördert oder steuerlich begünstigt.
• Du hast die Möglichkeit die Beiträge in verschiedenen Anlageformen fließen zu lassen, wie zum Beispiel:
   o in eine VL-Lebensversicherung,
   o in eine betriebliche Altersvorsorge (VL-Direktversicherung oder eine VL-   Pensionskasse)
   o in einen Fondssparplan,
   o in einen Bausparvertrag

Zur Arbeitnehmersparzulage:
Diese erhältst du zum Beispiel für die Anlageformen Bausparverträge, Fondssparverträge.

Den Vermögensaufbau der Arbeitnehmer fördert der Staat bei bestimmten Sparverträgen durch die Gewähr der sogenannten Arbeitnehmersparzulage. Die gesetzliche Grundlage bildet das Fünfte Vermögensbildungsgesetz. Mit der Arbeitnehmersparzulage fördert der Staat die Vermögensbildung der Arbeitnehmer zusätzlich mit einer Geldzulage. Das Vermögensbildungsgesetz sieht verschiedene Anlageformen der vermögenswirksamen Leistungen vor, allerdings erhältst du eine Arbeitnehmersparzulage nur bei einem Bausparvertrag oder einem Fondssparplan.

Ob du diese zusätzliche staatliche Förderung in Anspruch nehmen kannst, hängt zusätzlich von deinem Einkommen ab (17.900 € für Alleinstehende und 35.800 € für Verheiratete). Wenn du über diese Einkommensgrenzen kommst, dann erhältst du keine Arbeitnehmersparzulage.

Steuerliche Behandlung der VL-Verträge:

Private Altersvorsorge
Wenn du für deine  private Altersvorsorge eine VL-Lebensversicherung abschließt, zahlest Du deine Beiträge aus dem versteuerten Nettoeinkommen. Dafür hast du später im Ruhestand eine Steuervergünstigung: Lief diese Versicherung mindestens 12 Jahre und bist du bei Auszahlung 62, wird der erwirtschaftete Ertrag der Lebensversicherung nur zu 50% versteuert – Sozialabgaben fallen keine an, sofern Du in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert bist.
Betriebliche Altersvorsorge
Wenn du deine vermögenswirksamen Leistungen in die betriebliche Altersvorsorge einzahlst – zum Beispiel in die VL-Direktversicherung– gewinnst du meist zwei Steuervorteile:
1. Deine Beiträge sind in gewissen Grenzen steuer- und gegebenenfalls sozialabgabenfrei – Du sparst auf die eingezahlten Beiträge die Abgaben, denn Sie zahlen die Beiträge aus Ihrem Bruttoeinkommen.
2. Im Gegenzug werden die Leistungen besteuert und bei Personen, die in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung versichert sind, mit Sozialabgaben belegt. Ihr Vorteil: Der Steuersatz ist im Ruhestand oft deutlich niedriger als im Erwerbsleben.

So wie du deine Situation beschreibst, gehe ich davon aus, dass du die Beiträge zu den vermögenswirksamen Leistungen von deinem Nettogehalt zahlst. Trotzdem kannst von den Vorteilen der VL-Verträge profitieren. Ich empfehle dir auf dienen Bankberater zuzugehen und nach der genauen Vertragsart zu fragen. Erfahrungsgemäß kann dieser dir auch gleich verraten in welcher Form dein Vertrag gefördert wird und ob zum Beispiel eine Arbeitnehmersparzulage beantragen kannst.

Ich hoffe meine Informationen helfen dir weiter.

Viele Grüße, Christina vom Allianz hilft Team.

Das kommt darauf an, ob der Arbeitgeber überhaupt bereit ist, vermögenswirksame Leistungen zu zahlen. 

Meiner zahlt 6,65 €. Andere bis zu 70 €. 

Und diese werden dann nicht vom Nettolohn abgezogen. Sondern zusätzlich gezahlt.

Wenn du das vorher mit deinem Arbeitgeber nicht abgesprochen hast, und er nicht bereit ist, vermögenswirksame Leistungen zu zahlen, ist es klar, dass er den Betrag vom Nettolohn abzieht. 

Ich habe zu Beginn meiner Ausbildung gefragt, ob sie denn vermögenswirksame Leistungen zahlen. Da hieß es "ja, aber erst nach der Probezeit". Die Probezeit ist rum, ich habe den Vertrag mit der Bank abgeschlossen, allerdings unter Vorbehalt, da ich da noch nicht wusste ob sie die vollen 40€ zahlen. Habe ausgemacht, dass der Vertrag entweder auf die 40€ geschlossen wird, wenn der AG diese überweist oder eben auf den Betrag, denn er eben überweist. Ab zur Buchhaltung: "Ja, die 40€ überweis ich Ihnen", beim Rausgehen dann noch ein Kommentar über irgendwelche Zuschüsse, von denen ich davor noch nie was gehört habe und mir deswegen auch nichts weiter dabei dachte, es hieß ja die 40€ würden überwiesen. 
Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, müsste doch mein Gehalt nach dem Beantragen der vL noch das selbe sein wie davor oder? Oder ändert sich dann etwas aufgrund des höheren Bruttobetrags und der dadurch steigenden Steuern?

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