Was passiert, wenn die Rechnungen einer WEG auf den Verwalter ausgestellt sind?

1 Antwort

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Solche Rechnungen immer sofort an den Absender zurückschicken mit dem Hinweis, daß der Verwalter nicht Rechnungsempfänger ist, sondern die WEG und diese aus diesem Grunde unbedingt umgeschrieben werden muß.

Eine auf den Verwalter ausgestellte Rechnung, auch wenn sie die Gemeinschaft betrifft, stellt keine Rechnung zu Lasten der WEG dar und dürfte somit auch nicht in die Abrechnung einfließen, wenn der BGH und vorangegangene Rechtsprechung nicht abgeurteilt hätten, daß auch zu Unrecht abgeführte Gelder vom WEG-Konto in die Abrechnung eingestellt werden müssen (ansonsten Verstoß gegen Abflußprinzip).

Die WEG hätte tatsächlich das Recht, den Rechnungsbetrag zurückzufordern.

Auf z.B. der Wasserrechnung der Stadt stünde der Verwalter als Rechnungsanschrift und die WEG als Lieferort. Die Wasserrechnung 2008 wäre vom Konto der WEG bezahlt worden.

Könnte die WEG Schadenersatz vom Verwalter erklagen? Obwohl doch der bezahlt hätte, der die Leistung auch tatsächlich erhalten hat?

Um die Abrechnung geht es nicht. Auch nicht darum, dass das ein Formfehler ist und zur Abberufung der Verwaltung führen kann (kein Problem, bitte!).

@Sukram71

Meiner Meinung nach schon.

In § 14 (4) UStG heißt es: Eine Rechnung muss folgende Angaben enthalten: 1.den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers.

Der Leistungsempfänger ist als der Adressat der Abrechnung definiert, auch wenn die Rechnung an einen Beauftragten des Leistungsempfängers adressiert ist.

Deswegen ergibt sich für die WEG also aus der Rechnungsstellung, ausgestellt auf den Verwalter, für sie keine Zahllast.

Das die WEG vom Rechnungssteller im Rechnungstext als Leistungsempfänger ausgewiesen ist, bezieht sich lediglich auf sie als umsatzsteuerrechtlich maßgebenden Leistungsempfänger, nicht aber auf die WEG als Schuldner.

@geige

Mag alles sein, ich glaube trotzdem nicht, dass der Verwalter eine Leistung zahlen muss, die die WEG bekommen und genutzt hat, nur weil in der Rechnung ein Formfehler ist.

Im grunde muss der Handwerker oder das Wasserwerk seine Rechnung nur korrigiern, dann ist alles in Butter.

Hätte der Verwalter die Rechnung mit seiner Anschrift aus versehen gezahlt, dann könnte er das Geld vom Handwerker ja auch zurück verlangen. Und der Handwerker von der WEG. Oder der Verwalter evtl. sogar direkt von der WEG.

Wenn eine AG aus versehen den Lohn doppelt auszahlt und das erst 1 Jahr später merkt, dann muss der AN den auch zurück zahlen.

Aber gnau weiß ich das alles nicht. Deshalb die Frage. Aber im Endeffekt ist das ja eh gleich. Das muss eh ein RA und ggf. ein Gericht klären.

@geige

In jedem WEG-Handbuch steht: Auf Rechnungen muss die WEG und nicht der Verwalter. Klar.

Aber dort steht nirgends: Achtung, steht dort der Verwalter, dann zahlt der Verwalter die Rechnung!

Und wäre das so, dann hätte man bestimmt schon mal davon in Vorträgen etc. gehört. Und diese Falle stünde bestimmt ganz dick in jedem Buch.

Das irgendwelche Hausmeister und Versicherungen den Verwalter auf die Rechnung schreiben kommt doch bestimmt öfters vor.

Ich bin der Meinung: Im Endeffekt ist derjenige Zahlungspflichtig für den die Leistung bestellt wurde und der die genutzt hat. Und dass die HV sowas für die WEG bestellen darf, steht im Verw.Vertrag

@geige

Schadenersatz kann man nur verlangen, wenn ein Schaden entstanden ist. Also Geld bezahlt und keine Leistung.

Aber nicht wegen: Geld bezahlt, Leistung genutzt, aber Formfehler in der Rechnung. Das ist dann ein Fehler aber kein Schaden, für den man Ersatz fordern kann.

Nur meine Meinung als Laie.

Wassereintritt Eigentumswohnung kurze Zeit nach Kauf. Vorbesitzer wusste von dem Problem. Schadensersatz?

Hallo,wir haben im Dezember 2016 eine Eigentumswohnung gekauft. Vom Makler wurden uns Protokolle der Eigentümerversammlungen ab 2014 bereitgestellt. Die Frage nach Protokollen vor 2014 blieb unbeantwortet (per E-Mail).Beim renovieren und abmontieren der alten Gardinenleisten fiel in einer Ecke des Erkers der Putz mit runter. Durch klopfen an der Decke konnte man einen großflächigen Hohlraum ausmachen, welchen wir repariert haben. Dieser Schaden sah jedoch eindeutig nach notdürftig repariertem Wasserschaden aus, sodass wir den Eigentümer über uns fragten ob ihm solch einer bekannt sei. Und tatsächlich wurde der Balkon welcher sich über dem Erker befindet wegen Wassereintritt ein paar Jahre zuvor komplett neu abgedichtet.Jetzt im Sommer mit den ersten Regenschauern bemerkten wir dass am Kabel der Hängeleuchte welche im Erker hängt Wasser herunterläuft. Nach abmontieren dieser kann man deutlich sehen dass Wasser aus einem Bohrloch (von Vorbesitzern gebohrt) tropft.Wir informierten die Hausverwaltung und auch den Eigentümer der über uns wohnt. Der Eigentümer stellte sich sofort quer und behauptete felsenfest dass das Wasser unmöglich von seinem Balkon kommen kann. Die Hausverwaltung beauftragte eine Firma (Schadensanierung) um die Sache zu begutachten. Der gute Mann kam auch prompt, jedoch nur mit einem Feuchtigkeitsmessgerät, um dann festzustellen dass die Decke tatsächlich feucht ist (wow). Aber er wolle mit dem über uns wohnenden Eigentümer einen Termin zwecks Besichtigung des Balkons machen.Auf den Termin angesprochen behauptet der Eigentümer er wurde nicht kontaktiert. Die Hausverwaltung kann den Eigentümer auch nicht telefonisch erreichen, weshalb man nun E-Mails verschickt hat. Ob diese beantwortet wurden weiss ich nicht.Auf Anfrage an die Hausverwaltung übersendete man uns die Eigentümerprotokolle vor 2014. Und siehe da, 2011 "Wassereintritt Erker Isolieren und Renovieren wird per Umlaufbeschluss ermittelt". Hier verstehe ich nicht warum über ein TOP nicht sofort abgestimmt wurde. In der Eigentümerversammlung 2012 wurde dann die Hausverwaltung bevollmächtigt eine Firma für die Sanierung zu beauftragen (Rechnung liegt vor). 2013 wurde dann aber nochmal darüber abgestimmt dass die Hausverwaltung eine Firma in der Nähe ermitteln soll die auf Abruf Messungen am Erker/Balkon durchführen kann.Seit ca. 1 Monat hängt ein Eimer an der Decke der das Wasser auffängt. Nun ist unsere Geduld am Ende. Wir wollen dass der Schaden schnellstmöglich repariert wird.Wie können wir nun weiter vorgehen? Makler verklagen weil er die Protokolle uns gegenüber unterschlagen hat? Vorbesitzer verklagen da der Schaden hätte bei der Besichtigung angezeigt werden müssen? Hausverwaltung mit Regressansprüchen drohen da sie einfach nicht zur Pötte kommt. Eigentümer über uns mit Schadensersatz drohen falls er nicht endlich eine Firma reinlässt?

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