Was ist bei Bewerbungen zu beachten, wenn ein Arbeitszeugnis fehlt?

4 Antworten

Möglicherweise kann dein Mann etwas in Richtung: "Aufgrund von Unstimmigkeiten steht der endgültige Arbeitsnachweis noch aus" argumentieren. Zur Not würde ich versuchen den Sachverhalt zu schildern.

Was anderes wird wahrscheinlich nicht möglich sein. Unter den Teppich kehren auf jeden Fall vermeiden, das würde nur die Vertrauensbasis zwischen Arbeitnehmer und Gebe zu Anfang an kaputt machen.

Gruß Dende

Natürlich will mein Mann ehrlich sein. Aber wenn er was von Unstimmigkeiten schreibt, gilt er bei einem potentiellen neuen Arbeitgeber vielleicht als Querulant, und das wäre auch nicht gut.

@Snatiline

Ich kann Ihre Sorgen absolut nachvollziehen, doch leider bleibt Ihnen da aus meiner Sicht nichts anderes übrig, als die Situation offen zu schildern. Leider nutzen manche Unternehmen Ihre Macht seitens der Arbeitsnachweise aus.

Andererseits gibts dazu klare Urteile, wo das Unternehmen ganz klar begründen muss, weshalb eine so schlechte Bewertung stattfand.

Ich hoffe das Beste für Sie und möglicherweise findet sich ein Unternehmen, welches die Ehrlichkeit Ihres Mannes schätzt und die Situation nachvollziehen kann!

Gruß Dende

@Dende92

Danke für die guten Wünsche!

Der Grat zwischen Offenheit und gleich einen schlechten Eindruck machen ist leider sehr schmal. Wenn mein Mann in einem Vorstellungsgespräch sagen würde "von dieser Firma habe ich ein Zeugnis mit Lügen bekommen, darum bin ich vors Arbeitsgericht gegangen", käme das wohl weniger gut an. Und der ehemalige AG meines Mannes, mit dem er jetzt wegen des Zeugnisses streitet, ist auch leider nicht einsichtig.

Was anderes wird wahrscheinlich nicht möglich sein.

Doch. Siehe meine Antwort.

Das ist eine sehr missliche Situation. Aber durchaus lösbar.

Für die vorletzte Stelle gibt es zur Zeit noch kein "gültiges" Zeugnis und das für die letzte Stelle will er vermutlich am liebsten gar nicht vorzeigen.

Nun ist es so, dass in Deutschland gern Arbeitszeugnisse bei Bewerbungen gefordert werden,

aaaaaber: Zeugnisse sind nur eine begleitende Information, sie entscheiden nie allein über Wohl und Wehe. Viel stärker kommt es auf das Bewerbungsschreiben und den Lebenslauf an: Die Präsentation der eigenen Person, ihr bisheriger Bildungs- und Werdegang, erfolgreiche Abschlüsse, besondere Leistungen, Motivation und natürlich eine Begründung, weshalb man sich gerade bei dieser Firma bewirbt und was man meint, hier einbringen zu können.

Die fehlenden Zeugnisse sollten weder im Bewerbungsschreiben, noch im Lebenslauf erwähnt werden; die Beschäftigungszeiten allerdings (im Lebenslauf) schon. Nach den Zeugnissen kann dann der Personaler im Gespräch fragen und man kann mit gut vorbereiteten Antworten Auskunft geben. Wichtig dabei:

  • Nie Kritik am früheren Arbeitgeber äußern,
  • keine Hinweise, dass die "Chemie" nicht stimmte, ewig Überstunden anfielen oder die Kollegen irgendwie alle blöd waren,
  • keine Entschuldigungen für eigene Fehler. oder Schwächen

Rechtliche Auseinandersetzungen werden nur thematisiert, wenn ausdrücklich danach gefragt wird. Und auch dann: Immer sachlich bleiben.

Wenn er einen Beleg für die Beschäftigungen beilegen möchte, kann das fürs Erste auch die erste Seite des jeweiligen Arbeitsvertrages (in Kopie) sein, wobei rein firmeninterne Details anonymisiert sein sollten.

Schön nachzulesen hier:

http://karrierebibel.de/bewerben-ohne-zeugnis/

Dein Mann sollte sich aber sicher sein, dass er die Anforderungen einer neuen Arbeitsstelle auch erfüllen kann (ich denke da an den Burnout). Da hilft vielleicht noch mal ein Gespräch mit dem Arzt/Therapeuten.

Alles Gute!

Hallo Hideaway,

danke für die ausführliche Antwort. Die Situation ist natürlich sehr unschön für meinen Mann und auch für mich. Aber das hilft uns nicht weiter, irgendwie muss es weiter gehen.

Zunächst mal zum Thema Burnout: Mein Mann ist leider nicht mehr so belastbar wie vorher, aber er ist in der Lage, Vollzeit zu arbeiten, auch Überstunden kann er machen, solange diese ausgeglichen werden. Bei seiner letzten Stelle sind auch Überstunden angefallen, aber diese wurden ausgeglichen. Und die Überstunden, die bei seiner Kündigung noch da waren, werden auch abgegolten, mein Mann wurde sofort freigestellt und ist jetzt daheim.

Bei der letzten Firma hat er schon mitbekommen, dass sie Mitarbeitern, die sie in der Probezeit entlassen, grundsätzlich schlechte Zeugnisse schreiben. Um dem vorzubeugen, hat er ein einfaches Zeugnis verlangt. Das hat er natürlich noch nicht, aber es ist ja auch noch Zeit.

Wäre es möglich, dass er statt des Zeugnisses der vorletzten Stelle erst einmal eine Tätigkeitsbeschreibung beifügt, so nach dem Motto: "Vom...bis...war ich bei der Firma XYZ als...beschäftigt. Meine Aufgaben in dieser Zeit waren A, B und C." ?

im bewerbungsanschreiben würde ich nur die letzte stelle erwähnen.

im lebenslauf von-bis firma xy als produktmanager zeugnis liegt leider immer noch nicht vor, wird aber schnellstmöglich nachgereicht.

Die letzte Stelle hatte er leider nur wenige Monate. Dort hat er die Probezeit nicht überstanden - sein Chef sagte ihm nur unter vier Augen, die Chemie würde halt nicht stimmen. Ich glaube nicht, dass es hilfreich wäre, wenn mein Mann das auch noch hervorhebt.

zeugnis liegt leider immer noch nicht vor, wird aber schnellstmöglich nachgereicht

Die Erwähnung eines Zeugnisses, zumal unter den gegebenen Umständen, ist unnütz oder gar schädlich. Wenn man keines hat oder es nicht zeigen will, muss man den Personaler nicht noch mit der Nase drauf stoßen. Der wird schon fragen, was mit dem Zeugnis ist (wenn überhaupt).

kennt man

Arbeitgeber lügen immer, sind ungerecht

an den Mitarbeitern liegt es nie

warum sagt dein Mann nicht klar und deutlich, habe ein Zeugnis aber damit bin ich gerade beim Arbeitsgericht

dann weiß der neue Arbeitgeber gleich woran er ist muß nicht in der Probezeit (wie eben) kündigen

Bitte keine Allgemeinplätzchen - bei Arbeitgebern wie bei Mitarbeitern gibt es solche und solche. Aber wenn mein Mann das Arbeitsgericht erwähnt, dürfte das seine Chancen bei potentiellen neuen Arbeitgebern nicht verbessern.

@Snatiline

eben !

es wäre halt ehrlich

will er das sein ?

@sagitarius01

Ehrlich sein bedeutet doch nicht, dass man alles sagt. Firmen sagen ihren potentiellen Mitarbeitern beim Vorstellungsgespräch auch vieles nicht. Verschweigen von einzelnen Sachen und Unehrlichkeit sind nicht zwangsläufig dasselbe.

@Snatiline

was heißt denn Ehrlichsein sonst

Verschweigen ist unehrlich

5 Kinder seinem zukünftigen Mann verschweigen ist das ehrlich (weil er nicht danach fragte)

@sagitarius01

Meiner Meinung nach vergleichst Du hier Äpfel mit Birnen. Dann hätte ich, als ich mich vor ca. 15 Jahren vorgestellt habe, auch allen Firmen unaufgefordert sagen müssen, dass ich mir vorstellen kann, später mal Kinder zu haben.

warum sagt dein Mann nicht klar und deutlich, habe ein Zeugnis aber damit bin ich gerade beim Arbeitsgericht

Weil er dann sofort aussortiert ist, du Schlaumeier. Und zwar schon vor einem möglichen Bewerbungsgespräch.

dann weiß der neue Arbeitgeber gleich woran er ist muß nicht in der Probezeit (wie eben) kündigen

Diesen Satz empfinde sogar ich Außenstehender als geschmacklos bis ehrverletzend. Wenn du stänkern willst, tu es doch bitte woanders.

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