Wäre es schlimm, den Vermieter anzulügen (neue Wohnung)?

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Wird der zukünftige Mieter vom Vermieter über die Einkommensverhältnisse befragt, so darf er hierüber keine falschen Auskünfte erteilen (LG München WM 87, 379; AG Bonn WM 92, 597).

Gibt er z.B. als Arbeitsloser einfach seinen letzten Arbeitsplatz an, so darf der Vermieter, wenn er dies vor der Wohnungsübergabe erfährt, die Wohnung an einen anderen vermieten (LG Köln WM 84, 297).

Ist der Mieter jedoch in die Wohnung eingezogen und zahlt seine Miete vertragsgemäß, so darf der Vermieter wegen dieser falschen Auskunft nicht kündigen (LG Wuppertal WM 99, 39; LG Essen WM 84, 299).

Ich kann das leider nicht unkommentiert stehen lassen, auch wenn hier die Urteile eine andere Sprache sprechen. Die vorsätzliche Selbstauskunft kann zur fristlosen Kündigung des Mietverhältnisse führen. Dann, wenn das Mietverhältnis unzumutbar wäre. Auch wenn die Zahlungen künftig beeinträchtigt sein könnten (im Übrigen auch LG Wuppertal). Das gilt auch für Arbeitslose. Grundsätzlich ist die Antwort natürlich richtig. MfG

Damit wäre der Mietvertrag erschlichen worden und könnte auch irgendwann später mal - Lügen haben bekanntlich kurze Beine - beim geringsten Anlaß zur fristlosen Kündgiung des Mitverhältnisses zu dem Zeitpüunkt führen, zu dem der Vermeiter Kenntnis von diesem Sachverhalt erlangt, führen. Kündigt er später, wäre der Kündigungsgrund verwirkt.

Kommt darauf an, ob der Vermieter überhaupt berechtigt ist, diese Frage zu stellen. Aber eine Falschaussage belastet natürlich immer das Vertrauensverhältnis.

der Vermieter ist berechtigt so eine Frage zu stellen, da diese für die Vermietung wesentlich ist.

Das wäre tatsächlich ein Kündigungsgrund. Der Vermieter will wissen, ob du ein zuverlässiger Mietzahler bist. Du würdest ihn täuschen, das muss er nicht hinnehmen. Er hätte ansonsten vermutlich mit dir den Vertrag nicht abgeschlossen. Strafbar hättest du dich nicht gemacht, müsstest aber mit Konsequenzen rechnen (> Fristlose Kündigung). Nachstehend eine interessante Veröffentlichung von www.meineimmobilie.de:

Dreist belogen: Reicht das schon für eine Kündigung? Eine kleine Notlüge - bestimmt haben Sie darauf auch schon mal selbst zurückgegriffen. Als Vermieter müssen Sie jedoch nicht bei jeder Notlüge gleich beide Augen zudrücken - und erst recht nicht, wenn es um die Einkünfte Ihres Mieters in der Mieterselbstauskunft geht! Eine Mietinteressentin aus München nahm es dabei mit der Wahrheit nicht so genau. So gab sie in der Mieterselbstauskunft recht unverfroren ihr Bruttogehalt als Nettogehalt an. Außerdem log sie bei der Angabe des Arbeitgebers und ihrem Beruf. So wurde kurzerhand aus der angehenden Psychoanalytikerin in Ausbildung eine fertig ausgebildete, angestellte Psychoanalytikerin. Damit hatte sie gleich doppelt gelogen, denn sie hatte nicht nur über Ihre berufliche Stellung, sondern auch über die Art der Anstellung getäuscht. Tatsächlich war sie nämlich lediglich freiberuflich tätig. Schon ein drohender Mietausfall rechtfertigt eine Kündigung Als ihr der Vermieter auf die Schliche kam, kündigte er den Mietvertrag nach § 543 Abs. 1 BGB fristlos aus wichtigem Grund. Gleichzeitig focht er den Mietvertrag wegen arglistiger Täuschung nach § 123 BGB an. Die Mieterin weigerte sich auszuziehen: Schließlich hätte sich bisher ihre kleine Notlüge nicht negativ für den Vermieter ausgewirkt. Doch das Gericht sah es anders: Die Kündigung sei gerechtfertigt. Das Gericht gab sich schon mit dem drohenden Risiko eines Mietausfalls zufrieden (LG München I, Urteil v. 25.03.2009, 14 S 18532/08, GE 2009 S. 1317). Sie müssen nicht warten bis Ihr Mieter nicht mehr zahlt Hätte die Mieterin die Mieterselbstauskunft wahrheitsgemäß ausgefüllt, hätte der Vermieter den Mietvertrag möglicherweise nie mit ihr abgeschlossen. Allein die Tatsache, dass sich der Vermieter an einen Mieter mit Zahlungsrisiko vertraglich gebunden hat, reiche schon aus, um ihm fristlos kündigen zu können. Niemand könne vom Vermieter erwarten, dass er mit seiner Kündigung so lange wartet, bis ihm tatsächlich ein Schaden in Form eines Mietausfalls entstanden ist. Meineimmobilie.de empfiehlt: Nicht jede Frage, die Ihnen als Vermieter auf den Nägeln brennt, dürfen Sie einem Mietinteressenten auch stellen. Fragen nach dem Einkommen und der beruflichen Stellung sind jedoch erlaubt, da sie sich auf die Hauptpflicht des Mieters aus dem Mietvertrag - nämlich das Miete zahlen - direkt auswirkt.

Nun, in der Regel lässt sich ein Vermieter einen Einkommensnachweis zeigen - also mündlich geht da nicht mehr viel.

Mein Bekannter ist Hartz4 Empfänger und hat mir erzählt, daß er noch NIE einen Einkommensnachweis zeigen musste.

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