Unterhalt rückwirkend verlangen wenn Vater zu wenig gezahlt hat?

5 Antworten

Der Unterhalt muss mindestens nachweislich angemahnt worden sein. Gibt es keine nachweislichen Bemühungen, gilt der Unterhalt als verjährt. Man kann ihn nicht nachfordern. Es empfiehlt sich im Übrigen die Unterhaltsverpflichtung des Unterhaltsschuldners stets im Auge zu behalten und auf die Gläubiger-Rechtslage zu achten. Denn ein Schuldner ist nicht verpflichtet aus freien Stücken eine Erhöhung zu tragen. Anders, wenn er aufgefordert wurde.

Rueckwirkend ist das nicht moeglich, wenn er sich an die freiwillige Zusicherung nicht haelt.

Die Mutter sollte aber aufs Jugendamt gehen und dort eine Beistandschaft errichten, damit seine Gehaltsnachweise ueberprueft werden koennen und man dort eine neue Festlegung fuer den Unterhalt festschreibt. Das hat sie dann sicher ab dem Zeitpunkt, wo das Jugendamt ihn anschreibt. Das ist dann auch vielleicht mehr wie 289 und vor allem, das ist dann sicher, das freiwillig kann er jederzeit wieder sein lassen. Zu lange abwarten ist da nicht hilfreich.

Ich denke in dem Fall kann das Jugendamt sicherlich die besten Informationen geben. Ich bin aber mal so frei und sage wie ich darüber denke. Wenn ich schon lese dicker Audi und drei mal pro Jahr in den Urlaub,  dann klingt das für mich nach du solltest bluten Kindesvater. Oder nach Neid. Sollte das kindeswohl nicht vor Kohle und allem anderen stehen?  Er arbeitet und bezahlt. Heutzutage nicht mehr selbstverständlich. 

 Heutzutage nicht mehr selbstverständlich. 

Er ist gesetzlich verpflichtet, Unterhalt zu zahlen, und hat auch eine erhöhte Erwerbsobliegenheit, alles zu tun (arbeiten!) um den Unterhalt aufzubringen. 

Nur weil es einige Väter gibt, die hier nicht verantwortungsbewusst handeln, sollte dies nicht allgemein akzeptiert werden.

 

Der Vater sollte mal überlegen, was er für sein Kind tut.

Die Düsseldorfer Tabelle ist für die Höhe der Unterhaltszahlung die bundesweit anerkannte Richtschnur. Du hast Anspruch auf Vorlage der Abrechnungen, ich würde mir evtl. auch den Einkommensteuerbescheid ansehen wollen (wenn das geht).

Diese Tabelle gibt  es hier: http://www.olg-duesseldorf.nrw.de/infos/Duesseldorfer_tabelle/Tabelle-01_08_2015/index.php

Und diese Tabelle gibt nicht her, dass er weniger als 394 Euro zahlt, wenn ich nur das monatliche Netto nehme, das Du genannt hast, ohne Prämien und Urlaubs-/Weihnachtsgeld.

Ansonsten frag mal bei einem Anwalt nach.

Und diese Tabelle gibt nicht her, dass er weniger als 394 Euro zahlt

Dies ist der "Bedarf" des Kindes. Davon ist das hälftige Kindergeld abzuziehen und dann erst ergibt sich der "Zahlbetrag" (Unterhaltsanspruch des Kindes an den Vater).

@DFgen

Bei 190 Euro Kindergeld bleiben immer noch 299 Euro zu zahlen. Mindestens, weil ich nur das regelmässige Monatsnetto genommen habe.

Die Mutter sollte sich zu allererst mal eine Beistandschaft vom Jugendamt besorgen. Das Amt wird den Kindsvater auffordern, seine Einkünfte offen zu legen und den korrekten Unterhalt einfordern für das Kind.

 

Rückwirkend ist das wohl nicht möglich, aber die Kindsmutter kann alle zwei Jahre neu Auskunft verlangen über die Einkünfte des Vaters.

Die Mutter kann nur den Unterhalt vom Vater einfordern, den er ihr laut Unterhaltstitel zahlen muss - mehr nicht.

Sie hat aber das Recht, alle zwei Jahre das Einkommen des Vaters prüfen zu lassen und den Unterhalt entsprechend anpassen zu lassen, den Titel abändern zu lassen. Er müsste dann ab dem Tag den höheren Unterhalt zahlen, an dem die "Abänderung" des Titels durch die Mutter in die Wege geleitet wurde.

Ein gesetzlicher Anspruch auf die freiwilligen Zahlungen besteht somit nicht. Lässt die Mutter den Titel nicht anpassen (abändern), um die freiwilligen Zahlungen nicht zu gefährden, bräuchte der Mann theoretisch auch zukünftig nicht mehr als die 225 Euro zahlen.....

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