Strafmaß bei 20000 Euro Betrug?

3 Antworten

Einfach so wird er da ganz bestimmt nicht raus kommen. Wenn er nicht wenigstens anbieten kann, den Schaden zu ersetzen, wird er ganz sicher keine Bewährung erhalten. Es kommt natürlich auch darauf an, wen er betrogen hat.

Und der Kanst wird ihn ganz bestimmt insofern beeindrucken, dass er sich das in Zukunft besser überlegt, auf Kosten anderer Leute zu leben.

Wie vieles auf der Welt, ist das eine nicht richtig, weder das andere.

Wenn ich mir die USA anschaue, wieviel Jahre es da gibt, schon für Banalitäten, also relative Banalitäten. Z.B. 40 Jahre für versuchter Entführung...oder wenn man im Süden inhaftiert wird, gehts da in die Baumwollfelder zur Zwangsarbeit. Finde ich etwas übertrieben.

Und hier?? ...

Fernseher in Zelle, Jeder kann seine Zelle selber einrichten, bekommt man 5 Jahre, ist man wohl nach spätestens 3 Jahren wieder draußen, wenn man nicht schon vorher Freigänger ist, und nur im Knast schlafen muss.

Auch dieser offene Vollzug, wo die Zellentüren da alle offen sind, und die Gefangenen auf dem Flur rumlaufen.

Die Frage ist ja, ob das noch eine abschreckende Strafe ist, für manche Leute, die auch aus anderen Ländern kommen, und ganz anderes gewöhnt sind.

Nach §263 StGB beträgt die Strafe für Betrugsfälle auch bei minderschweren Fällen mindestens sechs Monate. Nach oben sind je nach Schwere der Tat bis zu 10 Jahren möglich.

Der Richter findet ein Strafmaß nach Zeit (X Tage, Y Monate oder Z Jahre) und zu dem auch, ob es sich dabei um eine Geldstrafe (einkommensabhängiger Betrag mal X Tagessätze je nach Strafmaß), eine Arbeitsauflage (X Arbeitstage je nach Strafmaß), eine Haftstrafe handelt oder die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird.

Beträgt das Urteil bis zu sechs Monaten, gibt es im Regelfall eine Geldstrafe (wenn es sich um einen Langzeitarbeitslosen oder jemanden, der aus anderen Gründen keine realistische Chance hat, die Tagessätze aufbringen zu können eine Arbeitsauflage). Haftstrafen gibt es da nur unter ganz besonderen Umständen (z.B. wenn bereits bekannt ist, dass jemand in der Vergangenheit Geldstrafen oder Arbeitsauflagen nicht nachgekommen ist oder es sich um einen Obdachlosen ohne festen Wohnsitz handelt, der sonst nicht mehr greifbar wäre).

Beträgt das Urteil über zwei Jahre, ist eine Haftstrafe obligatorisch, die nicht von vorne herein zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Bei einem Strafmaß zwischen sechs Monaten und zwei Jahren kann der Richter sich überlegen, welche Form der Strafe er sich aussucht. Und dabei wird er auch die Sozialen Lebensumstände des Beschuldigten berücksichtigen. Dann gibt es Haft wenn der Richter der Meinung ist, jemand müsse unbedingt aus seinem Sozialen Umfeld raus, eine Arbeitsauflage wenn mangelnde Alltagskompetenzen wahrscheinlich der Grund für die Straftat sind und eine Geldstrafe, wenn jemand eine stabile Erwerbskarriere ausübt und normal bis gut verdient.

Um welchen Geldbetrag es sich bei einem Betrug handelt, ist für die Urteilsfindung nur zweitrangig. Die Frage, ob es sich um einen gewerblichen Betrug handelt oder einen bandenmäßigen Betrug, ist entscheidender.

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