Soll ich die Riester-Altersvorsorge (Deka-BR 100) kündigen und als Eigenkapital für einen Immobilienkauf verwenden?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Jetzt ist die Frage, kann ich dieses Geld für die Baufinanzierung als Eigenkapital nutzen?

Jeder Riestervertrag der seit 2005 geschlossen wurde kann wohnwirtschaftlich verwendet werden.

Oder ist davon abzuraten, weil ich dann große Verluste mache? bzw. kann ich diesen Riestervertrag gar nicht so einfach kündigen?

Wieso sollte man den kündigen?

Wie ich bereits schrieb gibt es Möglichkeiten diesen für die Baufinanzierung zu verwenden. Bevor du das aber tust lass dir noch mal die Thematik mit dem Wohnförderkonto erklären und der fiktiven aber steuerpflichtigen Rente.

In einem Ratgeber der Stiftung Warentest habe ich gelesen, dass Riester-Verträge für einen Immobilienerwerb förderunschädlich genutzt werden können.

Obwohl die Stiftung Warentests bei solchen Themen in schöner Regelmäßigkeit in die frisch benutzte Toilette greift, hat sie in diesem Fall Recht.

Gibt das auch für Riester-Altersvorsoge Verträge bzw. für den Deka-BR 100?

Riester ist Riester.

Ich möchte mich nicht nur auf die Beratung des Sparkassenberaters vertrauen und wäre sehr dankbar über weitere Meinungen von Finanzexperten.

Das ist nett von dir, aber es ändert nichts an der grundsätzlichen Thematik. Ich mag Wohnriester nicht, es ist unflexibel und ein bürokratisches Monster. Eine Immobilie ist nicht liquide bringt dir also im Alter keinen vollen Kühlschrank.

Ob es überhaupt sinnvoll für dich ist Wohneigentum zu besitzen ist eine ganz andere Frage.

Daher würde ich, wenn es sich irgendwie machen lässt, den Riestervertrag aus der Finanzierung raushalten.

Vielen Dank für die ausführliche und hilfreiche Antwort.

Ich werde mir erstmal die Thematik: "mit dem Wohnförderkonto und der fiktiven aber steuerpflichtigen Rente" erklären lassen bzw nachlesen. Keine Ahnung was das ist. :( Vielen Dank für die Hinweise

Ehrlich gesagt würde ich dem Sparkassenberater mehr vertrauen als dem Internet ...

Man kann das Riesterguthaben entnehmen und dann entweder

(a) es sich selbst zurückzahlen (sozusagen ein Darlehen an sich selbst als Rentner) - das schmälert aber logischerweise die zu erwartende Rentenzahlung.

(b) es nicht an sich selbst zurückzahlen - dann muss man im Rentenalter eine fiktive Rente versteuern, dass heißt, man hat dann eine Steuerbelastung ohne zusätzliche Geldeinnahme.

(c) eine Riesterkündigung wäre im aktuellen Zinsniveau wahrscheinlich die ungünstigste Lösung, jedoch kann es durchaus bei aktuell niedrigen und später hohem Einkommen steuerlich insgesamt günstig sein. Jedoch sind Gesamtkostenbetrachtungen über Jahrzehnte meistens in der Praxis irrelevant.

Grundsätzlich würde ich jedoch sowohl eine Altersvorsorge mit Auszahlung und PARALLEL eine Finanzierung machen. Geld braucht man im Alter und mit Haus schließlich auch. Stichwort laufende Nebenkosten usw.

Man könnte auch noch einen anderen Weg gehen:

Finanzierung mit „Ballonrate“ zum Renteneintritt und dann mit der 30-%-Entnahme vom Riester tilgen. Müsste man mal insgesamt durchrechnen, ob das in deiner Situation und mit deinen Einkommensprognosen Sinn macht. Da wäre dann auch zu beachten, dass man dann den Renteneintritt und damit die Einmalauszahlung möglichst auf den Januar oder Februar legen sollte (Steuerprogression).

Ich würde den Riestervertrag auch nicht hernehmen für die Finanzierung. Eventuell musst du die bereits erhaltenen Förderungen zurückzahlen und falls er schon etwas älter ist bekommst du darauf noch eine schöne Grundverzinsung. Das bekommt man jetzt nicht mehr so leicht.

Eine wohnwirtschaftliche Verwendung von Riesterguthaben nebst Förderung ist keine förderschädliche Verwendung.

Stelle diese Frage noch einmal bei : https://www.finanzfrage.net/ ein.

Ich bin mir nicht sicher - aber frage einmal bei der Verbraucherzentrale ob die in dieser Richtung beraten.

Tun sie, aber

  1. Kostet das Geld (dreistellig)
  2. Haften sie nicht für das Ergebnis ihrer Beratung
@kevin1905

Haften tut der Bankberater auch nicht. Tja und einige ? hundert Euro können auch extrem gut angelegtes Geld sein - und man kann ja schließlich vor der Beratung fragen, welche Kosten dafür auf einen zukommen.

@wilees
Haften tut der Bankberater auch nicht.

Der ist Erfüllungsgehilfe der Bank und die haftet bei einer fahrlässigen Falschberatung durch ihren Mitarbeiter, immer vorausgesetzt eine Falschberatung lässt sich beweisen.

Bei Vorsatz geht es dem Mitarbeiter selbst an die Cojones.

Tja und einige ? hundert Euro können auch extrem gut angelegtes Geld sein - und man kann ja schließlich vor der Beratung fragen, welche Kosten dafür auf einen zukommen.

Klar können sie das. Aber die VBZ ist geringqualifiziert in den Thematiken, also kann man die paar Hunder € woanders sinnvoller anlegen.

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