Nebenkosten plötzlich viel höher als vertraglich festgelegt?

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Die bei Vertragsabschluss per Kalkulation veranschlagten Betriebskosten müssen nicht mit den tatsächlichen konform gehen, Bei der Art der Betriebskosten ist das anders. Nur die dürfen umgelegt werden, die auch vertraglich vereinbart wurden und auch nur mit dem vereinbarten Umlageschlüssel. Sind jeweils keine Schlüssel definiert, gilt lt. BGB die Wohnfläche. Nur Heizkosten müssen zwingend nach Verbrauch umgelegt werden. Auch ist in der BK-Verordnung klar definiert (s. google), was überhaupt Betriebskosten sind. Wespenbekämpfung jedenfalls nicht, Un gezieferbekämpfung in der Regel auch nicht. Eine grundsätzliche Frage: Ihr seid im Januar eingezogen, der Vermieter rechnet jetzt ab, wie ist der Abrechnungszeitraum zeitlich definiert? Er muss auf jeden Fall 12 Monate umfassen, das muss nicht mit dem Kalenderjahr konform gehen. Innert dieses Abrechnungszeitraumes wäre dann euer konkreter Nutzungszeitraum relevant. Nun erschließt sich beides mir noch nicht.

Wenn sich bestimmte BK scheinbar vervielfacht haben, ist das bei der 1. Abrechnung zu relativieren, sie waren vermutlich nur zu niedrig angesetzt. Was andres wäre es wenn bei der nächstfolgenden dieser Effekt gegeben wäre. Dann bedarf es einer Erklärung und Erläuterung. Außerdem hast du das Recht auf Einsichtnahme in alle zugrunde gelegten Originalrechnungsbelege.

Danke für deine Antwort, bitte ließ auch den Kommentar von mir an anitari. Was uns nur so traurig macht, sind einige Dinge in der BK-Abrechnung, die vorher überhaupt nicht so definiert oder abgesprochen waren und nun plötzlich in der Endabrechnung oder Jahresrechnung aufgetaucht sind.

@Individual

Hab mir grad deinen Kommentar zu anitari's Antwort angeschaut. Die von dir genannten 4 Monate sind der Nutzungszeitraum im Abrechnungd-Jahr 2011 (sprich Abrechnungszeitraum), insofern Basis das Kalenderjahr ist. Wespenbekämpfung ist keine Betriebskostenart und deshalb nicht umlegbar. Hausmeister nur, wenn tatsächlich gearbeitet. Wenn die HV bzw. der Vermieter nicht die Einsichtnahme in die Originalrechnungsbelege gewährt, mit welcher Begründung auch immer, ist die Nachzahlung nicht fällig und damit nicht zu leisten. Leider ist noch immer nicht eindeutig, auf welches Abrechnungsjahr sich die Abrechnung definitiv bezieht. Das brächte mehr Klarheit.

@albatros

Danke für deine Antwort. Auf das Abrechnungsjahr 2011 fällt die Abrechnung. Mir ist unwohl bei den Gerdanken >NICHT< zu bezahlen. Aber gefallen lassen, muss man sich auch nicht alles. Könnte man ungeklärte Sachen, wie z.B. Nutzerwechselgebühr einfach von den geforderten Betrag abziehen? Schließlich gab es dafür keine Antwort. Oder sollen wir alles überweisen und noch einmal das Gespräch suchen?

@Individual

Alles was nicht lt. MV vereinbart wurde, musst du nicht bezahlen, das betrifft auch die Nutzerwechselgebühr, insofern diese in einem Formularmietvertrag vorformuliert ist. Ist sie explizid "vereinbart" , muss leider gezahlt werden. Auch wenn du zunächst unter Vorbehalt zahltest, dürftest du bis zum Ablauf von 12 Monaten nach Erhalt der Abrechnung Einwände geltend machen und gegebenenfalls zu viel gezahltest zurückverlangen.

Nebenkosten plötzlich viel höher als vertraglich festgelegt?

Die vertraglich festgelegten, besser gesagt vereinbarten, Vorauszahlungen sind lediglich der Durchschnittswert der NK von 12 Monaten und entsprechen fast nie den tatsächlichen Kosten.

Abgerechnet werden dürfen nur die vertraglich vereinbarten Nebenkosten. Einmalige Schädlingsbekämpfung darf gar nicht abgerechnet werden.

Wir wohnen jetzt vier Monate in dieser Wohnung

Demnach im Januar eingezogen. Du schreibst nichts von Heizkosten. Sind die auch in den NK enthalten? Wenn ja könnte das auch eine, wenn nicht sogar die, Ursache für die Nachzahlung sein. Im Januar - April sind nämlich die tatsächlichen Heizkosten 2 - 3 x so hoch wie die gezahlten.

Weiterhin wäre interessant zu wissen wie groß die Wohnung und wie hoch die monatlichen Vorauszahlungen waren. Vielleicht waren sie einfach nur zu niedrig angesetzt. Der Umlageschlüssel nachdem die NK abgerechnet werden spielt auch eine Rolle.

Müsste uns der Vermieter nicht vorher informieren?

Wie denn wenn selbst vor Ablauf des Abrechnungszeitraum nicht weiß wie hoch die Kosten tatsächlich sein werden.

Hallo, vielen Dank für die Antwort. Leider ist mir in der Aufregung ein Fehler passiert. Ich meinte mit den 4 Monaten, den Abrechnungszeitraum. Wir sind September letzten Jahres eingezogen. Mit den Heizkosten sind wir auch total zufrieden, Wasserverbrauch, Gebäudeversicherung usw. auch. Aber Nutzerwechselgebühr, Hausmeister (noch nie einen gesehen), fegen alles selbst, kümmern uns um den Müll und erledigen kleinere Reparaturen, dann Ungezieferbekämpfung und extra noch einmal Wespennestentfernung, das hat uns ganz schön entsetzt. Waren jetzt zu einem Gespräch beim Vermieter und haben keinen Einblick in die Rechnungen/Quittungen erhalten, auch keine Antwort was denn der Hausmeister eigentlich macht oder erledigt oder wer das denn ist......oh je, das alles stimmt uns sehr nachdenklich!

das ist leider so, gerade die Versorger haben die Preise stark erhöht auch Dienstleister müssen einen Mindeslohn bezahlen und haben daher die Preise angepasst. Der Vermieter hat nicht immer einfluss darauf. Er hat keine Mitteilungspflicht gegenüber euch und darf die Vorauszahlung anpassen. Das geht momentan sehr vielen so, du brauchst nur mal die Nachrichten verfolgen wer alles die Preise anhebt, auch Streiks erhöhen die Kosten da höhere Löhne fällig werden.

da solltest du dich an den Mieterbund wenden, ich denke das im gebräuchlichen Sinn eine Ungezieferbekämpfung dann letztendlich auch Wespen beinhaltet.

Ansonsten gehören die ja nicht zu Ungeziefer aber sie werden von einem solchen Berufsweig entfernt. Haben aber auch behördlichen Genehmigungsaufwand.

An eurer Stelle würde ich zu einem Mietverein in eurer Nähe gehen und euch beraten lassen.

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