Nach Mieterwechsel erstmals Schimmel in Wohnung

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Bestehen konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Schimmel durch aus dem Verantwortungsbereich des Vermieters herrührenden Mängeln z. B. durch Baumängel, Fassaden- oder Putzschäden, mangelhafte Dachisolierung, Schäden an der Dacheindeckung, ungenügende Wärmedämmung oder von Kältebrücken herrührt, muss sich der Vermieter zunächst entlasten. Gelingt dem Vermieter nicht, diesen Nachweis zweifelsfrei zu erbringen, muss er beweisen, dass der Schimmel durch unzureichendes Wohn- und Lüftungsverhalten der Mieter/innen entstanden ist (z.B. LG Berlin, AZ: 64 S 320/99). Auch der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass dann, wenn strittig ist, „ob Baumängel oder falsches Mieterverhalten Ursache für die Feuchtigkeitsschäden sind, der Vermieter beweisen muss, dass die Ursache nicht in seinem Pflichtbereich liegt, sondern aus dem Mieterbereich kommt.“ (BGH, AZ: XII ZR 272/97).

Hat der Vermieter den Nachweis erbracht, dass keinerlei konkrete Anhaltspunkte für aus seinem Verantwortungsbereich herrührende Mängel vorliegen und ist davon auszugehen, dass die Schadensursache in dem durch die Benutzung der Wohnung abgegrenzten räumlich-gegenständlichen Bereich liegt, müssen sich die Mieter/innen dahingehend entlasten, dass sie die Feuchtigkeitsschäden und die daraus resultierende Schimmelbildung nicht durch vertragswidriges Verhalten, wie unzureichende Beheizung und Lüftung verursacht haben (OLG Karlsruhe, AZ: 3 RE Miet 6/84). Auch die Art der Möblierung kann Schimmelbildung begünstigen und ist bei der Beurteilung der Ursache zu berücksichtigen.

Der zweifelsfreie Nachweis wird wohl nur durch ein Gutachten zu erbringen sein. Beim TÜV sind diese für ca. 500,-€ zu haben.

Der Vermieter ist, wie du schon richtig ausführst, in der Beweispflicht. Ich habe es auch schon erlebt, wenn ich eine Langzeitmessung durchgeführt habe, dass dann der Mieter in der Zeit vorbildlich lüftet :-). Dann ist es natürlich immer schwer. Dennoch hat ein Sachverständiger Möglichkeiten, den Nachweis zu führen.

In meiner Praxis sind zu ca. 80% Lüftungsmängel ursächlich.

Gehört das ganze Mietshaus Dir oder ist es eine Eigentümergemeinschaft? Wird es also von einer Hausverwaltung verwaltet? Normalerweise haben Hausverwaltungen Leute bei der Hand oder machen es selbst, die z. B. mit Hilfe von Messgeräten ermitteln, ob Feuchtigkeit auf/in einer Wand von außen kommt oder von innen. Das wäre dann wohl die günstigste Art, erst einmal dem Jurastudenten nachzuweisen, ob/dass er Schuld ist. Besser als alles diskutieren.

Gehört das ganze Haus Dir, suchst du Dir einen Sachverständigen. Da gehst Du dann am besten zur Organisation Haus&Grund. Mitgliedsbeitrag beinhaltet nicht nur die Beantwortung oder Unterstützung in diesen Fragen, sondern auch eine kostenlose Rechtsberatung.

Ob die Ursache an falschem Lüften oder oder an Baumängeln liegt kann verbindlich nur ein Bausachverständiger beurteilen. Gibt es undichte Rohre oder verstopfte Regenrinnen? Messe doch mit einem Datenlogger die Raumfeuchtigkeit http://www.pearl.de/a-NC7004-5409.shtml?query=feuchte+USB+Daten sie sollte ständig unter 60% liegen. Durch absinken der Luftfeuchtigkeit wird dokumentiert wie oft gelüftet wird. Während der Heizperiode liegt bei mir die relative Feuchte bei 26 bis 32%.

Hmmm, sieht m.E. nach unangepasstem Heiz- und Lüftungsverhalten aus. Aber leider läßt sich aus anfangs eindeutig schädigend scheinenden Verhalten nicht immer gleich seinen Nutzen ziehen, wie hier einige Gerichtsurteile verdeutlichen: http://mietminderungstabelle.de/Mietminderung-Kategorie.Schimmel-Feuchtigkeit-Schimmelbefall-Schimmelpilze-Schwamm-Neubaufeuchtigkeit-N%C3%A4ssesch%C3%A4den.html

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