MwSt (VAT) auf einer englischen Rechnung nach Deutschland?

5 Antworten

Für die Mwhrwersteuer bzw. VAT ist der Ort der Leistungserbringung maßgebend. Also wenn die Leistung in Deutschland erbracht worden ist, so ist die deutsche MSt. fällig. Ja, es gibt Freibeträge und Bagatellfälle, unter Umständen hätter der englische Handwerker entweder die deutsche MW-Steuer erheben und an das deutsche Finanzamt abführen müssen (vorgeschriebener Normalfall) oder Du bezahlst die Rechnung ohne Steuer und versteuerst die Leistung selbst beim Finanzamt, was jedoch unüblich und umständlich wäre.

Doppelbestuerungsabkommen würde die Einkommenssteuer des Handwerkers betreffen und dangiert die MWSt bzw. VAT überhaupt nicht..

Hat er was nach Deutschland verkauft, eine Leistung in Deutschland erbracht, oder wurde das Geschäft komplett in England abgewickelt?

Er - englischer Selbständiger - hat seine Beratungsleistung (Consulting, Programmierung) an eine deutsche Firma verkauft, allerdings wurde die Dienstleistung in England erbracht und gelang per email und per Telefnon nach Deutschland. Der englische Selbständige ist für VAT noch nicht angemeldet (kann es aber jederzeit tun, muss aber erst ab über 60000 Pound jährlich, zur Zeit besteht einfach kein Bedarf, da er sowieso nichts abzusetzen hat). Nun soll er die Rechnung nach Deutschland ausstellen. So wie ich das verstehe ohne VAT oder erst recht ohne die MWSt. Der deutsche Rechnungsempfänger wird sie einfach so bezahlen und dafür auch in Deutschland keine MWSt abführen müssen, oder?

Ob der englische Selbständige auf seine Rechnung die englischen 19,5 % MwSt. draufschlägt oder nicht, ist seine eigene Ermessungssache, da er ja, wie Du selbst schreibst, Neuling ist und im ersten Jahr voraussichtlich unter 60.000 GBP bleiben wird.

Also ist es seine eigene Ermessungssache. Wenn er sie aufschlägt, musst Du sie an ihn bezahlen. Er muss dann allerdings auch eine britische VAT-ID-No. mit auf der Rechnung vermerken, damit Du diesen "Einkauf" beim Finanzamt Saarbrücken korrekt als EU-Einkauf deklarieren kannst.

Wenn er die MwSt. nicht draufschlägt als "Kleinunternehmer", hast Du sie auch nicht zu zahlen, kannst sie also auch nicht als Vorsteuer vom deutschen Finanzamt zurückbekommen.

Liebe Leute! Bin überwältigt von den vielen und dazu noch so schnellen Antworten! Und konstruktiven auch! Ja, die Leistung (Consulting, Erstellung eines Pflichtenheftes für Umrüstung einer Computeranlage) wurde in England erbracht obwohl der Auftraggeber in Deuschland ist, so dass wohl die deutsche MWSt nicht zuschlägt. An "mitallen5sinnen": Heißt das wirklich, dass die VAT dann auch komplett entfällt?

Nein! Sobald Du den Computer nach Deutschland bringst und sein Wert 500 Euro überschreitet, musst Du die deutsche 19% MWSt. innerhalb von 10 Werktagen oder 2 Kalderwochen bei deinem Finanzamt entrichten.

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