Muß im Erbfall auch die Gebäudeversicherung mit übernommen werden?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Zunächst ist es so, dass die Erben alle Verbindlichkeiten des Erblassers übernehmen, in seine Rechte und Pflichten gemeinschaftlich eintreten; also demnach auch die Verpflichtung zur Zahlung von Versicherungsbeiträgen. Sofern die Ergebengemeinschaft den Versicherungsvertrag nicht gekündigt hat, besteht er eben weiter. So war es in unserem Erbfall, die Versicherung hat da leider auch nicht mit sich reden lassen.

Was der §1969 aber damit zu tun haben soll, verstehe ich nicht.

Hier würde ich mir noch ein Fachmeinung einholen, z.B. bei www.frag-einen-anwalt.de

oh, sorry, es handelt sich um § 1967...

@ viragos § 1996 BGB regelt die Inbesitznahme des Ehegatten an haurat und Wohnung für 30 Tage, bevor die Geldgierigen alles versilbern. Die Versicherungspflicht daran besteht daher weiter.

Umgekehrt kann der Gebäudeversicherer nicht etwa seine Leistungspflicht verneinen, stürbe der Versicherte durch eine brennende Zigarette im Bett, mit der Begründung, mit dessen Tod sei die Versicherung des Gebäudes bereits erloschen.

G iamger761

@imager761

@imager761:

§ 1996 regelt nicht der Dreißigste, sondern die Bestimmung einer neuen Frist zur Erstellung eines Inventars.

Aber ich verstehe immer noch nicht, was der Deißigste mit dem Fortbestand bzw. der Kündigung einer Versicherung zu tun hat. Der Dreißigste gibt den Familienangehörigen des Erblassers, die zu dessen Hausstand gehörten und von ihm Unterhalt bezogen haben, für 30 Tage einen Anspruch gegen den Erben auf Unterhaltung und Wohnung.

@Grandi: Der Paragraph sagt das, was ich oben schon geschrieben habe. Die Erben müssen auch die Verbindlichkeiten des Erblassers übernehmen, sprich auch bestehende Verträge.

Es besteht ein Kündigungsrecht für den Erwerber des Gebäudes und für den Versicherer. Der Verkäufer hat kein außerordentliches Kündigungsrecht für den Versicherungsvertrag aufgrund des Verkaufes. Die Kündigung des Erwerbers muß innerhalb eines Monats ab Eigentumsübergang erfolgen. Sie kann entweder mit sofortiger Wirkung oder zum Ende der laufenden Versicherungsperiode ausgesprochen werden. Die Kündigungsfrist für den Versicherer beträgt einen Monat ab Kenntnis von der Veräußerung (grundbuchamtliche Umschreibung)und dem Namen des Erwerbers. Die Kündigung wird dann nach Ablauf eines Monats wirksam.

Hi!
Alles was imager761 geschrieben hat muss ich attestieren!

Vers.Pflicht für privaten Bereich definitiv nur für KFZ und KV!

Aber: jeder soz.vers.pfl.-Angestellte ist RV-KV-PV-AL pflichtig!

und es gibt Gesetzesbeschlüsse, die das Bestehen von diversen Versicherungen festlegen, um Genehmigungen zu erteilen! Davon betroffen sind etliche Berufsstände!

Zum Thema: Veräußerung und Verkauf sind 2 völllig verschiedene Dinge: Liegt einer Eigentumsübertragung kein Kaufvertrag, sondern eine gesetzliche Bestimmung zugrunde, gelten die Regelungen für Veräußerungen nicht. Tritt der Erbfall ein, handelt es sich um eine gesetzliche Bestimmung. Der Erbe der versicherten Immobilie erbt nicht nur die Immobilie selbst, sondern auch den laufenden Versicherungsvertrag(Verträge). Dieser geht nach dem Tod des Versicherungsnehmers auf den oder die Erben über. Anders als Käufern steht Erben kein Sonderkündigungsrecht zu!

Also, Erbe ausschlagen dann braucht man auch keine Vers. übernehmen(bekommt aber auch keinen automatischen Schutz!!! :-) oder Praxistipp: Da die meisten Versicherer ja jedes Jahr paar cent mit den Prämien hochgehen- Vertrag aufgrund der Betragsanpassung zum Wirksamwerden der Beitragsanpassung kündigen- Folge:

Vers. Schutz besteht noch bis zur nächsten Hauptfälligkeit, es müssen keine Beiträge an den Versicherer bezahlt werden! Mit dem Ablauf wählt der Erbe den Versicherer und den Umfang zur Versicherung nach seinem Ermessen neu aus!

mfg schepps

Grundsätzlich gehen alle Versicherungen, die der Versicherungsnehmer auf ein sachliches Risiko, wie Kfz, Gebäude, Rechtsschutz usw. abgeschlossen hat mit seinem Tod auf den Erben über, da hier insofern kein Sonderkündigungsrecht besteht.

Je nach Vertragsgestaltung kann nach einer kürzeren Übergangsfrist oder zum Ende des nächsten Beitragszeitraums unter Einhaltung einer Kündigungsfrist ordentlich gekündigt werden.

Ähnlich wie bei einem Kfz erlischt der Vertrag allerdings mit dem Verkauf, wenn der neue Eigentümer das Vertragsverhältnis nicht fortsetzen möchte.

HTH

G imager761

Ein Gebäude muß IMMER gebäudeversichert werden. Ihr könnt jedoch mit der Versicherung versuchen, zu verhandeln über eine neue VS ohne Glasbruch.

Laßt Euch einfach dazu ein Angebot machen ohne Glasbruch.

Als wir ein Haus gekauft haben, durfte die Gebäude-VS rein rechtlich nicht gekündigt weden, sondern nur von einer neuen VS abgelöst werden. Das sollte im Erbfall genau so sein.

Ich ergänze, beim Todesfall geht per Pflicht die Gebäude-VS auf die Erben über.

Es besteht eine Gebäudeversicherung. Hier handelt es sich um eine zusätzliche Glas- und Schmuckglasversicherung, die absolut unnötig ist, denn Schmuckglas existiert in diesem Haus gar nicht. Und Glasbruch ist schon in der Gebäudeversicherung enthalten...

Was möchtest Du wissen?