Kündigung per Einschreiben - Gültig, wenn ich es nicht abhole?

5 Antworten

Der Arbeitgeber kann Dir die Kündigung auch durch Übergabe vor Zeugen zustellen, da Du ja vermutlich keine Empfangsbestätigung unterschreiben wirst. Letztendlich bleibt immer noch der Weg, die Kündigung durch einen Gerichtsvollzieher zustellen zu lassen. Entgehen kannst Du der Kündigung aber nicht und die ganze Trickserei wird Deine Chancen vor einem Arbeitsgericht auch nicht verbessern.

Das beantwortet die eigentliche Frage aber irgendwie nicht!?

Die Zustellung erfolgt in dem Moment, in dem das Schreiben in deinen Machtbereich gelangt. Wenn ein Uebergabeeinschreiben nicht zugestellt werden kann und lediglich eine Abholbenachrichtigung in deinen Briefkasten geworfen wird, ist das Schreiben selbst natuerlich noch nicht zugegangen. Es befindet sich ja schliesslich weiterhin ausserhalb deines Machtbereiches. Zugestellt ist es in diesem fall erst dann, wenn du es bei der Post abgeholt hast.

Aber Vorsicht! Vereitelst du den Zugang schuldhaft, bist du rechtlich so zu stellen, als sei das Schreiben zugegangen. Eine schuldhafte Zugangsvereitelung liegt i.d.R. vor, wenn der Empfaenger vorher ueber das Schreiben informiert wurde und es dann nicht abholt, um den Zugang zu verzoegern oder voellig zu vereiteln.

Wenigstens noch ein wissender zwischen all den Ahnungslosen hier...

Das ist der Grund, warum Anwälte Arbeitgebern dringend von dieser Art der Zustellung abraten: die Kündigung gilt als zugestellt, wenn du sie abgeholt hast und nicht bereits dann, wenn du benachrichtigt wurdest. D. h., wenn du das Schreiben noch eine Woche liegen läßt, ist die Kündigung nicht wirksam.

http://www.anwalt.de/rechtstipps/kuendigung-mit-einschreibenrueckschein_004950.html

Tatsächlich (außer meiner) die einzige richtige Antwort hier von 16, wirklich unfassbar...

Wenn ich des jetzt nichtz abhole, ist die dann rechtsgültig??

Unter Umständen ja.

Grundsätzlich gilt, dass sich der Empfänger einer Willenserklärung nach Treu und Glauben nicht auf den verspäteten Zugang der Willenserklärung berufen kann, wenn er die Zugangsvereitelung selbst zu vertreten hat (Sprich das Einschreiben einfach nicht abholt). Er muss sich dann so behandeln lassen, als habe er der Erklärende die entsprechenden Fristen gewahrt (vgl. BAG, Urt. v. 25.04.1996 – 2 AZR 13/95).

Quelle http://www.taylorwessing.com/uploads/tx_siruplawyermanagement/Arbeitsrecht_200642.de.pdf

Das gilt aber nur dann, wenn er tatsächlich bereits wissentlich Kenntnis des Inhalts hat. Reine 100%ige Sicherheit aus welchem Grund auch immer ohne dass der Inhalt faktisch bekannt ist, so wie der Fragesteller dies beschreibt, reicht dafür eben gerade nicht aus...

ICH habe PERSÖNLICH die ERFAHRUNG gemacht, dass Fachanwälte für Arbeitsrecht dazu raten, eine Kündigung PERSÖNLICH zuzustellen UND zu übergeben oder durch VERTRAUENSPERSONEN zustellen zu lassen und sich den Empfang quittieren zu lassen..

Du -KANNST also versuchen, Fristen zu verlängern, indem Du behauptest, diese Benachrichtigung gar nicht erhalten zu haben. Du solltest Dir natürlich auch darüber im Klaren sein, dass Dir das auf Dauer nichts nutzt UND sich vermutlich auch in Deinem Zeugnis niederschlagen wird. Außerdem folgt Arbeitsgerichtsprozess usw.

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