Krankmelden vergessen.... Kündigung?

10 Antworten

Gemäß §5 Absatz 1 Entgeltfortzahlungsgesetz gilt, dass der Arbeitnehmer verpflichtet ist, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen.

http://dejure.org/gesetze/EntgFG/5.html

Dieser Pflicht ist Ihr Bekannter nicht nachgekommen, da er es unterlassen hat zu Dienstbeginn anzurufen um dem Arbeitgeber mitzuteilen, dass er arbeitsunfähig ist.

Diese Pflichtverletzung, ist ein Verstoß gegen die arbeitsvertraglichen Nebenpflichten. Eine solche minderschwere Pflichtverletzung rechtfertigt eine Abmahung, nur im Wiederholungsfall wäre eine verhaltensbedingte Kündigung gerechtfertigt.

Sollte der Arbeitgeber tatsächlich wegen dieser Pflichtverletzung kündigen und greift der Kündigungsschutz, sollte Ihr Kollege binnen 21 Tagen nach Zugang der schriftlichen Kündigung Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen.

P. K.

Also, ich weiß jetzt nicht, wie das bei euch ist. Ich arbeite im öffentlichen Dienst und da kann ich nur sagen - so schnell schießen die Preußen nicht. Wenn es wirklich genau so gewesen ist, wie du es beschrieben hast und es keine weiteren Gründe gibt, würde das unser Personalchef niemals gegen den Personalrat (bin selbst Mitglied) durchkriegen. Bei einmaligem Vergessen gibt es erst einmal eine Abmahnung, und dass auch nur, wenn der AG nichts wusste (aber er hat den Schein ja mitgegeben). Kommts dann noch mal vor, gibts die Zweite und dann erst Ende Gelände. Eine AU-Bescheinigung muss spätestens am dritten Tag der Erkrankung vorliegen. Wenn es also vorher noch keine Abmahnungen gab, sehe ich hier noch keinen Grund für eine fristlose Kündigung.

eine Abmahnung ist das auf jeden Fall wert. Wäre auch das mindeste, was ich als AG machen würde.Da allerdings eine Freistellung von der Arbeit erfolgte, wird eine Kündigung erfolgen. Der AG muß bloß die Anhörungsfrist des Betriebsrates verstreichen lassen ehe er seine Kündigung aussprechen kann.

Wird eine verhaltensbedingte Kündigung ausgesprochen, muß eine Abmahnung aus dem gleichen Grund schon erfolgt sein um vor Gericht Bestand zu haben.

Es ist allerdings von einer Vorgeschichte die Rede die ich nicht einschätzen kann.

Und ich hoffe, er hat keinem Kollegen der Nachtschicht den Schein mitgegeben

Ich denke nicht,das man Ihn so einfach kündigen kann,er hat doch die Krankmeldung seinen Kollegen mitgegeben!

Falls Die ihn kündigen oder es wollen,ab zum Arbeitsgericht.

Er soll auch keine Abmahnung oder Aufhebungsvertrag usw. unterschreiben!!!

Wenn der Betriebsrat ihn anhört,soll er fragen:

Meinen Sie, sie könnten mit 41 Grad Fieber noch klar denken?

Wenn er beim Arzt war, kann es sein,dass der auch starkes Fieber gemessen hat.

Dein Bekannter soll sich das dann schriftlich geben lassen.

Er soll sich einen Familienangehörigen oder Freund mit zu der Anhörung nehmen.

Betriebsräte werden oft durch den Arbeitgeber beeinflusst.

Sie sind auch nur Angestellte des Arbeitgebers.

Er hat die Krankmeldung seinem Kollegen mitgegeben und der hat sie auch abgegeben? Dann wäre die Sache eigentlich erledigt.Der Arbeitgeber wusste nun von der Krankheit. Er kann nicht mehr darauf bestehen, dass der Mitarbeiter auch nochmal telefonisch Bescheid gibt.

Ein guter Betriebsrat wird der Kündigung nicht zustimmen.

Ein Kündigungsgrund ist das wohl nicht, da der Arbeitgeber ja durch den 'gelben Schein' von der Krankheit wusst.

Ein Betriebsrat stimmt ganz selten einer Kündigung zu. Das hat wenig Einfluss darauf das sie ausgesprochen wird

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