Kind(6) von Hund ins Gesicht gebissen - Anzeige/Schmerzensgeld?

5 Antworten

Selber schuld, kann ich da nur sagen. Ein Hund wird auf seinem Ruheplatz nicht gestört. Punkt. Sonst kommt es nämlich genau zu solchen Vorfällen: Hund fühlt sich vom Kind bedrängt und zack. Sei froh, dass es nur die Lippe war und nicht die Halsschlagader.

Zudem muss ein Hund, der wie du sagst "Plötzlich" und "einfach so" zubeißt, in der Vergangenheit häufiger die Erfahrung gemacht haben, dass er entweder betraft wird, wenn er knurrt o.ä. oder das auf seine Warnsignale schlicht und einfach nicht reagiert wird. Das sollte euch zu denken geben.

Ich würde euch den Besuch bei einem kompetenten Hundetrainer anraten, welcher euch lehrt, die Körpersprache von Hunden richtig zu lesen, damit solche Unfälle in Zukunft vermieden werden können.

Ob du deine Eltern anzeigst ist deine Entscheidung. Anspruch auf Schmerzensgeld hättest du jedenfalls, obwohl der Biss selbstverschuldet ist.

Die Anzeige kommt vom Krankenhaus doch direkt. Hundebisse sind meldepflichtig.

Dieser Hund käme bei mir niemals mehr in die Nähe eines Kindes.

Das darf einfach nicht sein, schon gar nicht von einem Retriever. Das ist ein ganz übler Wesensfehler.

Trotzdem muss man auch dir und deinen Eltern einen Vorwurf machen. Nach 6 Wochen kennt man einen Hund einfach zu wenig um ihm zu vertrauen.

Auch hier muss man fragen woher stammt so ein Hund mit einem derart dramatischen Wesensmangel?!

Ganz ehrlich wundert es mich, dass die Polizei so einen Hund nicht sofort abholt.

Ciao :-)

Das klingt jetzt vllt. gemein, aber deine Etern haben absolut Recht damit, weil du jetzt noch nicht absehen kannst, welche Folgekosten auf dich noch zukommen. Die Krankenverscherung wird sich auch an sie wenden, weil es ein Unfall war und er aus Sicht der Versicherung durch das Einwirken eines anderen entstanden ist.

Du musst wirklich in diesen Fall die Rechte deines Sohnes vertreten und die sind nicht unbedingt das Schmerzensgeld sondern die Kosten für Nachbehandlungen (Schönheitsops, Therapie usw.), das kann noch keiner wirklich abschätzen wie umfangreich das wird.

Die Versicherung zahlt später nichts mehr.

Der einzige Punkt was etwas nachteilig ist, die Staatsanwalt geht von fahrlässige Körperverletzung aus und wird genauer hinsehen. Entweder wird die Sache eingestellt oder ein Ordnungsgeld verhängt. Das solltet ihr auch bedenken. Sprich nochmal mit ihnen und entscheidet dann gemeinsam.

Kompliment an deine Eltern, dass sie das dir vorgeschlagen haben.

LG

Hier liegt mit Sicherheit kein besonderes öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung vor, also würde der Staatsanwalt nur ermitteln, wenn tatsächlich Anzeige erstattet wird, was totaler Schwachsinn wäre, da es absolut niemandem etwas bringt (außer Ärger). 

@NamenSindSchwer

Ein Hundeangriff auf einen Menschen ist immer ein Offizialdelikt - das wird immer strafrechtlich verfolgt. Vor allem, wenn es so schlimm war - mit Krankenwagen und lebenslangen bleibenden Folgen ...

@dsupper

Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt, wenn jemand verletzt wurde. Wie das ausgeht kommt auf den jeweiligen Fall an. Da will ich keine Prognose abgeben.


@dsupper

Und welcher Paragraph im StGB ist "Hundeangriff auf einen Menschen"? Es handelt sich hier im Körperverletzung. Und wir haben momentan keine Hinweise, dass es schwere Körperverletzung wäre sondern "nur" fahrlässige und diese ist ein Antragsdelikt, es sei denn es gibt ein besonderes öffentliches Interesse an der Strafverfolgung, was wohl auszuschließen ist. Siehe §230 StGB. 

@NamenSindSchwer

Der § 226 StGB definiert die Schwere Körperverletzung unter Punkt 3 auch, wenn "die verletzte Person in erheblicher Weise dauernd entstellt wird"

Straftaten nach § 226 sind Offizialdelikte.

Bleibende, dauerhafte, lebenslange Narben im Gesicht - so wie sie der FS in der Frage beschrieben hat - sind sicher als "dauerhafte Entstellung" zu werten.

Unter Umständen käme auch eine Tat nach § 224 in Betracht, da der Hund hier durchaus als "gefährliches Werkzeug" angenommen werden könnte ...

Was letztendlich daraus wird, wird sich ergeben - aber ermittelt wird auf jeden Fall, denn die Polizei kann nicht auf eigene Faust beurteilen, welche Art der Körperverletzung hier zum Tragen kommt. Das ist gar nicht ihre Aufgabe - dafür gibt es die entsprechenden Stellen ...

@dsupper

Der § 226 StGB definiert die Schwere Körperverletzung unter Punkt 3 auch, wenn "die verletzte Person in erheblicher Weise dauernd entstellt wird"

Nicht ganz ausgeschlossen, aber bitte beachten, dass hier nicht nur das "dauernd" sonder auch das "in erheblicher Weise" ausdrücklich erwähnt wird...

Unter Umständen käme auch eine Tat nach § 224 in Betracht, da der Hund hier durchaus als "gefährliches Werkzeug" angenommen werden könnte 

Das wäre sogar mit hoher Wahrscheinlichkeit der Fall, wenn denn der Angriff absichtlich vom Halter initiiert wurde, was wohl kaum der Fall sein wird...

Natürlich entscheidet das nicht die Polizei, sondern der Staatsanwalt. Ob der ein öffentliches Interesse darin sieht, dass gegen Opa (der sich bestimmt schon selber genug Vorwürfe macht) ein Ermittlungsverfahren wegen der unabsichtlichen Verletzung des eigenen Enkels eingeleitet wird, wage ich zu bezweifeln. 

@NamenSindSchwer

Aber gerade wenn Hunde mit im Spiel sind, und Kinder durch diese erheblich verletzt werden (und laut Frage hört sich das genau danach an), sind die Behörden doch seit Jahren schon sehr sensibel - und das ist auch gut so.

Und natürlich kann man nicht sagen, ob oder was dabei herauskommt - aber darum geht es ja erst einmal auch gar nicht.

Grundsätzlich geht es erst einmal darum, dass die Polizei das - weil sie es nicht selbst entscheiden kann - so einen Vorfall nicht einfach unter den Tisch fallen lassen kann ...

Hallo,

da habt ihr leider viele dumme und zu vermeidende Fehler gemacht - aber nun ist es passiert und das Kind muss lebenslang nun darunter leiden.

Es wird so oder so herauskommen, denn das Krankenhaus meldet der Krankenkasse auch die Ursache eines Unfalls. Die Krankenkasse wird sich also bei euch melden und wird verlangen, den Namen des Hundebesitzers zu erfahren, damit sie sich dort die Behandlungskosten wiederholen können.

Ansonsten ist dein Text nicht wirklich glaubhaft: Du schreibst

ich solle sie anzeigen ( als die Polizei kam verneinte ich weil es meine Eltern sind

Wenn die Polizei da war um den Sachverhalt aufzunehmen, liegt es gar nicht mehr in deiner Hand, die Eltern anzuzeigen oder nicht. Eine Bissverletzung eines Menschen durch einen Hund ist ein Offizialdelikt, bedeutet: die Polizei leitet das auf jeden Fall weiter, denn dazu ist sie verpflichtet.

Und dann gehen die entsprechenden Ermittlungen los - auch vom Ordnungsamt ....

Irgendetwas stimmt bei deiner Schilderung also ganz und gar nicht

Erstmal Danke für die Antwort.. 

Ob wir Fehler gemacht haben sei dahin gestellt - ich war die ganze Zeit dabei und habe schon vorher mit dem Hund "gespielt"... das ist auch erstmal uninteressant...

Das irgendetwas "rauskommt" spielt keine Rolle - es will ja auch niemand verheimlichen..

Und was stimmt bei der Schulderung nicht? Es war eine Zusammenfassung.. vielleicht zum besseren Verständnis: mein Opa hat den Krankenwagen gerufen da überall Blut war und der nötig war... als nächstes hatte er die Polizei gerufen weil er nicht wusste was er jetzt mit dem Hund machen soll - was passiert wenn er auf ihn zugeht etc. Der Krankenwagen kam - mein Sohn wurde versorgt und zum Krankenwagen gebracht - ich hinterher. Draußen vor der Tür kam gerade die Polizei und sagte mir ich könne ruhig in den Krankenwagen sie kommen gleich auf mich zu... das war dann auch so - personailien aufgenommen und dann kam die Frage von Polizisten: möchten Sie eine Strafanzeige stellen? Ich schaute leicht überfordert und der Polizist meinte es seien ja meine Eltern - es sei mir überlassen und dann verneinte ich... das wars. Wir mussten dann los ins Krankenhaus.. im nachgang erfuhr ich dann nur noch das die Polizei sich den Hund angeschaut hat und das automatisch dem Ordnungsamt gemeldet wird zwecks wesensprüfung?? Keine Ahnung - strafrechtlich wirds nicht verfolgt wenn ich keine Anzeige stelle. 

Liebe Grüße 

@Bliblablubb1015

Doch - auch strafrechtlich wird etwas passieren. Es ist nicht eure Sache, Anzeige zu stellen oder nicht. Das bezieht sich höchstens auf die zivilrechtlichen ansprüche wie Schmerzensgeld etc. Da könnt ihr euch überlegen, ob ihr Anzeige stellen wollt oder nicht

Aber ein Angriff eines Hundes auf einen Menschen - und in so einer schlimmen Form, dass ein Krankenwagen notwendig wird und lebenslange Folgen zurückbleiben - ist ein Offizialdelikt - das wird auf jeden Fall strafrechtlich verfolgt.

Das muss von der Polizei gemeldet werden und das geht dann seinen behördlichen Gang - das liegt gar nicht in eurem Verfügungsspielraum ...

Ich glaube nicht, das das Krankenhaus die Ursache des Unfalls an die KK weitermeldet.

Ein Kind von mir (ich habe 3) wurde ebenfalls von einem Hund am Mund gebissen. Es kam überhaupt keine Nachfrage von der KK.

@beangato

Das kenne ich völlig anders - egal, ob ein Unfall vermutet wird oder es sich um einen Hundebiss handelt - immer erfolgt eine Nachfrage seitens der Krankenkasse. Auch die möchte sich ihre Kosten gerne vom Verursacher wiederholen ...

@beangato

Heute haben Ärzte und Tierärzte Meldepflicht jeder Bisswunde durch Hunde.

Beisst ein Hund einem Kind derart ins Gesicht, steht garantiert die Polizei auf der Matte. Eigentlich nehmen sie denn Hund dann auch mit. So meine Erfahrung.

Ist Deinen Eltern eigentlich klar, dass eine Anzeige Folgen haben kann? Im schlimmsten Fall wird Ihnen der Hund weggenommen und eingeschläfert. Und eine Geldbuße kommt dann auch noch dazu. Und die zahlt die Versicherung nicht. Mit einer Anzeige meldest Du eine Straftat (=Strafrecht). Schmerzensgeld ist eine zivilrechtliche Forderung (=Zivilrecht). Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun.

Deine Eltern sollen den Vorfall der Versicherung melden. Und Du kannst dann Deine Ansprüche geltend machen. 

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