Ist man an einen Mietvertrag gebunden, der nicht unterschrieben ist, aber schriftlich per Email zusagt wurde?

5 Antworten

Der Vermieter kann zumindest darauf bestehen, daß Du die Miete bis zum Ende der Kündigungsfrist entrichtest. Schließlich hast Du einen Vertrag geschlossen, indem Du per E-Mail gesagt hast "ja, ich möchte die Wohnung anmieten".

Du könntest natürlich (jetzt sofort) dem Vermieter schreiben, daß sich bei Dir etwas anderes ergeben hat und ob Du freundlicherweise vom Vertrag zurücktreten kannst.

Einen Rechtsanspruch hast Du darauf nicht. Wenn man freundlich miteinander spricht, ist aber vieles möglich.

Ohne mehr Informationen des FS ist dein Kommentar nur eine Spekulation. Es ist völlig unklar, was der Inhalt der E-Mail des Vermieter war, was der Interessent bisher mit dem Vermieter verhandelt hat.

Schließlich hast Du einen Vertrag geschlossen, indem Du per E-Mail gesagt hast

Sicher?

Falsch.

Warum?

Es gibt zwei Arten einen wirksamen Mietvertrag abzuschließen:

Schriftlich mit einhändiger Unterschrift

Mündlich, wenn man sich in den wesentlichen Dingen einig.

Per email ist von der Form her weder schriftlich noch mündlich; also kein Vertrag.

Ein Vertag besteht aus einer beiderseitgen einvernehmlichen Willenserklärung. Die Form ist dabei bis auf wenige Ausnahmen unerheblich. Mietverträge gehören nicht zu diesen Ausnahmen. 

Du hast ein Angebot angenommen, somit hast du einen Vertrag. Mietverträge können schriftlich, per Mail, mündlich, per Rauchzeichen oder sonstwie abgeschlossen werden. Wenn du den Vertrag jetzt nicht mehr willst, solltest du schnellstmöglich mitteilen, dass es ein Irrtum war und dass du die Wohnung nicht möchtest. vielleicht kommst du dann noch ohne blaues Auge aus der Nummer raus.

Ich bin nicht der Meinung, dass hier ein gültiger Mietvertrag zustande gekommen ist. 

Der Vermieter gibt durch e-mail zu erkennen, dass er mit den Mietinteressenten einen Mietvertrag abschließen will, der MI bestätigt daraufhin, dass er der gleichen Absicht ist. 

Der Vermieter hat kein schriftliches Angebot eines getexteten Mietvertrages per e-mail vorgelegt, aus dem die Beschreibung der Mietsache, der Mietbeginn und der Mietpreis hervorgeht. Dazu könnte es im Folgeschritt kommen. Anders sähe es aus, Wenn der Mietinteressent die Mietwohnung bereits besichtigt und mit dem Vermieter die Eckdaten des Vertrages verhandelt hat. 

Dazu berichtet der Fragesteller  nichts.

kein schriftliches Angebot eines getexteten Mietvertrages

dessen bedarf es auch nicht

aus dem die Beschreibung der Mietsache, der Mietbeginn und der Mietpreis hervorgeht

woher weißt Du das? Sicher stand das aber z.B. im Inserat auf Immoscout o.Ä.

Ist beiderseitig erkennbar beabsichtigt einen schriftlichen Mietvertrag abzuschließen, erlangt dieser erst nach Unterzeichnung beider Parteien Rechtskraft. Das ist hier zutreffend.

Ein mündlicher Mietvertrag wäre insofern zu Stande gekommen, wenn vor der Unterzeichnung bereits der Mieter eingezogen ist und Miete gezahlt hat.

Ist hier nicht der Fall, deshalb gibt es keinen rechtswirksamen Mietvertrag. Fertig.

Ein Vertrag kommt durch die übereinstimmende Willenserklärung zweier oder mehr Personen zustande.

Die Frage die sich stellt gab es Übereinstimmung auch bezüglich der Miete und der Nebenkosten, der Kaution, etc.?

Problem bei mündlichen Verträgen ist i.d.R. die Beweisbarkeit.

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