Ist der Kirchenaustritt bei bestimmten Arbeitgeber ein Problem?

5 Antworten

Kirchliche Einrichtungen gelten arbeitsrechtlich als 'Tendenzbetrieb' und hier gelten (erstaunlicherweise immer noch)  besondere Rechte für den Arbeitgeber.
Je nach Position des Mitarbeiters wird unterschiedlich streng verfahren. Je höher innerhalb der Hierarchie, desto strenger die Anforderungen in der Praxis.
Bei den Johannitern würde ich jetzt aber nicht mit Problemen rechnen.

Aber will man sich fürs ganze Berufsleben an Johanniter binden? Tendenzbetriebe gibt es übrigens in vielen Bereichen, nicht nur im kirchlichen: politischeOrganisationen und Stiftungen, gewerkschaftliche, auch im Medienbereich gibt es das.

Kann es sein. Wenn Du bei einem kirchlichen Arbeitgeber bist.. sehen die das nicht so gerne.

Ich hab ne zeitlang bei einem AG gearbeitet,der definitiv nicht kirchlich war.. aber gemeinnützig. Und man hat durchaus mitgekriegt, dass die Zugehörigkeit zu einer Religion durchaus gewünscht war.

So Kleinigkeiten.. wenn Du mitkriegst, Du und ein Kollege sind leistungsmäßig auf gleichem Stand.. ihr kriegt jedes Jahr als Gutzili zwei Fortbildungen gezahlt.. und bei ihm hört das komischerweise auf, als er aus der Kirche austritt.

Unsere Leistungen für den Betrieb bleiben weiterhin vergleichbar.. der einzige Unterschied war.. das.. und irgendwann kommt er und fragt, sag mal, haben die deine FoBi auch abgelehnt?

Das fand ich schon ziemlich schräg..

Umgekehrt, meine Freundin ist Erzieherin.. erst in kirchlicher KiTa (da war klar,s ie muss in der kirche bleiben).. später hat sie zur Stadt gewechselt, ist auch vor ein paar Jahren ausgetreten.. überhaupt kein Problem.

Kann also sehr unterschiedlich sein.

Von 2 Kumpels im Verein, beide Sanis, weiss ich ,d ass sie beide in der Kirche sind.. aber das kann auch einfach daran liegen,d ass sie aus nem recht konservativen, ländlichen Hintergrund kommen " da macht man das nicht" (O-Ton,a ls wir mal auf das Thema kamen)

das könnte ein Problem sein, muss aber nicht

das kommt zum einen auf die Verantwortlichen an und zum anderen auf die Position

in einem Kindergarten kirchlicher Trägeschaft ist es schon wichtig, auch einer Kirche anzugehören, weil dort auch religiöse Werte vermittelt werden, als Rettungssanitäter sieht es da  ganz anders aus

ich würde da auf die Stellebeschreibung achten, nicht bei allen Stellenanzeigen steht das drin mit den kirchlichen Werten.

ausserdem würde ich mich trotzdem bewerben und wenn es zu einem Gespäch kommt, den Kirchenaustritt begründen

denn ein Kirchenaustritt heisst nicht unbedingt, das man nicht die kirchlichen Werte vertritt

Das Problem wäre dann eventuell, wenn du in einer kirchlichen Einrichtung arbeitest, die die Zugehörigkeit zu dieser Religionsgemeinschaft verlangt (oder wenigstens erwartet), dann könnte ein Austritt ein Problem sein.

Bei Bewerbungen in einer kirchlichen Einrichtung könntest du eine Absage bekommen (die allerdings nie als Grund angegeben wird), wenn du nicht Mitglied dieser Kirche bist, dieses aber von den Mitarbeitern erwartet wird. Also, überleg dir einen Austritt gut.

Wenn es ein Mangelberuf ist und Du keine Lust hast später mal eine Leitende Position zu übernehmen wird man Dich vermutlich tolerieren. Muß man aber nicht, der Staat räumt den kirchlichen Arbeitgebern (auch in komplett staatlich finanzierten Betrieben) große Sonderrechte ein. Fairer Weise muß man sagen,d aß nicht jeder Chef die auch nutzt.

Mehr Infos: www.gerdia.de

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