Harz. 4 Wenn das Haus zu groß ist. Untervermieten? Ist das möglich?

5 Antworten

Hallo,

Meine allgemeinen Kenntnisse reichen lediglich so weit, das ein eigenes Häuschen nicht 1:1 wie eine Mietwohnung berechnet wird, sondern sich eher auf die anfallenden Objekt + Nebenkosten bezieht.

Natürlich kannst Du auch Räume vermieten, dieses musst Du aber dann auch entsprechend anmelden. Die Mieteinkünfte würden dann korrekt aber lediglich anteilig als bedarfsminderndes Einkommen auf den Versorgungsanspruch des in Not geratenen Eigners angerechnet werden.

Verkaufen wird man ein angemessenes Haus nicht gleich müssen, da es auch als Altersvorsorge zu sehen ist. Es sollte aber ein Fachmann hinzugezogen werden, der Details zu dieser Art der KDU hinsichtlich Berechnung näher erläutern kann.

Eventuell meldet sich ja noch jemand, der diesbezüglich zumindest solide Grundkenne hat.

mfg

Parhalia

Altersvorsorge hin und her, aber wenn die Quadratmeter zu groß sind, verlangen die doch immer gleich, das man verkauft. Aus dem Grund rede ich von untervermieten, da ja die Wohnfläche geringer wird. Es wäre doch ärgerlich, sein Eigenheim zu verlieren.

@aura01

aber wenn die Quadratmeter zu groß sind, verlangen die doch immer gleich, das man verkauft.

Genau hier läuft es beim Eigenheim etwas anders als bei Miete. Es ist immer eine Sache der Verhältnismäßigkeit, aber Du wirst wohl kaum ein Haus mit einer Wohnfläche unter 100 m² finden.

verlangen die doch immer gleich, das man verkauft

Das wird nicht zwingend so ablaufen müssen, denn weder verkauft man ein Haus mal eben schnell, noch wird ein Verkauf zwingend, wenn die Immobilie nicht auch unter wirtschaflichen Aspekten sinnvoll zu veräußern wäre. Es wird niemand verlangen können und werden, dass ein Gegenstand / Objekt weit unter Wert verhökert werden muss.

Aus dem Grund rede ich von untervermieten, da ja die Wohnfläche geringer wird

Wie gesagt: Die Wohnfläche alleine spielt jetzt nicht unbedingt die Hauptrolle. Es muss halt alles nur in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen. Bei einem Haus wäre doch auch zunächst einmal ins Auge zu fassen, was dafür jährlich und umgerechnet auf den Monat für den Eigentümer an Kosten anfallen.

Dazu zählen u.a: Versicherungen, Steuern, Energieversorgung, Wasser / Entwässerung, Müllabfuhr etc... In diesem Kostenfeld würden sich letztlich auch die KDU seitens der ArGe berechnen. Daran müßte der Hauseigentümer letzlich entscheiden, ob sich das Haus auch in einer Notsituation noch halten ließe.

Eine Untervermietung würde in dieser Hinsicht ja vor allem dazu beitragen, dass sich diese Unterhaltskosten für den Eigentümer reduzieren.

Es wäre doch ärgerlich, sein Eigenheim zu verlieren

Natürlich, aber man sollte sich doch zunächst einmal kompetente Beratung holen, welche Möglichkeiten es hinsichtlich KDU und ggf. Untervermietung allgemein für einen Hauseigentümer gäbe. Ich würde mal recharchieren, ob es in der näheren Umgebung Einrichtungen wie Arbeitslosenzentren oder Arbeitslosenberatungen gibt. Auch wenn sie noch nicht selber in Allem konkret helfen könnten, so wüßten sie gewiss noch passende Kontakte für fachliche Beratung hinsichtlich des EGH.

das Untervermieten ist die beste Lösung:

1) Du kannst doch nicht erwarten, dass sie Sozialgemeinschaft dich allein oder zu zweit ein Haus mit 3 stelliger qm-Zahl an Wohnfläche sponsert (bevor andere hier einspringen: ich argumentiere nicht sozialrechtlich - ich weiß, dass es dort komplizierter ist - sondern ich appelliere an dein Gerechtigkeitsempfinden)

2) Du musst eventuell sogar untervermieten - weil du in der Pflicht bist - alles Zumutbare zu tun, um deine Einnahmen zu vergrößern bzw deinen Anspruch zu minimieren!

Alle bisherigen Antworten in Ehren, aber die Agentur für Arbeit sieht in ihren Hinweisen diese Tendenz vor: "Verkauf und Beleihung gehen vor Vermieten und Verpachten"!

"(2) Bebaute oder unbebaute Grundstücke werden vorrangig durch Verkauf oder Beleihung (z. B. Aufnahme eines Darlehens - üblicherweise bis höchstens 70 Prozent des Verkehrswertes - unter gleichzeitiger Bestellung eines Grundpfandrechtes) verwertet. Ist die Verwertung durch Verkauf oder Beleihung nicht möglich, ist das Vermögen für den Einkommenserwerb durch Vermietung oder Verpachtung zu nutzen." PDF-Seite 8 in http://tinyurl.com/7k3r5b9

Demnach kann man also schlecht sagen, "Ach, ich vermiet mal ein Zimmer für 200,- im Monat, dann krieg ich halt 200,- weniger ALG II im Monat!" Wenn das Haus zu verkaufen ist oder zu beleihen, wäre dies vorrangig vor einer (Unter-)Vermietung. Weitere Details entnehme man der Quelle oben.

Bis ein zu verwertendes Vermögen (wie z. B. ein verwertbares unangemessen großes Haus) verwertet werden kann, kann es ALG II als Darlehen geben, sagt § 24 SGB II:

"(5) Soweit Leistungsberechtigten der sofortige Verbrauch oder die sofortige Verwertung von zu berücksichtigendem Vermögen nicht möglich ist oder für sie eine besondere Härte bedeuten würde, sind Leistungen als Darlehen zu erbringen. Die Leistungen können davon abhängig gemacht werden, dass der Anspruch auf Rückzahlung dinglich oder in anderer Weise gesichert wird."

Üblich ist dabei eine dingliche Sicherung per Eintragung der Schuld ins Grundbuch - damit das Amt nicht hinter anderen Gläubigern zurückstehen muss.

Gruß aus Berlin, Gerd

Die Wohnungsgröße ist immer nur ein Kriterium bei der Verwertbarkeitsprüfung.

Ab einer bestimmten Größe wird lediglich in die genaue Prüfung eingestiegen; darunter wird es generell als privilegiert bzw. geschützt angesehen.

Die entscheidenden Fragen sind nicht nur, ob die Verwertung möglich ist, sonder auch, ob sie zumutbar ist. Und hier spielen viele weitere Kriterien eine Rolle. Das heißt, das Jobcenter muss immer eine begründete Einzelfallentscheidung treffen. Sofern du der Eigentümer der Immobilie bist, vermietest du übrigens nicht unter.

Ja,ich denke das musst du auf jeden Fall melden,das sind ja Mehreinahmen und diese sind Meldepflichtig.

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