darf Vermieter Heizung abstellen?

12 Antworten

Dem Mieter ist es nach der Rechtsprechung nicht zuzumuten, an sehr kalten Sommertagen zu frieren oder gar eine Gefährdung seiner Gesundheit zu riskieren.

Dem Mieterbund zufolge muss der Vermieter spätestens dann heizen, wenn die Zimmertemperatur auch am Tage, wenn auch nur zeitweise unter 18 Grad sinkt, und auch abzusehen ist, dass die kalte Witterung länger als ein bis zwei Tage anhält.

Ist das nicht gewährleistet, kann Mietminderung geltend gemacht werden.

Kompletter Text hier: http://www.pro-wohnen.de/Heizperiode

Grundsätzlich gilt die Zeit von Anfang Oktober bis Ende April eines Jahres als Heizperiode. Das heißt, dass der Vermieter in dieser Zeit der Heizperiode dafür sorgen muß, dass die Zentralheizung angestellt ist. So hat der Mieter die Möglichkeit, selbst zu entscheiden,ob er die Heizung in der Mietwohnung andreht. Sollte es ausserhalb der regulären Heizperiode zu ungewöhnlichen kalten Tagen kommen, muß der Vermieter dann in dieser Zeit ebenfalls den Mieter die Möglichkeit zum Heizen geben. Zum Beispiel wenn die Nachttemperaturen einige Tage hintereinander so um die 8 Grad liegen. Das heißt, er muß die Zentralheizung in Betrieb setzen. Die Wohnung des Mieters muß mindestens eine Temperatur von 18 Grad aufweisen. Als normale Temperatur für Wohnräume gelten 20 bis 22 Grad in der Zeit zwischen ca. 6.00 Uhr morgens und nachts bis ca. 0.00 Uhr. In der Nacht sollte die Temperatur nicht unter ca. 18 Grad absinken.

Auch außerhalb der Heizperiode muss die Heizanlage betrieben werden, wenn die Temperatur in der Wohnung länger als 2 Tage unter 18°C sinkt, oder sofort wenn sie unter 16 °C sinkt.

Während der mietvertraglich vereinbarten Heizperiode muss der Vermieter dafür sorgen, dass durch entsprechende Einstellung der Heizungsanlage die im Mietvertrag vereinbarte Mindesttemperatur erreicht wird.

Soweit mietvertraglich nichts vereinbart ist, ist regelmäßig die Zeit zwischen dem 01.09. und dem 31.05. als Heizperiode anzusehen.

Nicht jede Vereinbarung im Mietvertrag über die Mindesttemperatur ist allerdings wirksam. So ist z.B. eine Vereinbarung unwirksam, dass eine Mindesttemperatur von 18 Grad zwischen 8.00 und 21.00 Uhr als vertragsgemäß gilt, unwirksam (Landgericht Berlin, Das Grundeigentum 1991, S. 573).

Ist im Mietvertrag die Mindesttemperatur nicht festgelegt, wird man als Faustregel davon ausgehen dürfen, dass tagsüber zwischen 6.00 und 23.00 Uhr Temperaturen von mindestens 20 bis 22 Grad geschuldet sind. Nachts sollten zumindest die Wohnräume auf eine Temperatur von 18 Grad gebracht werden können.

Heizt der Vermieter nur unzureichend, so liegt ein Mangel der Mietsache vor, der zur Minderung der Miete berechtigt. Kommt der Vermieter nach Abmahnung durch den Mieter seiner Verpflichtung zur ordnungsgemäßen Beheizung der Wohnräume nicht nach, so kann der Mieter unter Umständen auch Schadensersatz verlangen (z.B. Kosten für die Anschaffung eines elektrischen Heizofens).

Quelle: http://www.abc-recht.de/ratgeber/haus/tipps/heizpflicht_vermieter.php

Auch außerhalb der Heizperiode (01.10-30.04) muss bei entsprechenden Außentemperaturen die Beheizung der Wohnung gewährleistet sein, da es dem Mieter nicht zumutbar ist, an kalten Sommertagen zu frieren oder sogar eine Gesundheitsgefährdung zu riskieren (LG Berlin GE 78, 286; LG Kassel WM 64, 71; AG Waldbröl WM 81, U8 ). Der Vermieter muss deshalb spätestens dann heizen, wenn die Zimmertemperatur tagsüber auch nur zeitweise unter 18° C sinkt und absehbar ist, dass die kalte Witterung länger als 1 bis 2 Tage anhält.Sinkt die Zimmertemperatur tagsüber sogar unter 16° C, muss die Heizung sofort in Betrieb genommen werden, denn hier ist die Grenze der Gesundheitsgefährdung überschritten (LG Kassel WM

Meist wird im Mietvertrag eine Heizperiode vereinbart. In dieser Periode muss der Vermieter für eine bestimmte Mindesttemperatur sorgen.

Die Gerichte legen meist folgende Mindesttemperaturen zugrunde:

Von 06:00 Uhr morgens bis 23:00 Uhr oder 24:00 Uhr:20 bis 22°

In der übrigen Zeit:18°

Je nach Außentemperatur muss aber auch außerhalb der Heizperiode geheizt werden. Aus der Rechsprechung ergibt sich hier die Faustformel, dass spätestens dann wieder geheizt werden muss, wenn die Außentemperatur über drei Tage weniger als 12°C beträgt oder die die Zimmertemperatur unter 18°C sinkt. Fällt die Zimmertemperatur sogar auf 16°C, muss die Heizung durch den Vermieter sofort wieder einschalten werden.

Weitere Infos rund um das Thema Vermieten findest du unter www.hausblick.de

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