Darf mir ein Jäger Waldspaziergänge verbieten?

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In welchem Bundesland lebst du denn? Das wäre wegen des dort geltenden Landesgesetzes interessant.

Ich kann im Bundesjagdgesetz und dem hessischen Jagdgesetz keine Stelle finden die einem Jäger erlaubt, anderen Menschen das Betreten des Waldes grundsätzlich zu verbieten. Dein Hund muss aber angeleint bleiben, sonst ergeht es ihm ggf. schlecht...

§ 32 HJagdG - Befugnisse von Jagdschutz- und Jagdausübungsberechtigten

(1) Die zur Ausübung des Jagdschutzes nach § 25 Abs. 1 Bundesjagdgesetz Berechtigten sind befugt,

  1. Personen, die in einem Jagdbezirk unberechtigt jagen oder eine sonstige Zuwiderhandlung gegen jagdrechtliche Vorschriften begehen oder außerhalb der zum allgemeinen Gebrauch bestimmten Wege zur Jagd ausgerüstet angetroffen werden, anzuhalten, ihnen gefangenes und erlegtes Wild, Abwurfstangen, Eier und Waffen, zur Jagd taugliche Geräte oder zur Jagd abgerichtete oder geeignete Tiere abzunehmen und ihre Personalien festzustellen,

  2. Hunde, die im Jagdbezirk außerhalb der Einwirkung von Begleitpersonen Wild nachstellen, und Katzen, die in einer Entfernung von mehr als 500 Meter, im Zeitraum vom 1. März bis 31. August in einer Entfernung von mehr als 300 Meter von der nächsten Ansiedlung jagend angetroffen werden, zu töten. Die Tötung muss unterbleiben, wenn andere Maßnahmen ausreichen, um die Gefahr abzuwehren, die von dem Hund oder der Katze ausgeht. Das Tötungsrecht gilt nicht für Hirten-, Jagd-, Blinden-, Polizei- und Rettungshunde. Hunde und Katzen, die sich in Fanggeräten gefangen haben, sind als Fundtiere zu behandeln.

...

Ich lebe in Mecklenburg-Vorpommern.

@montebella

Das Jagdgesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern findest du hier:

http://mv.juris.de/mv/JagdGMVrahmen.htm Ich habe aber auch darin keine entsprechende Regelung gefunden. Garantieren kann ich es dir allerdings nicht, da Jagdrecht so garnicht meine Baustelle ist. ;o)

 

Ich muß dieses alte Thema noch mal mal aufgreifen und auf eine änliche Situation übertragen.

Bei uns spielt sich ein angeblicher Flurgrundstücksbesitzer oder Pächter auf und will alle Spaziergänger, vor allem denen mit Hund verbieten, sein Grund und Boden zu betreten.

Es handelt sich um eine ungenutzte wilde Flur, ohne Wald, ohne Bewirtschaftung, ohne Nutzfläche. Neuerdings hat er Schilder aufgestellt, ,, Betreten verboten''. Muß mich das nun kümmern.

Soviel ich weis kann ich Wald und Flur auf eigene Gefahr benutzen, dabei Wald- Wirtschafts- und Privatwege, Pfade und Grünflächen betreten laut eines Brandenburger Gestzes über Naturschutz und Landschaftspflege. Die Betonung liegt auf Betreten und es kann nur durch wichtige Gründe eingeschränkt werden, Naturschutz, Landschaftspflege, Ackerbau in den Pflanzzeiten usw..

Meine Frage, kann ich den Spieß umdrehen und auf Unterlassung klagen, Beschwerde einreichen oder anderes tun. Schließlich nervt das jedesmal, er stellt Schilder mitten auf den Wegen und Pfaden auf und stellt sich mit seinem Auto in den Weg ?

Man will ja nicht unbedingt klagen, aber das wird ein Spiel ohne Ende wenn ihm kein Einhalt geboten wird.

Die ungenutzten Brachflächen dienen seit e und je der Naherholung unserer Menschen in der Gemeinde.

Ich finde es immer wieder interessant was einige Waidmänner ihren Mitmenschen verbieten wollen! Derjenige der ein Revier pachtet, erwirbt für sich das Recht innerhalb der Reviergrenzen dem Wild nachzustellen - also auf deutsch: - zu jagen. Das ist in keinster Weise mit irgendeinem Recht auf Grund und Boden vereint somit hat er selbstverständlich keinerlei Recht dir Zutritt etc. zu verweigern . Er kann allerdings sehr wohl an die Vernunft apellieren und z.B. auf die Notzeit des Wildes und die damit benötigte Ruhe hinweisen oder dich bitten z. B. zur Aufzuchtzeit der Jungtiere bestimmte Gebiete zu meiden. Eine Verpflichtung besteht rechtlich für dich aber nicht! Sollte er wirklich (was ich aber bezweifle) Fallen aufgestellt oder sogar Giftköder verteilt haben, sollte sich eher der Herr Waidmann in Acht nehmen, denn dabei muß nämlich er in punkto Sicherheit einiges beachten und trägt auch die Verantwortung dafür. Also nimm's locker, laß dein Hundi nicht von der Leine und denk dran nicht alle von uns Jägern sind so drauf.

DH!

Fakt ist, dass Naturflächen (Wald, Wiesen etc) zuallererst einmal zur Erholung Aller dienen- es sei denn diese Gebiete sind besonders gekennzeichnet und das Betreten ist ausdrücklich verboten!

Allerdings: wenn- wie früher oft der Fall- der Jäger auch gleichzeitig Eigentümer ist- sieht das schon wieder anders aus. dann befindest Du Dich nämlich auf seinem grund und Boden.

Allerdings findet man diese Konstellation heutzutage nur noch sehr selten.

Fakt ist aber auch, dass sich ein frei laufender Hund niemals aus dem Einwirkungsbereich seines Führers entfernen sollte- wenn Du das nicht garantieren kannst, sollte der Hund an die Leine. Basta!

Man sollte mit Hund nicht ziellos im Wald spazieren, im Frühjahr während der Zeit in der Kitze, Hasen etc. geboren werden, im Winter nicht, weil das Wild unnötig aufgescheucht wird...es gibt genügend Wege im Wald, die kann man benutzen.

Meines Wissens begründet eine Jagdpacht keinen darüber hinausgehenden Anspruch.

Wie hat er denn das begründet? Wenn es um Tollwut geht, wird schon von Amts wegen mit Schildern darauf hingewiesen und ist es Privatbesitz, würde vom Eigentümer ebenfalls darauf hingewiesen.

Um aber sicher zu gehen, ob und wenn ja, welche Rechte er hat, solltest Du Dich bei der Gemeinde erkundigen, welche (Nutzungs)Rechte wo herrschen.

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