Bewerbung beim Kunden der eigenen Firma

6 Antworten

Rechtlich musst du nur die Kündigungsfrist einhalten, die in deinem Arbeitsvertrag steht. Dein Chef kann dir dann höchstens ein Angebot machen, wie z.B. Gehaltserhöhung, wenn er dich weiterhin behalten will. Zwingen kann er dich aber nicht.

Moralisch würde ich schauen, dass du deinen Kollegen nicht im Stich lässt, wenn grad ein größeres Projekt am Laufen ist, was er alleine kaum bewältigen kann. Oder du kannst deinen Chef vorwarnen, damit er die Möglichkeit hat, einen neuen Admin einzustellen, den du evtl. noch einarbeiten kannst, bevor du gehst.

Es steht Dir völlig frei Dich irgendwo als auch beim Kunden Deines jetzigen AG zu berwerben solange nicht irgendeine Ausschlussklausel in Deinem Vertrag das untersagt. Ob die rechtlich in Ordnung wäre, glaub ich noch nicht mal.

Ich hab das auch gemacht und in meiner Bewerbung den Satz hinzugefügt "Da ich mich in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis befinde, bitte ich Sie meine Bewerbung vertraulich zu behandlen" Setzt voraus, dass der eventuell neue Chef sich daran hält und nicht direkt zum jetzigen Chef rennt. Dann könnte es bis zum offiziellen Ausscheiden vielleicht ungemütlich werden und krank feiern sollte man unter dem Aspekt, dass das die neue Firma auch gleich mitbekommt erst recht nicht!

kann das nicht sogar zu deiner kündigung führen, wenn dein chef erfährt, wenn du dich woanders bewirbst?

pass lieber auf, dass da für dich nix schiefläuft

"kann das nicht sogar zu deiner kündigung führen, wenn dein chef erfährt, wenn du dich woanders bewirbst?"

Rechtlich wäre das absolut unzulässig. Es handelt sich um einen Arbeitnehmer und nicht um einen Leibeigenen.

@PeterSchu

dann frage ich mich, warum manche arbeitgeber schreiben 'ihre bewerbung wird vertraulich behandelt', wenn es so gar kein problem ist, sich aus einem angestelltenverhältnis heraus woanders zu bewerben

@Ferrogar

Ich habe ja auch geschrieben "rechtlich..."

Manche Arbeitgeber sind eben sauer, obwohl sie rechtlich gesehen keinen Grund dafür haben. Und sie können einem in der Tat das Leben schwer machen, aber eben auf andere Weise.

Und ja, es mag auch Arbeitgeber geben, die eine Kündigung aussprechen, wenn ein Mitarbeiter sich woanders beworben hat. Aber die würde vor einem Arbeitsgericht kaum bestehen bleiben.

@PeterSchu

das sei jetzt mal dahingestellt

leider stellt man immer wieder fest, dass recht haben etwas anders ist als recht bekommen

und dass richterliche entscheidungen bisweilen sehr merkwürdig sind, braucht man auch nicht extra zu kommentieren

vorsicht ist die mutter der porzellankiste^^

aber ich verstehe auch, was du meinst

Es gibt immer noch das Recht der freien Berufswahl. Und dein Chef hat das offenbar verstanden, denn er kann dir nicht verbieten, zu einem anderen Arbeitgeber zu wechseln.

Er könnt hächstens etwas dagegen haben, wenn du einen Nebenjob betreiben würdest, der in Konkurrenz zu deinem jetzigen Betrieb steht.

Es ehrt dich, wenn du so loyal zu deinem Betrieb stehst und nichts Unrechtes tun willst. Aber ich denke, du musst kein schlechtes Gewissen haben.

Wegen einer Bewerbung bei einem anderen Arbeitgeber kann dein Chef dich sicher nicht abmahnen oder kündigen. Du machst da ja nichts verbotenes. Dass du dich bei einem Kunden deines bisherigen Arbeitgebers bewerben willst, halte ich nicht mal moralisch für fragwürdig. Schließlich suchst du dir deinen Arbeitgeber nach Bezahlung und Betriebsklima aus. Damit machst du dasselbe wie jeder Unternehmer: Du suchst dir die Option aus, die dir die besten Bedingungen bietet.

Probleme könnte es nur wegen der Kündigungsfrist geben oder wenn du besondere Regelungen im Arbeitsvertrag stehen hättest (z.B. über Fortbildungskosten bei Kündigung vor bestimmten Terminen).

Solange das Verhältnis zu deinem bisherigen Arbeitgeber gut ist, kannst du ja versuchen, eine "einvernehmliche" Übergangslösung zu finden. Du könntest z.B. deinem Arbeitgeber so früh wie möglich Bescheid geben, dass du den Betrieb verlässt und einen Nachfolger bis zum Arbeitsende einarbeiten.

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