Bei Denkmalschutz,wie weit kann da der Besitzer belangt werden

3 Antworten

Ich glaube nicht, dass ihr ein denkmalgeschütztes Gebäude einfach verfallen lassen dürft. Die Restaurierung, zu der ihr letztlich verdonnert werdet, wird dann nur um so teurer.

Um die Eigentümer vor horrenden Sanierungsmaßnahmen zu schützen, lauten die Bestimmungen dahin, dass "....denkmalgeschütze Anlage instandzuhalten sind .... soweit dies den Eigentümern zugemutet werden kann." ich hoffe, damit kann ich Deine Antwort nóch ausreichend ergänzen

@Guppy194

Hm, ein interpretationswürdiges Schlupfloch. Aber trotzdem sollte JoKurt nicht warten, bis irgendwelche Urteile in den Briefkasten flattern, sondern selbst aktiv werden und einen auf Baurecht (?) spezialisierten Anwalt fragen, was er tun kann und was er tun muss. In jedem Fall wird er sich sehr bald mit seinen Brüdern unterhalten müssen, denn wenn er es nicht tut, sind die Folgen für alle drei unabsehbar.

Die Gemeinde kann, wenn sie es für erforderlich hält, eine Instandsetzungsanordnung erlassen, wenn zu befürchten ist, dass der Zustand und die bauliche Ordnung eines Bauwerkes deren zweckgebundenen Gebrauch nicht mehr sicherstellen, wenn also z.B. wie in eurem Fall, eine Gefahr für die Öffentlichkeit von dem Gebäude ausgehen kann (herabfallende Ziegel, Schäden am Gebäude, die andere beeinträchtigen); dies ist geregelt in § 177 Bundesbaugesetz; bis es dazu kommt, müssen aber schon gravierende bauliche Mängel vorliegen, die die Öffentlichkeit beeinträchtigen;

wenn ihr zerstritten seid, bleibt als Möglichkeit noch die Zwangsversteigerung zum Zwecke der Aufhebung einer Gemeinschaft beim Amtsgericht zu beantragen; das Grundstück wird dann vom Gericht versteigert und der Erlös an die Gemeinschaft ausbezahlt.

@Guppy194

Stellt sich allerdings die Frage, ob bei der alten gammeligen maroden Bruchbude eine Zwangsversteigerung kostendeckend ist - denn wenn das gute Stück in einem unattraktiven Gebiet liegt, bekommst fast nix - zudem in dem Zustand

Ein Denkmalschützer hat mir mal erzählt, dass bei einem vergammelten Wasserschloß (Eigentümer lässt es verfallen) über Enteignung nachgedacht wird. Ist zwar nicht so einfach, aber anscheinend kann es so weit kommen.

Grundsätzlich gibt es viele Denkmäler, deren Erhalt sich die Eigentümer nicht leisten können oder wollen. Viele schöne Gebäude verfallen - was will der Staat machen: wo keine Kohle ist, kann man halt nicht sanieren.

Meist kann man mit den Denkmalschützern REDEN - dann findet sich eine Lösung.

Ich kann mir in Deinem Fall auch eine Versteigerung vorstellen - Interessenten für billige Immobilien gibt´s eigentlich immer. (Stichwort steuerliche Absetzbarkeit für den Sanierer...)

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