ALG 1 und Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, wie geht das?

8 Antworten

Ja, darf er. Die Einnahmen werden, wenn sie den Freibetrag überschreiten, vom ALG1 abgezogen.

Wo steht denn das?

Im § 141 SGB III find ich nichts dazu.

@bitmap

Hüstel

§ 141 Anrechnung von Nebeneinkommen

>>>(1) Übt der Arbeitslose während einer Zeit, für die ihm Arbeitslosengeld zusteht, eine Erwerbstätigkeit im Sinne des § 119 Abs. 3 aus, ist das daraus erzielte Einkommen nach Abzug der Steuern, der Sozialversicherungsbeiträge und der Werbungskosten sowie eines Freibetrages in Höhe von 165 Euro in dem Kalendermonat der Ausübung anzurechnen. Handelt es sich um eine selbständige Tätigkeit oder eine Tätigkeit als mithelfender Familienangehöriger, sind pauschal 30 Prozent der Betriebseinnahmen als Betriebsausgaben abzusetzen, es sei denn, der Arbeitslose weist höhere Betriebsausgaben nach.<<<

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§ 119 Arbeitslosigkeit

>>>(3) Die Ausübung einer Beschäftigung, selbständigen Tätigkeit oder Tätigkeit als mithelfender Familienangehöriger (Erwerbstätigkeit) schließt die Beschäftigungslosigkeit nicht aus, wenn die Arbeits- oder Tätigkeitszeit (Arbeitszeit) weniger als 15 Stunden wöchentlich umfasst; gelegentliche Abweichungen von geringer Dauer bleiben unberücksichtigt. Die Arbeitszeiten mehrerer Erwerbstätigkeiten werden zusammengerechnet.<<<

Vermieter sein ist eine selbständige Tätigkeit, so wurde es mir auf dem AA erklärt.

@1hoss43

Seit wann haben Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung etwas mit einer Erwerbstätigkeit zu tun?

... Und nein, mit einer selbständigen Tätigkeit hats auch nichts zu tun.

Natürlich darfst du das! Natürlich rechnet dir die Arge das als Einkommen an und du kriegst entsprechend weniger oder nichts mehr, je nachdem!

ein ZONK für diese Antwort!!

Die ARGE hat mit ALG I gar nichts zu tun.

soweit ich informiert bin werden die einnahmen erst beim ALG 2 mit berechnet

Richtig!

denke schon dass sie angerechnet werden, es wird ja von deinem gesamten monatlichen einkommen ausgegangen

Liebe Leute, zur Richtigstellung:

Folgendes gilt nur für ALG1:

Es gibt grundsätzlich einen Freibetrag. Dieser Freibetrag (165 €) wird grundsätzlich vom Nebenverdienst abgezogen. Jeder darüber hinaus gehende Nebenverdienst wird in voller Höhe vom ALG 1 abgezogen. Grundsätzlich gilt, dass man sowieso nur bis maximal 15 Stunden pro Woche arbeiten darf. Arbeitet man mehr, gilt man nicht mehr als arbeitslos und erhält gar nichts mehr.

Bei Mieteinnahmen sieht es anders aus. Eine reguläre Arbeit gilt als mühevoller Verdienst und wird wie oben beschrieben behandelt. Mieteinnahmen, Zinsen aus Guthaben etc. gelten als sogenannte mühelose Einkünfte. D. h. ohne wirklichen Arbeitseinsatz. Solche mühelosen Einkünfte werden nicht vom ALG1 abgezogen!!

Darüber hinaus kann es auch sein, dass eine nebenberufliche Tätigkeit nicht abgezogen wird, sofern sie schon 18 Monate vor der Arbeitslosigkeit bestanden hat und der Durchschnittsverdienst der letzten 18 Monate wird dann als Freibetrag berücksichtigt. Anders wäre auch unfair, denn man hat neben dem nebenberuflichen Einkommen ja auch die vollen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt.

Wie gesagt, dies gilt alles nur für ALG1.

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