Wird ein Haftbefehl zugeschickt?

4 Antworten

Angedroht werden kann ein Haftbefehl ohne Weiteres. Aber ist er erst einmal ausgestellt, wird er normalerweise nicht zugesandt, sondern erst bei Vollstreckung bekannt gegeben. Die Polizei macht es sich doch selbst nicht schwerer. Soll sie denn anschließend die Person nach Zustellung des Haftbefels suchen, weil sie sich aus dem Staub gemacht hat?

Wenn dein Mitbewohner zu einer Freiheitsstrafe rechtskräftig verurteilt wurde, erhält er zunächst schriftlich eine Landung zum Strafantritt, wo Ihn auch mitgeteilt wird, wann er sich in der JVA zum Strafantritt zu erscheinen hat. Dieser Einladung sollte dein Mitbewohner auch unbedingt Folge leisten.
Erscheint dein Mitbewohner nicht zum Strafantritt, wird auf Antrag der Staatsanwalt ein Haftbefehl ausgestellt. Dieser Haftbefehl wird ihm nicht zugestellt, sondern die Ausstellung des Haftbefehls bedeutet, dass er nur bei der Polizei zur Fahndung ausgeschrieben ist. Wenn der Polizei die Arbeitsstelle bekannt ist, wird die mit Sicherheit auch dort erscheinen und den Haftbefehl vollstrecken.
Deinem Mitbewohner kann nur geraten werden, sich jetzt auch noch freiwillig bei der Polizei oder in der JVA zu melden.

Es kommt darauf an, was der Haftbefehl bezwecken soll. Wenn ein Verurteilter seine Geldstrafe nicht bezahlt hat, kann/ wird diese in eine Freiheitsstrafe umgewandelt. In der Regel erhält der Verurteilte eine "Verhaftungsankündigung" um die Schuld zu bezahlen. Macht er es nicht, kommen die Damen/ Herren mit dem roten Zettel. Liegt ein U-Haftbefehl vor, wird dieser natürlich vorher nicht angekündigt sondern sofort vollstreckt. Das gleiche gilt für einen Sicherungshaftbefehl und für einen Vorführungshaftbefehl.

Kommt drauf an, sie können den roten zettel verschicken, aber sie können ihn auch gleich vor ort vollstrecken!

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